So wütend.

Als ich über „soziale Netzwerke“ sinnierte.

Ein Bergtal mit einigen bunten Häusern und einem sehr bedrohlichen, düstern Himmel.

Mich macht alles so wütend. Dinge, die mich nicht so reizen sollten, weil es doch eh immer das gleiche ist: Menschen auf „sozialen Netzwerken“ verbreiten Quatsch, oder was ich für solchen halte und ich möchte gleich losschreien. Oder auf Google scholar drei Paper suchen, die sie widerlegen. Was soll das bringen? Ich kann ja nicht einmal Menschen von Dingen überzeugen, die mir wirklich wichtig sind.

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Die Unentspannung

Als ich über dieses Experiment nachdachte.

Eine Stahlbrücke vor leicht rosa Sonnenuntergangshimmel

Ich lag den ganzen Tag herum, weil ich dachte, ich würde davon entspannter. Nun bin ich unentspannter, weil ich den ganzen Tag herumlag. Es sind die Überreste des Freelancerlebens, die sich mit dem wunderbar entspannten Leben des Journalisten gepaart haben. Noch zwei Zeichen, dann passt dieser Text nicht mehr in einen Tweet und hat somit die absolute Berechtigung, in ein Blog geklebt zu werden.

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Die Proklamation

Als ich an einen Sommerabend dachte.

Ein Sonnenuntergang.

Kennt ihr das, wenn ihr euch Monate später noch fragt, wer an einem Abend eigentlich mit wem geflirtet hat und was da theoretisch alles hätte passieren können? Ich bin ja ein wenig besser darin geworden, zu merken, wenn Menschen mich anmachen. Und auch ein wenig besser darin, Menschen so anzumachen, dass es nicht völlig platt und auch nicht so subtil ist, dass sich irgendwann alle Beteiligten fragen, was denn da jetzt eigentlich passiert ist.

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weekend reading 8

Als ich wieder Links postete

Auf der heutigen woxx war am Cover ein Bild eines Demoschildes von der Klimawoche letzter Woche. Leider nicht, weil wir uns nochmal mit der Demo an sich befasst haben, sondern weil es in Luxemburg auf sozialen Netzwerken viel Aufregung und Diskussion um eben dieses Schild gab, denn auf dem „Fuck me, not the planet“ stand. Das eine junge Frau hielt. Wie ihr euch vorstellen könnt, reichte die Diskussion von Sorge bis hin zu „lustig“ gemeinten Vergewaltigungsaufrufen. Meine Kollegin Tessie Jakobs hat das alles aufgedröselt und erklärt, warum die ganze Diskussion großer Topfen ist: „Fick mich, nicht den Planeten“. Über das Phänomen haben wir heute auch im Podcast der woxx geredet (auf Luxemburgisch): Féck mech, net de Klima.

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Dinge, die ich gerne lernen würde

Als ich eine Liste schrieb

viele aufgeschlagene Bücher, von oben fotografiert.
  • richtig zu fotografieren, mit einer Spiegelreflex und so
  • Filme und Serien zu analysieren
  • Visualisierungen statistischer Daten zu erstellen
  • überhaupt Grafik und Layout
  • Drehbücher zu schreiben
  • vielleicht doch noch mal ein Instrument?
  • Die Sache mit CSS, aber so richtig
  • irgendeine Programmiersprache, die mir auch etwas nützt
  • doch noch eine Geisteswissenschaft (ich fand den Plan mit „Philosophy of Science“ ja super, ich hätte den vielleicht doch noch durchziehen sollen)
  • Kuchen und Torten backen
  • Brotbacken
  • Videoschnitt
  • eine Sportart, bei der nicht schon der Gedanke an sie mir jede Lust vertreibt
  • Löten
  • mir meine Zeit so einteilen, dass ich abends mehr als nur eine Liste bloggen kann und dafür nicht auch noch ewig lang brauche

Der Apfelwodka

Als ich mich beim Bloggen streamte.

Das ist alles überhaupt nicht verwirrend.
„Wer kommt überhaupt auf so eine Idee?“, fragt die Person, die ich einst Ruth nannte.
„Ich“, antworte ich, „weil es nie genug Möglichkeiten gibt, sich vor der ganzen Welt (okay, es schauen vielleicht zwei Leute zu und die Kamera-Einstellung ist sowieso nicht sehr vorteilhaft) lächerlich zu machen.“
Die Person, die ich einst Ruth nannte, schüttelt den Kopf, als sei das überhaupt nicht klar, als könne sie meine Gedanken nicht nachvollziehen, wie sie es sonst kann.

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Der Adventure-Ready Hoodie

Als ich merkwürdige Einschlafgedanken hatte.

Ein gezeichneter Pfirsich

„This Adventure-Ready Hoodie Is Made From Coffee Grounds!“ begeistert sich mein Facebook-Feed, während ich wie automatisch dadurch scrolle. Mein Daumen kann die Bewegung auch machen, ohne dass ich hinschaue, muscle memory genügt, ich bin ausnahmsweise nicht stolz darauf. Mechanisch starre ich die Anzeige an, während die Person, die ich einst Ruth nannte, mich mustert. Immer noch isst sie einen Pfirsich, obwohl überhaupt keine Saison für Pfirsiche ist. Aber in ihrer Hand wirken sie so saftig, so überaus reif und zuckrig, dass ich auch einen Bissen will, obwohl ich gar nicht so genau weiß, ob ich Pfirsichgeschmack eigentlich wirklich mag.

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Die Zufriedenheit

Als ich mich fragte, warum ich eigentlich so fröhlich war

Blick in einen Garten. AUf einer Betonplatte steht ein Teller, daneben sitzen eine Taube und ein Spatz.

Manchmal sind die Tage auch einfach gut. Ich hatte heute bei mehreren Dingen, mit denen ich mich beschäftige, das Gefühl, einen Durchblick zu haben. Und auch der Schneehagelregen, der beizeiten fiel, konnte diese Stimmung nicht trüben. Es fällt mir immer noch schwer, das zu akzeptieren.

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Der Satz

Als ich von dem einen Satz träumte

Verschwommenes Foto aus dem Zugfenster. EIne Stadt ist im Hintergrund zu erahnen, im Fordergrund ein Metalpfosten mit Eisenbahnsignal. Scharf ist aber nicht der Blick aus dem Fenster, sondern der Schmutz auf dem sehr schmutzigen Zugfenster.

Und immer noch denke ich, es könne diesen einen Satz geben, mit dem ich alle Zweifel aus der Welt räumen könnte. Als könnte ich eine Kombination von Silben und Wörtern ersinnen, die, korrekt aneinandergereiht, alles sagt, was ich ausdrücken will (minus meine Pickel, die auch mit Anhang Dreissig noch nicht verschwunden sind).

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Das Warten (2)

Als ich auf Pizza wartete

Eine Pizza im Ofen

Ich warte. Diesmal nicht, wie üblich, auf den Zug oder den Bus oder ein sonstiges Verkehrsmittel, dessen Pünktlichkeit nicht immer zufriedenstellend ist oder das durch Bauarbeiten oder sonstige Störungen ausfällt. Ich warte auf den Teigfladen, den ich aus einer Plastikverpackung gerettet, mit viel zu viel Zeug beladen und dann dem Feuertod im Ofen übergeben habe. Es ist mein Opfer an die Gött*innen, die mich im Gegenzug mit einem vollen Magen und langem Schlaf segnen sollen.

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