Der Sommer der Augenringe

Dieser Text ist zuerst am 25. Juli 2014 im Rahmen des Projektes #sommerworte 2014 auf Neon|Wilderness erschienen. Er erscheint hier der Vollständigkeit halber und weil wir gerade eh beim Thema “Rückblick” waren. Einen Tippfehler habe ich entdeckt und einen Link (Hypertext! Intertextualität! Postmoderne!) gesetzt. Danke an Dominik für’s Motivieren und Veröffentlichen!

Sommer der Augenringe

Ich wollte über den Sommer schreiben, aber ich hatte nur giftige, eifersüchtige Worte über den Urlaub der Anderen, über ihre Beziehungen, über ihre Urlaubsziele, über meine eigenen überzogenen Wünsche und Ziele. Ich mache Urlaub mit dem Finger auf der Landkarte, ein wenig auch in Büchern. Für alles andere bin ich eh viel zu müde.

Ich schlafe einfach nicht lange genug. Meine Augenringe werden täglich breiter und ich erzähle allen Menschen davon, wie müde ich bin. Sie geben mir Tipps oder dichten mir Stoffwechselkrankheiten an. Ich kann mir darüber keine Gedanken machen. Es ist viel zu anstrengend, sich Gedanken über Stoffwechselkrankheiten zu machen, wenn du eine gigantische Müdigkeit mit dir herumträgst. „Der Sommer, in dem ich ständig müde war“ ist aber eine gute Überschrift für meine spätere Autobiografie. Immerhin.

Ich möchte wieder in der Nacht wach sein und mit dem Mond und den Sternen reden. Es gab eine Zeit, da waren sie meine einzigen Freunde. Wenn ich nicht so eine schreckliche Höhenangst hätte, würde ich mich gerne auf das moosbewachsene Schieferdach, unter dem ich zu wenig schlafe, setzen und mich die ganze Nacht lang mit dem Mond unterhalten. Er würde nicht antworten, denn natürliche Satelliten antworten nur in den seltensten Fällen. Sternschnuppen haben mir auch noch nie einen Wunsch erfüllt. Aber wenn ich an Rosetta, die Sonde, die zehn Jahre lang zu einem Kometen geflogen ist, denke, kommen mir die Tränen. Als ich mir die Social Media-Kampagne dazu angesehen habe, musste ich weinen. Sonst passiert mir das nur bei den Reden fiktiver amerikanischer Präsidenten.

Und so trage ich meine Augenringe durch die Weltgeschichte und suche Poesie an Orten, an denen ich sie nicht zu finden werde. Mein halbes Leben lang hat mich der Gedanke, endlich weg von diesem Flecken Erde zu können, angetrieben und dennoch kehre ich zwei Mal im Jahr zurück, wie so ein Lachs. Und dann denke ich wieder an meine eigenen Worte: Langweilig kann es überall auf der Erde sein.

Ich stelle mir vor, dass ich mir für eine Woche ein kleines Haus am Meer miete. Natürlich mit dem Hintergedanken, ein großes literarisches Werk zu schaffen. Ohne Ablenkung durch das Internet, nur das Meer und die eigenen Gedanken. Am ersten Tag wäre ich natürlich total erschöpft von der Reise und würde nach einem kleinen Spaziergang am Strand (das Haus würde natürlich direkt am Meer liegen) und einer halben Flasche Wein einschlafen. Mit meinen aktuellen Schlafgewohnheiten würde ich um 5:30 aufwachen und würde langsam frühstücken, um dann „irgendwann“ mit dem Schreiben anzufangen. Das „irgendwann“ wäre wahrscheinlich am Abend, dann käme aber gleich wieder die Müdigkeit, so nach drei Absätzen. Das würde so weitergehen, vielleicht würde ich am vorletzten Tag ein wenig mehr schreiben, um das Packen zu prokrastinieren. Das klingt so sehr nach mir und ich würde es schon alleine deswegen gerne machen, so als private selbsterfüllende Prophezeiung.

