Zehn Jahre #unibrennt

Als ich mich an brennende Unis erinnerte.

Das vollbesetzte Audimax der Uni Wien während der Besetzung 2009. cc-by-nc Martin Juen

Vor zehn Jahren wurde das Audimax der Universität Wien besetzt. Bis kurz vor Weihnachten hielt die Besetzung, dann wurde sie geräumt. Damit war es die längste Unibesetzung Österreichs und politisierte eine Generation Studierender (und wohl auch Schüler*innen, die das irgendwie verfolgten). Viele sind wohl zumindest auf einer der großen Bildungsdemos gewesen oder haben sonst einmal im besetzten Audimax vorbeigeschaut.

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Der Flug der Elster

Als ich über Donuts nachdachte.

Ich sehe mir die Website von einem Donutladen in einer fernen Stadt an, jeder Donut sieht einfach so gut aus, auch wenn die Fotos eigentlich so realistisch sind, dass sie eigentlich schon wieder eklig wirken. Ich möchte sie alle probieren, auch wenn ich mir sicher bin, dass ich nach mindestens einem finden werde, dass sie zu süß sind. Natürlich hat mein Verlangen nach Donuts andere Gründe, ich verbinde sie mit speziellen Momenten und Menschen.

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Die Bergauffahrt

Als ich mich besser fühlte.

Ich werde gefragt, ob alles in Ordnung ist und merke, dass es mir tatsächlich wieder besser geht. Das kommt mir vor wie ein kleines Wunder – der nächste Hustenanfall tut dann sein Übriges, um mich wieder auf den Boden der Tatsachen zurückzubringen. Aber die Schwere ist von mir gefallen wie ein zu weiter Mantel, den ich später aufheben werde muss. Vielleicht geht es ja wieder bergauf, wenn ich weiterhin brav meinen Tee trinke viel zu viel Honig darin versenke. Ich wünsche es mir, ich wünsche es uns allen, ich halte mich selbst kaum noch aus, wenn ich so leidend bin, außerdem sammeln sich in kürzester Zeit die Teetassen auf meinem viel zu kleinen Schreibtisch und ich weiß nicht, was ich mit ihnen anfangen soll.

weekend reading 36

Als endlich mal wieder ein Link-Freitag war.

Lange keine Links gehabt, weil ich ja unterwegs war und keine Zeit hatte, welche zu sammeln. Wer also dachte, es hätten sich tausende spannende Links angesammelt, wird enttäuscht werden. Ich werde jetzt vor allem meien Tabs durchgehen und euch hinschmeissen, was ich da finde. Ich habe zum Beispiel vor zwei Wochen unter dem Titel Der Heiland ist zurück über die Wahlen in Österreich geschrieben, was vermutlich immer noch halbwegs lesenswert ist.

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18 Jahre bloggen

Als mein Blog Geburtstag hatte.

Dieses Blog besteht nun seit 18 Jahren. Volljährig also, wenn eins so will. Ich fand es ja schon schwer nachzuvollziehen, als es zehn Jahre waren – und jetzt sind es schon beinahe doppelt so viele Jahre. Die letzten Jahre waren relativ ruhig, aus diversen Gründen, allen voran die Schreibmüdigkeit, die sich irgendwann einstellt, wenn eins gegen Bezahlung auf Tastaturen einhackt.

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Die Initialenvergessenheit

Als ich über das Kribbeln meiner Handflächen nachdachte.

Wir reden über Verliebtsein, und es wird Erstaunen geäußert über die niedrige Zahl, die ich nenne. Ich weiß nicht, ob ich recht habe, es fühlt sich so an. Als Chronist meiner eigenen Befindlichkeiten vermute ich, dass ich wohl nicht so falsch liegen kann, aber ich kann mich auch nicht so ganz erinnern, ich kann die kribbelnden Handflächen ja nicht einmal heute von dem bösen, großen D-Wort unterscheiden, wie sollte ich das damals? Wie soll ich das rückblickend noch können?

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Der Nichtvorsatz

Als ich mir nichts vornahm.

„Und, hast du dir etwas für das neue Lebensjahr vorgenommen?“, fragt mich die Person, die wir einst Ruth nannten. Ich liege immer noch mit meinem Kopf in ihrem Schoß, sie streichelt immer noch über mein Gesicht, wir sind immer noch nicht verschmolzen, obwohl ich das bereits längere Zeit vorausgesagt habe. Meine Augen sind geschlossen. So muss ich nicht sehen, in welchem Raum wir uns befinden, welches Obst die Person wieder isst oder welche physikalischen Gesetze diesmal nicht so funktionieren, wie sie sollen.

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Der Geburtstag

Als ich älter wurde.

Ich stehe um Mitternacht im Garten, im Vollmondschein. Der Himmel ist beinahe komplett wolkenlos, die Bäume um mich herum sehen wunderschön aus. Ich genieße es, für wenige Minuten einfach nur da zu stehen und nichts zu tun.

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Die arbiträre Zeitspanne

Als ich die Welt für einen kleinen Moment in Ordnung fand.

Mein Kopf liegt immer noch im Schoß der Person, die wir einst Ruth nannten. Ich weiß nicht, was das heißt, was es ausdrücken soll, wieso sie mir über das Gesicht streichelt, langsam, beruhigend. Ich muss an meinen Bart denken. Den Teil, den ich wachsen lassen will und der Teil, der seit über eine Woche wächst, weil ich ihn nicht rasiert habe. Was ich aber fest vorhatte.

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