Die Zufallsbegegnung

Als die Entfernungen größer wurden.

Ich mache einen Schritt. Und noch einen. Langsam, mit Bedacht, vorsichtig, um nicht versehentlich auf eins der zerbrechlichen Gefäße zu treten, die ich vor wenigen Minuten noch zertrümmern wollte. Ich gehe auf die Person zu, die ich einst Ruth nannte. Genauer: Auf ihr wortwörtlich strahlendes Antlitz, zu den gleißenden Augen, die mich anziehen, obwohl sie mich verblenden. Ich weiß nicht einmal mehr, ob ich die Person noch als Person erkenne oder ob sie für mich nur noch das Licht ist, in das es mich – nunmehr vollständig Motte – zieht.

Weiterlesen

Kampf gegen Windmühlen

Als ich mich über eine Kolumne auf twitter aufregte und das dann verbloggte.

Eine grüne Landschaft mit einigen Windkraftanlagen drauf. Darüber blauer Himmel mit vielen freundlichen weißen Wolken.

Eigentlich hatte ich mir ja vorgenommen, nicht über (umwelt)politische Themen zu bloggen. Nicht, weil ich das nicht gerne tun würde, sondern weil ich meine Energie dafür lieber in meiner Arbeitszeit verwende. Und sonst das Gefühl habe, mir selbst Konkurenz zu machen und sich das Bloggen dann auch noch mehr wie Arbeit anfühlt. Nun habe ich aber heute Abend auf twitter in einem langen Thread über eine Kolumne gerantet, so dass ich das auch gleich auf‘s Blog stellen kann.

Die Kolumne heißt „Klimaschutz wird mit Naturzerstörung bezahlt“ und hat mich erreicht, weil ich für die Tweets der luxemburgischen Abgeordneten im Parlament eine eigene Tweetdeck-Spalte habe. Diesen genialen Einfall der Socialmediabeobachtung bezahle ich regelmäßig mit hohem Blutdruck. So auch diesmal. Aber zur Kolumne (Text ist ungefähr so wie meine Tweets):

Weiterlesen

Was du willst.

Als ich viele banale Dinge tat.

Immer noch starren die Person, die ich einst Ruth nannte und ich uns an. Ich sehe ihr Gesicht mittlerweile wieder, aber es ist viel zu hell, strahlend, als hätte sie keine Löcher als Pupillen, sondern kleine Neutronensterne, die mich verblenden. Ich bin wieder nicht im Stande, von ihnen abzusehen. Ich fühle, wie mein Körper auf einmal merkt, dass ich auf der Decke stehe, oder der Boden sich gedreht hat – irgendetwas ist mit den Himmelsrichtungen und der Schwerkraft nicht ganz in Ordnung. Mein Magen es hat jetzt auch gemerkt, und er fühlt sich flau an. Oder ist flau geworden. Was ist das für ein Adjektiv, was soll ich damit tun?

Weiterlesen

weekend reading (4)

Als ich mal wieder (vor allem meine eigenen) Sachen verlinkte.

Es ist Freitag, das heißt ich will euch wieder mit Links beglücken. Das ist vor allem so, weil ich bis gerade eben an der neusten Episode von „irgendwas mit meta“ geschnitten habe. Ich weiß nicht genau warum, aber dieser Podcast braucht oft sehr lange Zeit für die Postproduktion. Etwas, was unter der Woche ziemlich schwierig ist, wenn ich am Abend nochmal zwei Stunden am Stück dazu komme, bin ich oft genug so abgelenkt, dass ich wenig weiterkomme. Vermutlich liegt es aber auch daran, dass ich enorm perfektionistisch bin und versuche, ein möglichst flüßiges Gespräch nachzubilden und auch so gut wie jedes „Äh“ und jede Sprechpause herausschneide. Und den ganzen Quatsch, den Katja und ich dazwischen reden, sowieso.

Weiterlesen

Komm, süßer Schlaf

Als ich ein „Gedicht“ über meinen Schlafrhythmus verfasste.

ein sehr zerknülltes Bett

Am Sonntag nahm ich mir vor, eine halbe Stunde früher aufzustehen
Am Montag blieb ich so lange auf, dass ich die halbe Stunde früher sein ließ
Am Dienstag blieb ich noch länger auf
Am Mittwoch nahm ich mir fest vor, diesmal wirklich früher ins Bett zu gehen
Morgen ist endlich Freitag und ich kann so lange aufbleiben wie ich will.
Und übermorgen schlafe ich aus.