Ich erinnere mich an den Sommer vor drei Jahren, als die Hitze unerträglich war und ich ein Foto meiner Balkontür machte:

Der Sommer ist da draußen. Du musst nur vor die Tür treten, dich auf den Balkon und ihm stellen. Das trübe Dunkel des Zimmers ist nur eine Illusion, denn es ist taghell und die flirrende Hitze will, dass du dich ihr stellst. Dies ist der Sommer deines Lebens, gesponsert vom Brausehersteller deines Vertrauens. „Mach was aus deinem Sommer“, sagt die Brausewerbung. Ich müsste nur rausgehen und etwas machen und natürlich so viele Fotos wie nur möglich davon machen, damit auch alle sehen, wie unglaublich toll mein Sommer war.

Ich schalte den Ventilator ein und stelle mir vor, es wäre heiß.

Zweitausendvierzehn

Fotos aus dem Jahr 2014: Der Himmel ueber Wien, Blick aus dem Buero-Fenster, Blätter am Avocadobaum, Himmel, Moos, progress-Fahnen

Zweitausendvierzehn, du hast ja eigentlich ganz gut begonnen. Mit Wunderkerzen und dem guten Vorsatz, dass Dinge endlich erledigt und abgeschlossen werden würden. Mit großen Hoffnungen für das Magazinprojekt und noch größeren Ambitionen für das eigene Schreiben. Ich weiß schon fast nicht mehr, was ich in den ersten Monaten so getan habe. Ich hatte immer noch drei von diesen vier letzten Prüfungen vor mir und kämpfte gegen sie, als wären sie die Endgegner*innen bei Pokémon. Auf Rückschlag folgte Erfolg und auf Erfolg folgte Rückschlag. Im Januar benutzte ich zum ersten Mal mein flattr-Geld für etwas anderes als “andere flattrn”: Ich bestellte mir eine Pizza. Am Ende des Monats ärgerte ich mich über die Ereignisse rund um die Demonstrationen gegen den rechtsextremen Akademikerball (an denen ich selbst teilgenommen habe) und sah mir weiterhin “Star Trek – The next Generation” an, jeden Abend einige Folgen. Absurde Episoden und die beruhigende Stimme Jean-Luc Picards lassen mich gut schlafen. Weiterlesen

Bücher 2014

buecher2011

Ich habe 2014 enorm viel gelesen, was sicherlich zu einem großen Teil dem eReader (ein PocketBook) zu verdanken ist. Die Möglichkeit, jedes Buch innerhalb von wenigen Minuten lesen zu können, ist großartig und sorgt bei mir dafür, dass viele Lesewünsche nicht erst auf die “das sollte ich mal lesen”-Liste landen, sondern dass ich sie tatsächlich lese. Außerdem ist es wirklich befreiend, auf Reisen nicht mehr viele Bücher mitschleppen und/oder sich die Seiten rationieren zu müssen. Ein interessanter Nebeneffekt: Ich lese nun auch Werke wie Fanfictions oder Rollenspielregelwerke, die ich am Monitor bisher immer zu mühsam fand. Und ärgere mich darüber, dass der Großteil meiner Unilektüre nur eingescannt oder in mehrspaltigen PDFs zur Verfügung steht und ich sie ausdrucken muss, wenn ich zum Lesen nicht vor dem PC, sondern in der Sonne vor dem selbstverwalteten Studicafé Tüwi (das habe ich einmal gemacht, im Oktober, als die Temperaturen das noch zuließen. Da habe ich tatsächlich den eReader benutzt) sitzen will.

