Die Apathie

Als ich mich träge fühlte.

Alles ist ein klein wenig besser. Mein Poster ist von der Wand gefallen, ich hab mich noch nicht dazu aufraffen können, es wieder aufzuheben. Mir fallen drei gute Ideen auf dem Weg zur Arbeit ein, von denen zwei tatsächlich verwendbar wären. Ich weiß, dass meine Produktivität mich als Menschen nicht ausmacht, aber ich würde trotzdem gerne meine Projekte verwirklichen, statt immer nur zu träumen, ich könnte und sollte Mal. Ich wäre gerne weniger apathisch, aber ich fürchte, dass ich mir dann sehr unsympathisch wäre.

Ich drehe mich um und döse noch ein wenig weiter, bis die Welt mich weckt.

Sitting (5)

Als Estragon mir seine Sneakersammlung zeigte.

(Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4.)

Sogleich antwortete ein Hund irgendwo im Treppenhaus, der Stimme nach ein kleines, aber dafür sehr aufgeregtes Tier. Natürlich hatte mir Estragon nicht gesagt, in welchem Stockwerk er lebte, aber so wie die Verteilung der Klingeln war, wohnte er vermutlich ziemlich weit oben. Ich beschloss, dass es angenehmer sei, den Lift nach oben zu nehmen und mich nach unten an Estragons Wohnung ranzutasten als bei jedem hochgekraxeltem Stockwerk zu hoffen, endlich eine offene Tür zu sehen.

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weekend reading 24

Als wieder einmal Wochenende war.

eine Zeitung

Ich hatte diese Woche frei (na ja, zumindest bis Donnerstagnachmittag) und hab deswegen nichts geschrieben. Das heißt jedoch nicht, dass in der woxx nichts stand, was nicht spannend gewesen wäre. Kontraproduktive Reflexe geht dem Phänomen des Müll-Shamings auf den Grund. Immer wieder scheinen sich Menschen regelrecht daran zu ergötzen, dass irgendwo Müll liegen gelassen wurde. In letzter Zeit dient das dann auch dazu, sich an Klimaaktivist*innen abzuarbeiten, denn diese jungen Leute wollen ja nicht zur Schule gehen und lassen ihren Müll überall liegen!

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Nach dem Regen

Als ich beinahe gar nicht nass wurde.

Ich überlege mir, was ich anziehen soll und komme zum Schluss, dass ich einfach das anziehe, wonach mir ist. Ich bin 31 Jahre alt, warum sollte ich mich vor irgendwem rechtfertigen? Das ist seit einigen Monaten mein Motto, ich mag es sehr. Trotzdem hätte ich vielleicht doch eine Jacke anziehen sollen. Das würde die Regengüsse vielleicht nicht weniger unangenehm machen, denn immerhin trage ich nur eine Shorts, aber ich hätte das Gefühl, immerhin unzureichend statt überhaupt nicht vor Wind und Regen geschützt zu sein.

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Das schmutzige Fenster

Als ich einen Fensterplatz hatte.

Ich freue mich mich über den Fensterplatz, den ich nicht auswählen konnte, weil ich es nicht einsehe, Geld dafür auszugeben. Eigentlich sitze ich auch lieber am Gang, aber den Himmel betrachten zu können, über den Wolken, hat dann doch einen ganz bestimmten Reiz. Und dann ist das Fenster so schmutzig, dass kaum etwas zu sehen ist. Ich versuche natürlich trotzdem, die Stadt unter mir zu erkennen, als wir – viel zu schnell – aufsteigen, ebenso die Landschaft, als wir – viel zu kurz vor der Landung – die Wolkendecke durchbrechen.

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Die Kroketten

Als ich am Wegesrand saß.

Im Backofen sind die Kroketten dabei, gelbgolden zu werden. Oder welche Farbe sich das Werbetextteam auch immer für die Beschreibung des erfolgreich gegarten Endproduktes ausgedacht haben mag. Ich mag Kroketten seit ich weiß, was Kroketten sind, trotzdem esse ich selten welche, es ist eigentlich ein großes Mysterium.

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