Der süße Duft der Melancholie

Du stehst an deinem Dachfenster, das du eben groß geöffnet hast und genießt den Blick auf die Welt da draussen, die so wunderbar real aussieht. Aus den Lautsprechern der virtuellen Welt schallt «The Battle Of Evermore» von Led Zeppelin, was den Surrealismus des Realismus noch einmal verstärkt. Ein süßlicher Duft steigt in deine Nase. Es riecht nach gemähtem Gras, nach Pflanzen, nach Photosynthese, nach Sommer.
Du erinnerst dich wieder einmal an deine Kindheit und an deine, wie dir scheint, verschwendete Jugend. Schwarz/Weiß-Bilder in Imbissbuden. Den Kopf auf ihre Schulter legen, gemeinsam Musik hören.

Teil einer Gruppe sein und glücklich dabei sein. Alles ist so wie es sein soll. Die Wolken ziehen von Nordosten her über E. und es sieht von deinem Blickwinkel so aus, als brächten sie die Nacht, die wunderbar süß duftet. Weiße Flecken in meinem Kopf. Erinnerungen sind doch bloss Bilder. Ich kann mich an alles erinneren, wenn ich nur will.
Als ob irgendetwas fehlen würde.

«Aber es fehlt doch was!», ruft eine leise Stimme in deinem Kopf. Was heißt das?
Man kann nicht immer und immer nur Lieder zitieren und hoffen, der Leser verstünde, was man selbst nicht kapiert. Lachen wie ein Irrer? Niemand kennt die Bilder in meinem Kopf! Hoffnung am Ende des Lichtes am Ende des Tunnels? Oh. Blub. «Destroyed, Over, Out.»

Ein Kommentar zu “Der süße Duft der Melancholie

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