weekend reading 53

Als ich müder als erwartet Links postete.

Freitag, es gibt mal wieder Links. Diese Woche habe ich vor allem mit dem nationalen Energie- und Klimaplan Luxemburgs verbracht und deswegen auch darüber geschrieben. Besonders positiv überrascht war ich allerdings nicht. Wir haben auch im Podcast darüber gesprochen (auf Luxemburgisch). Und eine neue Folge vom Sexpodcast gibt es auch, diesmal geht‘s um Play Partys.

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Der Teer

Als der Boden zu weich war.

Es strengt mich an, obwohl es mich nicht anstrengen sollte. Eigentlich dachte ich, alle Last sei von mir gefallen und ich könnte fortan ein ruhiges Leben führen und mich nur noch über merkwürdige Ideen, welche Insekten wie viel Rettung brauchen, aufregen. Stattdessen aber gibt es keine Ruhe, keine Entschleunigung, kein einziger Tag, ohne dass etwas passiert.

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Der Passagier

Als Jonathan ein Kind rettete.

Die rasch untergehende Wintersonne färbte die Umgebung der Landstraße in festliche Farben. Wer den Blick von der Straße abwandte, konnte einen glühenden rosa Feuerball sehen, der sich langsam unter den Horizont schlich. Fast so, als wäre der Sonne der Winter ebenfalls zu viel und sie versuche, noch ein paar Minuten Tag mehr herauszuschlagen. Doch Jonathan konnte den Blick nicht von der Straße abwenden. Er musste noch einige Kilometer hinter sich bringen.

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Die letzte Frage

Als ich nicht im Matsch unterging.

Eine Wiese mit lila Krokussen

Fast ist die Welt wieder normal. Es fühlt sich an wie immer, nur anders. Ich verpasse meinen Bus, aber das ist in Ordnung, der nächste kommt fast pünktlich. Wir laufen irgendwann am Abend durch den Wald und ich vergesse wieder, Fotos zu machen, obwohl ich diesmal sogar vor dem Weggehen daran gedacht habe.

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Das große Licht

Als es viel zu warm war.

Die warmen Temperaturen um diese Jahreszeit sollten mir mehr Sorgen machen, als sie es eigentlich tun. Ich kann mich aber schlecht im T-Shirt in den Garten stellen und die Sonnenstrahlen nicht genießen, dazu ist der Leidensdruck in dieser düsteren Scheißjahreszeit viel zu hoch. Ich muss mich über die Sonne freuen, denn sonst kann ich mich nicht mehr über die Finsternis aufregen.

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Der Spätwintertag

Als alles passte.

Der Tag fühlt sich an wie Frühling. Wir machen einen Ausflug, auch wenn er nur zu einem Supermarkt führt. Es fühlt sich trotzdem gut an. Wäre es noch ein wenig wärmer, ich hätte Lust, das Fenster runterzukurbeln und meinen Kopf rauszustrecken und mir dabei etwas komisch vorzukommen. Am Parkplatz lernen wir einen älteren Herrn kennen, er streckt mir die Hand aus und sagt „Ich bin ein Revoluzzer.“ Das freut mich, obwohl ich keine passende Antwort habe.

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weekend reading 52

Als eine gute Tradition (über) ein Jahr alt wurde.

Der erste weekend reading-Post war am 25. Januar 2019, und nicht erst Mitte Februar. Ich habe ein paar Freitage verpasst, wenn ich im Urlaub war oder an Freitagen wichtige Dinge passiert sind, die andere Texte verlangten. Auf jeden Fall freue ich mich, dass ich diese Rubrik auch durchhalte, denn sie macht am Ende jeder Woche meine Tabs leerer. Und ermöglicht es mir, meine eigenen Texte hier zu verlinken.

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Die Verspannungen

Als es regnete.

Es regnet und ich bin alleine. Das ist alles, was ich über meinen Tag wissen muss. Es ist alles, was irgendwer wissen muss. Ich fühle mich nicht einsam, aber ich frage mich immer öfter, ob ich mich nicht selbst belüge. Und dann wieder, ob ich gerne einsam wäre, ob ich mich in den Straßengraben werfen, dort ein Loch buddeln und immer tiefer graben will, um mich in meinem Elend suhlen zu können. Als würde mir irgendetwas von alledem Spaß bereiten.

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Der Glasboden

Als ich Gänsehaut hatte.

Obstwiese im Sonnenaufgang, aus dem Zug heraus fotografiert.

Meine Augen sind weit geöffnet. Ich verstehe nicht, was ich da sehe. Erst denke ich, dass wir wieder einmal an der Decke eines Raumes hängen, statt auf dem Fußboden zu stehen, dass die himmlische Mechanik zwischen mir und der Person, die wir einst Ruth nannten, wieder einmal die Schwerkraft für kurze Zeit außer Kraft gesetzt hat. Es ist nicht das. Ich blinzele. Oder eher: Ich schließe und öffne meine Augen bewusst nochmal. Würde ich nicht immer noch ihre Hand halten, würde ich sie benutzen, um mir die Augen zu reiben. Da es recht ungewohnt und vermutlich auch wenig wirksam ist, nur ein einziges Auge zu reiben, lasse ich es sein. Dann starre ich nur noch.

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