Verrechnet

Als ich mal wieder was über Luftqualität schrieb

Der pensionierte deutsche Lungenarzt Dieter Köhler beschäftigte mich ja schon vor ein paar Wochen. Luftqualität ist eins meiner Lieblingsthemen, das ich auch immer wieder gerne in der woxx behandelte. Als die Aufregung über seine Stellungnahme, die über 100 andere vermeintliche „Expert*innen“ unterschrieben, groß war, schrieb ich einen Artikel darüber, dass das alles nicht sehr stimmig war.

Bild eines Luftsensors, im Hintergrund ein beeindruckendes Panorama mit bewaldeten Hügeln

Mir ging es vor allem darum, aufzuzeigen, wie der Diskurs funktionierte und welche Mechanismen dazu führten, dass Köhler medial so präsent sein konnte. Ich bin immer noch der Meinung, dass das hauptsächlich daran liegt, dass Medien solche vermeintlichen gegenläufige Meinungen sehr erfreut aufnehmen und es so darstellen, als gäbe es zwei Seiten der Medaille. Das hat schon für Klimawandelleugner*innen sehr gut funktioniert, das funktionierte auch für Köhler sehr gut. Das Feindbild der Ökolog*innen, die alles verbieten wollen und selbst keine Heiligen sind, funktioniert sehr gut und spielte natürlich auch mit.

Weiterlesen

Im Nebel

Als ich eines Abends im Nebel stand

Ein Bahnsteig im Nebel.

Ich wache morgens im Nebel auf und gehe am Abend mit dem Nebel schlafen.
Ich ignoriere, dass er tagsüber nicht da war, dass die Sonne schien und ich die jubelnden Gedanken an den nahenden Frühling beinahe schon nachvollziehen konnte.
Der Nebel hat das Land eingepackt, wie in Watte.
Ich atme aus und ein und bei jedem Ausatmen kommt eine kleine Nebelwolke aus meinem Mund und meiner Nase.
Vielleicht besteht der Nebel ja auch nur aus der Summe allen Atems, der morgens und abends in den Himmel geblasen wird?

Weiterlesen

Der Betrug

Als ich über alle möglichen Wirklichkeiten nachdachte

Foto von Tramschienen in Luxemburg

Ich habe das Gefühl, der Raum müsste sich bald wieder verändern, ich und die Person, die ich einst Ruth nannte, wir, wenn ich es denn wagen kann, von einem „wir“ zu sprechen, müssten jeden Moment wieder woanders stehen. Zurück in der Betonkathedrale oder dem Maschinenraum oder was ich halt dafür hielt, zum Beispiel. Mir kommt das so lange vor, so fern, dabei kann es sich nur um Stunden handeln. (In Wirklichkeit sind es etwas mehr als zwei Wochen, aber wen interessiert schon die Wirklichkeit?)

Weiterlesen

Saucenspritzer

Als ich mich selbst nicht mehr verstand

„Und was soll es dann bringen, unbelebte und unschuldige Objekte zu zerschlagen?“
„Du wolltest doch genau das gleiche tun. Du hattest doch auch einen Baseballschläger in der Hand! Du hattest doch genau den gleichen Plan?“
Meine letzte Anschuldigung klingt mehr nach einer Frage. Ich weiß nicht, ob ich wirklich Recht mit meiner Vermutung habe. Vielleicht wollte die Person, die ich einst Ruth nannte, auch einfach mich schlagen. Oder sich vor mir verteidigen. Es wäre ihr nicht einmal wirklich übelzunehmen.

Weiterlesen

Weekend Reading (3)

Als ich zum dritten Mal ein paar Artikel (nicht meine eigenen) verlinkte

Eine gefaltete Zeitung

Diese Woche hatte ich Urlaub, was die Nebenerscheinung hat, dass ich nichts für die woxx geschrieben habe. Das Blog lief natürlich weiter, aber das wissen die Menschen, die diese Zeilen lesen, wahrscheinlich ohnehin schon. Ich habe wieder ein paar Links gesammelt, die ihr beim Frühstück, Brunch oder ohne Essensbeilage lesen könnt.

Weiterlesen