Ich habe laut goodreads 8909 Seiten gelesen, der bisherige Rekord war 2012 mit 6605 Seiten. Da ich die vielen Fanfictions und wissenschaftlichen Papers nicht auf goodreads eingebe(n kann), ist die reale Zahl wohl noch höher, vielleicht waren es tatsächlich 10.000 Seiten. Meine goodreads-Challenge mit 20 Büchern habe ich so gerade geschafft, wobei ich mit meinem Leseverhalten insgesamt sehr zufrieden bin. Was habe ich denn so gelesen? Weiterlesen

±∞ Oder: Thé à la Menthe

Thè á la menthe
Die Unendlichkeit der Möglichkeiten glitzerten mir an einem Donnerstagabend freudig entgegen. In einem Thè á la menthe. Das ist eine Überraschung, das ist merkwürdig, das ist nicht so, wie ich es gewohnt bin, dass die Unendlich sich mit präsentiert. Normalerweise kommt sie angeschlichen in kleinen Gedanken, die wie .zip-Dateien viel mehr Innenleben haben, als von außen zu vermuten wäre: Ich denke kurz an eine banale Kindheitserinnerung und sehe mich sogleich in einem goldglänzenden Wald an einem Sommerabend an einer Weggabelung und weiß, dass ich nur einen Weg gehen kann und alle anderen Möglichkeiten mir auf immer verwehrt bleiben werden. Die Unendlichkeit kommt auch manchmal – in letzter Zeit immer öfters – in großen Zahlen, in Bildern von Sternenhaufen und als umgedrehte Acht, als lächerliches Symbol für für das Unbegreifbare – als wäre ein ewiges Formel Eins-Rennen mit einem ewigen Flug durch das kalte und lebensfeindliche Vakuum, das wir Zuhause nennen, zu vergleichen –, daher. Sie kam in nicht endend wollenden Schachtelsätzen, die ich meinen Mund kurz vor dem Verlassen mit der Zunge gerade drehen musste, um nicht selbst den Faden zu verlieren, aber niemals glitzerte sie in Minztee. Bisher.


[Der erste Satz ist mir beim Teetrinken eingefallen, ich habe ihn dann für das Instagramfoto verwendet und mir gedacht, er könnte ja ganz gut in mein aktuelles NaNoWriMo-Projekt reinpassen. Jetzt wollte ich einfach nur diesen Satz posten und dann ist das hier passiert. Na gut, ich bin eh hintendran und kann jedes Wort gebrauchen.]

Fünf Jahre brennende Unis

Das vollbesetzte Audimax der Uni Wien während der Besetzung 2009. cc-by-nc Martin Juen

Zur Feier des Tages möchte ich einen gigantischen Käseblock mit einem Flammenwerfer schmelzen. Heute vor fünf Jahren wurde das Audimax der Uni Wien besetzt, damit bekam die längste Besetzung eines Hörsaals in der Geschichte Österreichs und die Protestbewegung, die zwei Tage zuvor mit einer Besetzung in der Akademie der Bildenden Künste begonnen hatte, ihr Epizentrum, Hauptquartier und Symbol: “Audimaxismus” wurde 2009 zum österreichischen Wort des Jahres.

Vor fünf Jahren hatte ich gerade mein Studium begonnen, kannte keinen Menschen an der Uni Wien und traute mich erst mal nicht ins besetzte Audixmax. Nach dem Wochenende, das ich nochmal in Luxemburg verbrachte, kamen Menschen der “Arbeitsgruppe BOKU” in den Kino, der für uns Erstsemestrigen als Hörsaal fungierte und verteilten Flyer. Die Person, die mir einen Flyer in die Hand drückte, war sehr begeistert, als ich fragte, wie ich mitmachen könnte. Und so fing es an: Ich ging am gleichen Nachmittag zum ersten Plenum, teilte daraufhin Flyer aus, half mit, eine Hörer_innenversammlung (theoretisch eine Versammlung aller Studierenden einer Uni) zu organisieren. Weiterlesen

One lovely blog award

One lovely blog award
Juhu! katka hat mich für den One lovely blog award nominiert. Mich freut es ja schon, dass es wieder Stöckchen gibt, die durch viele viele Blogs gereicht werden. Ich mag das, es erinnert mich an die Zeit, als ich noch dachte, Blogs würden die Welt retten. Ich weiß zwar nicht, wie Stöckchen in diese Weltrettungssache reinspielten, aber das sind Details.

