Die Kaffeebadewannen

Als ich etwas ausrechnete.

Nachdem ich auf einem (Dark- , daher werde ich ihn nicht verlinken) Twitteraccount las, dass die Person ausgerechnet hatte, wie viele Badewannen Tee im Jahr sie trinken würde, will ich jetzt das gleiche für meinen Kaffeekonsum machen. Ich weiß noch nicht, wie einfach das wird.

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Die Knospenzeit

Als ein Hund bellte.

Irgendwo zwischen all den Häusern bellt ein Hund, tagein, tagaus. Ich weiß nicht, warum er sich so aufregt, was ihn bewegt, ob er eingesperrt ist oder einfach nur gerne bellt. Das Haus ist etwas leerer als sonst, die Baumkronen am Horizont haben noch keine Blätter. Die Sträucher im Garten beginnen schon, ihre Knospen zu öffnen und ich kann nicht glauben, dass schon wieder so viel Zeit vergangen ist. Vielleicht haben wir es wirklich schon über den Berg geschafft und die schlimme Zeit ist vorbei. Ich sehne mich nach guten Nachrichten. So sehr, dass ich nach jedem Strohhalm greife und Gelegenheiten schaffe, in denen ich gute Nachrichten erhalten könnte.

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Der Zukunftsangstauflauf

Als ich in der Textminie arbeitete.

Den ganzen Tag in den Textminen sitzen. Am Ende des Tages in anderen, virtuellen Minen sitzen. Dazwischen ein Kartoffelauflauf, so wie ich ihn mir in letzter Zeit öfters mache. In den Rauchpausen Zukunftsängste. Am Klo das Gefühl, dass vielleicht doch alles schneller gehen könnte. Für den Rest bin ich ein lebendiges Bündel Genervtheit, das zwischen Schreibtisch und Küche herumwandert. Nicht einmal die langersehnte Entspannung bringt mir die erhoffte Befriedigung.

Irgendwann werde ich den ganzen Tag in der Sonne sitzen und Kaffee trinken können, während die Wolken sich langsam über den Horizont schieben.

Der Ausflug

Als sich der Job wie Lernen anfühlte.

Die Sonne scheint den ganzen Tag, wir machen einen Ausflug und essen danach eine Pizza. Ich versinke in Dokumenten, scrolle mich hindurch, lese ständig die gleichen Sätze und habe das Gefühl, nicht voranzukommen. Dann entdecke ich eine lange Liste uninteressanter Tabellen, die ich überfliegen kann. Manchmal fühlt sich dieser Beruf an, als würde ich ständig für Uniprüfungen lernen, bei denen irgendwelches Wissen abgefragt wird, das vorher jemand in ein PDF gepackt hat. Ich sitze so viel in der Sonne und trinke Kaffee, es gibt kaum ein besseres Gefühl.

Die Bruchkanten

Als ich Fabriken baute.

Als ich mir ein Brot schmieren will, merke ich, dass mein Brot verschimmelt ist. Es ist die Krönung einer Reihe von Tagen, die nicht enden wollen. Ich trinke den Kaffee so gierig wie ich müde bin. In meinem Nacken hat sich die Verspannung verspannt. Ich bin der festen Überzeugung, dass sich irgendwann bald alles lösen wird, dass es sich lösen muss. Bis dahin baue ich gigantische Fabriken, bis der Horizont noch dunkler ist als meine Aussichten. Jede Bruchkante fühlt sich scharf und ungewohnt an, bis der Wind sie erodiert hat. Wir schleifen alles mit jedem Tag etwas glatter.

Die Hügellandschaft

Als ich neben einer fremden Person aufwachte.

Ich muss so früh aufstehen, die Uhrzeit kommt mir wie eine fremde Person vor, neben der ich etwas verlegen aufwache. Es ist kalt in der Sonne, das warme Frühsommerwetter der letzten Tage ist verschwunden. Ich schmiege mich in meinen Kapuzenpullover, während ich die merkwürdige Landschaft betrachte, voller Hügel, dunkler Wälder und Schlösser. Mein Kartoffelbrei wird eine Suppe, ich bin am Ende der Suppe immer noch hungrig. Es ist so wenig Zeit noch übrig von dem Tag.

Der Plastikstuhl

Als es reichte.

Ich werde zu früh wach, obwohl es der einzige Tag in der Woche gewesen wäre, an dem ich hätte ausschlafen können. Ich rücke den Plastikstuhl in die Sonne, um darauf meinen Kaffee trinken zu können. Ich verrückte den Plastikstuhl nocheinmal, um meinen Kaffee darauf trinken zu können. Am Abend mache ich mir einen Tee, die Sonne scheint nicht mehr. Ich muss ganz früh schlafen gehen, obwohl ich mich gar nicht danach fühle.