Der wasserdichte Bluetoothspeaker

Als ich duschte.

Ich dusche, so wie Menschen es tun, wenn sie Körperhygiene betreiben wollen. Dabei höre ich einen Podcast über meinen wasserdichten Bluetoothspeaker, was genauso absurd ist wie es klingt. Irgendwann driften meine Gedanken ab. Sie wandern in ein Gebiet, in dem ich lange nicht war, vor allem nicht unter der Dusche. Ich merke es nicht einmal, bis es passiert und ich wieder ein Zwiegespräch führe.

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19 Jahre Bloggen

Als mein Blog Geburtstag hatte.

Foto: Bundesarchiv, Bild 102-00960A / CC-BY-SA 3.0

19 Jahre gibt es dieses Blog schon. Ich weiß noch, wie weird es war, als ich das zehnjährige Jubiläum feierte, und jetzt sind es schon fast doppelt so viele Jahre. Ich spare mir den großen Rückblick mit ausgewählten Artikeln und Überblick über die verschiedenen Layouts, die dieses Blog mal hatte, für nächstes Jahr auf – einerseits habe ich heute den ganzen Tag prokrastiniert, andererseits fühlt sich 20 Jahre einfach passender an. Vielleicht schaffe ich es bis dahin ja, endlich einmal ein neues Theme zu basteln. Trotzdem ein paar Gedanken.

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Die Nacht

Als es die Nacht war.

Es ist diese eine Nacht im Jahr, die nur für mich mit Bedeutung aufgeladen ist. Ein weiteres Rund um unser Zentralgestirn herum ist beinahe beendet. Ich möchte dramatische Musik aufdrehen und über und über mit Symbolen bemalt in den Garten treten, eine Fackel in der Hand und ein mystisches Ritual durchführen. Krähen und Elstern sammeln sich im Garten und nicken mir wissend zu. Die Nacht, sie gehört mir, ich ertrage ihre Schwere ohne zu leiden.

In Wirklichkeit werde ich nur in den Garten gehen und rauchen und bedeutungsschwanger in den Himmel schauen und Schwärze sehen und warten, bis sie zurückstarrt. Früher habe ich oft Dinge an diesem Tag gesehen, die wie ein Zeichen wirkten. Einmal bin ich morgens zur Schule und ein Regenbogen war zu sehen, als ob die meteorologischen Bedingungen sich um mich kümmern würden.

Vielleicht wird die Person, die wir einst Ruth nannten, auftauchen. Unvermittelt, ohne ein Geräusch zu machen, vor mir stehen und grinsend mit dem Kopf nicken, woraufhin ich sprachlos bin und auch einfach nur nicke. Ich ziehe meine Kapuze tiefer ins Gesicht und falle der Person, die wir einst Ruth nannten, um den Hals. Wir drücken uns so fest wie es Menschen sonst nur in Filmen tun.

Es ist diese eine Nacht im Jahr, über dem schwarzen Rauch der Fackel kreist einsam eine Elster.

Das All-you-can-eat-Buffet

Als ich einen Stich versetzt bekam.

Ungeahnt kommt ein Gefühl auf. Ich habe etwas gelesen, das mich erinnert hat, obwohl ich gar nicht weiß, ob ich mich nicht vielleicht irre, ob es überhaupt eine Bedeutung hat. Ein fieser, grüner giftiger Stich zwischen meine weichen Rippen. Ich versuche nicht an die Stadt und den Balkon und die Oktoberverzweiflung zu denken, sondern an luxemburgische Landstraßen. Nie werde ich verstehen, wie weit der Himmel über den Kuhweiden sein kann, wie gigantisch der Horizont über dem Asphalt zwischen den Dörfern.

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Der Wahlabend

Als ich gen Osten schaute.

Ich schaue Wahlergebnisse, als würden sie mich betreffen. Bestechend finde ich die Berichterstattung, die so nett halbprofessionell von beinahe leerer Parteizentrale zur nächsten beinahe leerer Parteizentrale hin- und herwechselt und Leute befragt, die noch so halb im Wahlkampfmodus sind oder halt noch nichts zu sagen haben, weil die Ergebnisse noch nicht da sind. Ich liebe es, weil der Pathos sich mit der pandemiebedingten Leere überhaupt nicht verträgt.

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weekend reading 79

Als ich müde Links postete.

Heute war ein sehr schläfriger Tag für mich, trotzdem habe ich natürlich Links zusammengestellt. Zum Glück sammele ich unter der Woche recht fleißig, so das es nicht mehr allzu viel Arbeit ist. Ich habe diese Woche über das wachsende Plastikproblem der EU geschrieben, und nochmal über Äpfel, Birnen und Bananen. Außerdem hat mich die Debatte über 5G im luxemburgischen Parlament ziemlich aufgeregt.

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