Die Ankündigung

Als ich herumsaß.

Der Sommer bricht langsam weg. Und ich stehe daneben und schaue zu, ohne eine Handhabe. Vielleicht schaffe ich es diesmal, doch noch ein Buch zu lesen, vielleicht wird auch wieder ein längerer Text fertig, vielleicht verbringe ich einen halben Tag im Bett und fühle mich nicht schlecht. Mir graut es vor kurzen Tagen, vor der Kälte, dem langem Atem, den ich brauchen werde, um das alles durchzustehen.

Ich muss an den Quittenbaum und Einmachgläser denken.

Die Perspektive

Als ich über mein Alter nachdachte.

Ich fühle mich kurz wieder wie 16, als wir darüber reden, wie gut es ist, nicht mehr 16 zu sein. Alter ist nichts schlimmes, es sind die vielen coolen jungen Menschen, die mich fertig machen. Ich wurde ruhiger, obwohl ich innerlich immer noch brodele, ich habe Perspektive gewonnen, ohne den Blick zu verlieren.

Zumindest heute, in diesem Sommer, der so magisch wirkt, fühlt es sich so an.

Der rote Tee

Als ich an den Balkon dachte.

komischer rot-cyan-3D-Effekt auf einem Foto von einer Tasse mit rotem Tee. Es steht auf Holzlatten, auf denen auch gelbe Birkenblätter liegen. In der Tasse ist ein Löffel.

Ich werde daran erinnert, dass vor vier Jahren der Monat war, während dem ich einen Monat lang bloggte. Einfach nur, weil ich mir es vorgenommen hatte und es konnte. Ich finde meine Texte von damals natürlich besser als die kargen Skizzen, die ich heute auf dem Klo in mein Handy tippe, aber ich finde ja immer alle Texte, die älter als einen Monat sind, besser als das, was ich gerade produziere.

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Unter dem Wellblechdach

Als ich mich entspannte.

Ich wünschte, es würde sich immer alles so anfühlen. Den halben Tag regnet es, in der anderen Hälfte ist es einfach nass. Ich sitze: Am Küchentisch, am Sofa, unter dem Wellblechdach, vor meinem Computer. Menschen kommen und gehen, ich quatsche, erfinde neue Spielshows oder spinne Ideen weiter. Es scheint sich wirklich etwas geändert zu haben, wie ich bereits vermutete. Oder es ist einfach nur Sommer, ich hatte vier Tage hintereinander frei und fange an, so etwas wie entspannt zu sein. Ich sollte es genießen, so lange es hält.

Das Umtopfen

Als ich einen ruhigen Tag verbrachte.

Ein Tag zum Ausruhen. Es wirkt schon beinahe ungewohnt ruhig nach der letzten Woche, die so voll mit Menschen war, dass ich mir fast schon zu faul vorkomme. Ich topfe die Pflanzen um, ich fahre einkaufen, ich schaue Serien, während es draußen unablässig regnet. Mir kommen sechs neue Ideen, von denen ich höchstens eine umsetzen werde.

weekend reading 29

Als ich mich fragte, ob heute tatsächlich … Freitag ist?

Ich hab diese Woche endlich einmal wieder einen längeren Artikel für die woxx geschrieben, nämlich über den IPCC-Bericht über Landnutzung und Klimawandel. Ich hab das Die Kühe, der Wald und das Klima
 genannt, was das Problem ein wenig zusammenfasst. Wobei das ohnehin schwierig ist, so viele Daten und Aussagen zusammenzufassen und dann auch noch zu analysieren, was das jetzt für Luxemburg heißen könnte. Ich glaube aber, dass mir das trotzdem ganz okay gelungen ist.

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Der Sommertag

Als ich einen freien Tag hatte.

Die Schmerzen sind vorhanden, aber nicht sehr schlimm. Ich verbringe den halben Tag am Küchentisch und genieße es. Der Tag vergeht ohne Druck, ohne das Gefühl, dringend noch etwas erledigen zu müssen. Mein Hinterkopf wirkt aufräumt, wenn auch nur für einen langen Vormittag.

Die Entfernung

Als ich tapfer war.

Es passiert alles viel schneller als ich dachte, ich merke es nicht einmal. Das ist eigentlich kein gutes Zeichen, da könnte ja eigentlich jede*r kommen und so etwas machen. Und auch die Schmerzen sind erträglich, zumindest im Nachhinein. Ich kann die große kulturelle Erfahrung nicht ganz teilen, aber auch nicht komplett ablehnen. Alles wird schon werden, irgendwie.

Die Leerstelle

Als ich mich nicht genau erinnern konnte.

Die Welt fühlt sich an, als hätte sich etwas geändert. Nicht abrupt, denn in den wenigsten Situationen gibt es abrupte Änderungen. Kleine Schritte. Kleinste Schritte. Aber es ist definitiv etwas anders, und es ist nicht nur der Sommer oder das Wetter oder die bunten Wimpel über mir.

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