Das Mock Chicken

Als ich diese Band hörte.

Ich kann immer noch die Mock Chicken-Streifen schmecken, die ich zum Abendessen hatte. Natürlich habe ich nach ein paar Stunden nicht mehr den Geschmack im Mund, aber die Erinnerung ist auf meiner Zunge immer noch lebendig. Knusprig angebratenes Umami, ein wenig zu salzig, vielleicht wegen dem Gomashio. Wie merkwürdig sich Geschmäcker ins Hirn brennen kann und wie seltsam es ist, dass ich nur wenige Stunde nach dem Essen schon wieder davon schwärmen kann, auf eine Art und Weise, die sehr körperlich ist.

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Die Dünnhäutigkeit

Als ich über Verwundungen nachdachte.

Zwischen dem Kaffee und der Arbeitswiederaufnahme kommt ein Thema auf, mit dem ich nicht gerechnet hätte, das unerwartet die ganzen Balkonsehnsüchte aufreißt wie eine noch nicht verheilte Wunde. Ich muss gleich auf meine Hand schauen, in die ich mich gestochen habe, als ich den Pizzakarton verkleinern wollte, wie der unglaublich große Vollkoffer, der ich manchmal sein kann. Es ist nichts mehr zu sehen, nur noch eine Rötung und ein Hautfetzchen, das ich abziehe und esse, weil mir mein Instinkt das so gebietet.

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Die Produktivität (2)

Als ich mir einen Salat machte.

Ich erledige Aufgaben, eine nach der anderen. Verwirrend, wie produktiv ich sein kann, wenn ich mich nicht gerade auf Facebook mit Menschen streite. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich eine Liste habe, die ich abarbeiten kann, von der ich weiß, dass sie erledigt gehört und die mir leicht fällt. Ich mache mir einen Salat, weil es geht und weil im Garten welcher wächst; es ist einfach und und funktioniert und schmeckt mir sogar. Auch darüber bin ich leicht verwirrt, denn sonst musste ich mich zwingen oder jemand andere*r musste den Salat machen, weil ich von selbst nie auf so eine Idee gekommen wäre.

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Die Feldkräuter

Als ich eine Wiese betrachtete

Nach einem Schlenker durch den Hauswald steige ich den Hügel herauf. Der Weg ist beschwerlich, sehr steil Trotz des bedeckten Himmels und dem Blätterdach über mir ist es heiß, ich sehne mich bereits jetzt nach einem Schluck Wasser. Ich verspreche mir selbst einen, sobald ich oben angekommen bin. Wenn ich diesen Pfad hinabsteige wirkt er viel kürzer. Ich muss an die 20 Kilometer denken, an den Aufstieg nach meiner Rast in dem kleinen Bergarbeiter*innendorf. Es fühlt sich ähnlich an, nur dass ich keine 15 Kilometer in den Beinen habe. Irgendwann bin ich angekommen, das Wäldchen lichtet sich, ich sehe einen großen Stein und stehe dann inmitten einer großen Wiese.

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weekend reading 65

Als ich nach einem harten Tag Links postete.

Ich mag jetzt nicht in die Details gehen, aber irgendwie war heute so ein Tag, der nicht mit einer Pizza endete, sondern damit, dass ich mir bei dem Versuch, die Pizzaschachtel klein zu falten, ein Messer in die Hand stach. Es ist alles in Ordnung, aber ja, ich bin sehr froh, dass die Woche und der Tag vorbei sind. Gefühlt habe ich ewig viele Texte geschrieben, zum Beispiel das Edito darüber, dass es nicht genügend gute Daten zur Covid-19-Pandemie gibt. Oder diese Rezension von „Daria“ und „I am not okay with this“. Und diesen Text über eine Umfrage zu Ökothemen in Luxemburg. Und diesen Text über das Verhältnis zwischen Print und Online bei der woxx.

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Das Blätterrauschen

Als ich erschöpft war.

Am Ende des Tages bin ich so müde, so erschöpft, dass mir nicht einmal mehr einfällt, was ich eigentlich dringend noch tun wollte. Ich habe das Gefühl, eine Million Texte verfasst zu haben und weiß nicht, ob ich überhaupt einen davon mag. Mein Kopf ist manchmal ganz weit weg, irgendwo zwischen den Blättern im Wald, oder im Wind, der über die Felder und Wiesen weht, wenn ich meinen Weg dort entlang gehe. Ich möchte wieder gehen, aber irgendetwas kommt mir ständig dazwischen.

Ich träume davon, den Schlaf der Gerechten zu schlafen.

Die Knotenlösung

Als der Druck auf die Tube sich erhöhte.

Es ist so viel zu tun, und ich halse mir immer mehr auf. Natürlich komme ich trotzdem nicht in die Gänge. Vermutlich fehlt mir einfach ein Kaffee, den ich mir aus irgendeinem selbstgeißlerischen Grund auch nicht hole. Stattdessen mache ich jede Stunde eine Pause, die unproduktiv ist. Vielleicht sollte ich in so einem Moment einfach in den Wald gehen.

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Der Block

Als ich über Krümel nachdachte.

Ich prokrastiniere den ganzen Tag, es bereitet mir bereits Sorgen. Am meisten nervt mich, dass ich gefühlt einfach nur ständig zwischen Tabs hin- und herspringe, Twitter lese, mich über Facebook aufrege, mit Leuten schreibe, einen Kaffee trinke, einen spannenden Artikel zur Hälfte lese, drei Zeilen schreibe, total blockiere weil die Sätze nicht fließen, bis ich endlich einen halben Anfang finde und irgendetwas auf mein Blatt kriege. Es ist mühsam.

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Die Wasserausstellung

Als ich ein Aquarium besuchte.

Im Traum bin ich in einem Aquarium, aber jedes Becken ist leer. Nicht einmal Wasserpflanzen sind zu sehen, sondern nur Wasser. Manchmal steigen ein paar Luftblasen zur nicht sichtbaren Oberfläche, meistens ist einfach nur ein nasses Blau zu sehen. Ich bleibe dennoch vor jedem Schild stehen, lese es genau, obwohl immer nur „Kaltes, nasses Wasser“ auf der Beschreibung steht, und betrachte das Wasser ausgiebig. Außer mir ist niemand in dem Aquarium, aber vielleicht liegt das auch daran, dass gerade Corona-Maßnahmen sind.

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