Statt einer wirren Rede vor einem uninteressierten Publikum müssen die Preisträger_innen des One lovely blog awards Regeln befolgen. Na gut:

1. Verlinke die Person, die Dich nominiert hat
2. Blogge die Regeln und zeige den Award
3. Veröffentliche 7 Fakten über Dich
4. Nominiere 7 Blogger_innen und teile ihnen die Nominierung mit

Fakt 1: Ich habe schon Bäume gefällt und kann mit Motorsägen umgehen. Nicht sonderlich gut, aber etwas, was viele nicht vermuten würden.
Fakt 2: Ich habe diesen Sommer aus Versehen mit dem Rauchen aufgehört und kann das immer noch nicht so ganz fassen.
Fakt 3: Mein Vorname ist nicht “luxemburgisch” oder französisch, sondern hebräisch.
Fakt 4: Ich weiß nicht mehr, ob mir das Trema auf dem e in Joël wichtig ist oder nicht. Es nervt irgendwie, wenn die Leute dafür entschuldigen, das Symbol nicht auf der Tastatur zu finden (copy-paste ginge ja auch?), aber grundsätzlich ist es mir nicht so wichtig. Hier ist erklärt, wie das mit dem ë geht.
Fakt 5: Als Kind war eins meiner Hobbies, Fluggesellschaften anzuschreiben und sie um Werbematerial zu bitten. Das hat erstaunlich gut funktioniert.
Fakt 6: Als Kind wollte ich zuerst Schriftsteller, dann Radiomoderator werden. Jetzt bin ich beides (zumindest ein wenig) und muss mir neue Herausforderungen suchen. Vielleicht Bergsteigen.
Fakt 7: Die Berge mögen mich nicht und ich mag die Berge nicht und das wird sicher auf lange Zeit so bleiben. Einmal setzte ich meinen Fuß auf nackten Fels und in dem Moment fing es an zu hageln.

Ich nominiere: Ninette, Lee, Mirka, Thierry, ben, Florence und Max. Die muss ich jetzt damit nerven, dass sie mitmachen sollen, ja? Und ich krieg 10% ihrer flattr-Einnahmen, ja? Irgendwie riecht das hier nach Pyramidenspiel …

13 Jahre Bloggen

dreizehnjahrebloggen

Schon ein lustiger Zufall. Gerade heute startete die Produktion der Oktoberausgabe des progress‘, dem Printmagazin, für das ich seit über einem Jahr Chefredakteur spiele. Ich hätte mir, als ich vor 13 Jahren ein Blog mit der Mission, „es allen zu zeigen“, begann, nie gedacht, dass ich mal ein dann doch nicht so kleines Magazin als Chefredakteur betreute. Gerade ein Printmagazin! Natürlich kann ich mich jetzt jedes Jahr fragen, ob ich den Menschen, die ich damals meinte, es gezeigt habe. Aber das ist das schöne am Altern: Motivationen ändern sich und die Anerkennung von Menschen, die dich (und du sie) mit 14 schon kacke fanden, nicht mehr erstrebenswert ist Ich weiß auch nicht, ob diese Menschen irgendetwas von dem, was ich so mache und denke, je beeindrucken wird. Es ist mir egal geworden und ich so genau weiß ich nicht mehr, wen ich damals alles gemeint habe. Das Mission Statement dieses Blogs hat sich sowieso immer wieder verändert. Weiterlesen

Ann Leckie – Ancillary Justice

Leckie_AncillaryJustice_TP-692x1024Ann Leckie hat mit “Ancillary Justice” mehere Sci-Fi Buchpreise gewonnen, unter anderem den Sci-Fi Buchpreis, den Hugo Award. Ich habe davon nichts mitbekommen, bis femgeeks darüber bloggte. Ich brauchte nach der “A Song of Fire and Ice”-Serie und ein paar Lovecraft-Kurzgeschichten (ich werde versuchen, darüber zu bloggen, um meinem Vorsatz vom Jänner treu zu bleiben), mit denen ich mich den Sommer über unterhalten habe, sowieso wieder Lesestoff. Bei kobo kostete das eBook 6,50 Euro. Das ist ein fairer Preis, auch wenn eins vor dem Lesen das DRM wegtun muss, weil das sonst ja nur in die Quere kommen würde. Schöne neue Welt des digitalen Lesens: Ich sehe irgendwo ein Buch, das ich haben will, kann es sofort kaufen und auf meinen eReader schubsen, ohne auf ein Paket warten oder mir ein schlechtes Gewissen über alle Menschen, die das Buch vor mir in der Hand hielten, machen zu müssen.

Ancillary Justice spielt irgendwann in einer sehr fernen Zukunft. Die Menschheit hat viele Systeme kolonisiert, an die Erde kann sich keine_r mehr erinnern. Das Radch-Imperium hat tausende Jahre damit verbracht, andere Planeten zu annektieren, um diesen die “Zivilisation” zu bringen. Die Protagonistin ist für einige dieser Annektionen mitverantwortlich, sie ist nämlich ein Schlachtschiff der Radch. Oder besser gesagt: die AI eines Schlachtschiffes, die neben ihrem Raumschiff-Körper auch noch viele Ancillaries, mit kybernetischen Implantaten aufgerüstete menschlische Körper steuert, die teilweise die Besatzung des Schiffes stellen. Der Roman ist aus ihrer Perspektive geschrieben, was sie gleichzeitig zu einer nahezu allwissenden Erzählerin und meheren “einzelnen” Figuren macht. (Kleinere Spoiler nach dem Klick.) Weiterlesen

they say to be for sure

dye dye my darlingÜber die 1990er MTV-Animationsserie Daria habe ich hier schon geschrieben und die Serie in höchsten Tönen gelobt. Gerade sehe ich mir die Serie mal wieder an, weil Sommer für mich immer auch Melancholie bedeutet und Nostalgie nach einer Jugend in den 90ern, die ich nie hatte. Gestern kam ich dann zu der letzten Episode der vierten Staffel (Dye! Dye! My Darling). Ich will nicht zu viel spoilern, aber: Daria und ihre beste Freundin haben einen schlimmen Konflikt, der auch am Ende der Folge (und der Staffel) nicht aufgelöst wird.

Das sind die Momente, in denen ich mich wirklich über die Gnade der späten Geburt freue. Die Fans mussten 2000 nämlich fast einen Monat warten, bis sie im Sommerspecial Is It Fall Yet? eine Auflösung der Situation präsentiert bekamen. Ich kann einfach weiter schauen und weiß, wie es ausgeht, dennoch nahm mich die Szene wieder einmal sehr mit, gerade weil der Schluss passend musikalisch unterlegt ist. Die meisten Folgen der DVD-Version sind mit billiger Stock-Musik unterlegt und im Outro ist eine Reprise des Intros zu hören. Bei Dye! Dye! My Darling hat eins sich für einen unbekannten Song entschieden, der ein kleines Mysterium darstellte, da nirgendwo der Name oder die Lyrics zu finden sind. Ich war schon dabei, die ersten Zeilen für diesen Eintrag zu schreiben, da fiel mit ein, dass es ja Dinge wie Shazam gibt und probierte kurz aus, ob es den Titel kennen würde. Weiterlesen

Die Geschichte mit der Tracht

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Gestern geisterte auf twitter das Stichwort “Dirndl” durch die Timeline. Ich habe die Aufregung nicht gleich verstanden, aber soviel ist nachzulesen: die deutsche Verkehrsstaatssekretärin Dorothee Bär (CSU) trug im Parlament ein Dirndl, was grüne Politiker_innen zu Kommentaren zur Tracht verleitete (Nachzulesen hier oder hier). Von Österreich heraus betrachtet ist das eine ziemlich lustige Geschichte, denn hier stört sich keine_r an Trachten im Nationalrat. Es sei denn, sie werden von türkischstämmigen Grünen-Politikerinnen getragen. Ich musste an eine Geschichte denken, die ich damals nicht erzählt habe, obwohl sie mit einigem Leidensdruck verbunden war. Ich habe mich nämlich auch einmal zur Tracht geäußert und gefühlt alle Konservativen meiner Uni verärgert … Weiterlesen