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„Ich hab dich ganz doll lieb, tschüß.“
Duut-duut-duut
Ich stelle den Ventilator an und lasse mich nach hinten fallen. Das einzige was mein Körper danach noch kann. Sich vom Ventilator kühlen lassen. Ich fühle mich wie tot. Bin ich so sehr…abhänig von ihr? Oder ist es einfach nur die normale Liebe, die dich sie so vermissen lässt?
Ich liebe sie, mehr als ich einen andern Menschen je geliebt habe. Und das aus meinem Mund. Das von mir, der behauptet hat, die Liebe würde ihn umbringen, der Mana mehr als genervt hat damit, sowas von mir.
Es kommt halt immer unverhofft, versuche ich micht selbst rauszureden. Oder:
„Es macht mich glücklich. Ich weiss, ich werde nicht immer glücklich sein, aber ich kann glücklich sein und so bin ich es, denn ich kann sie lieben und sie liebt mich.“
Es klingt irgendwie lächerlich, ich weiss.
Aber so ist es nunmal. Wieder eine Ausrede, eine Rechtfertigung die man eigentlich nicht brauch.
Ich stehe auf, bewege meinen toten Körper, den eben noch der Ventilator gekühlt hat, runter, zum Kühlschrank, trinke, trinke aus der Flasche, fast den Rest, dabei muss ich jetzt an sie denken, wie sie Fanta drinkt.
Ich werde nur noch Fanta aus halbleeren Flaschen trinken und dann sagen, es würde mir nicht schmecken. Ich gehe aufs Klo, sehe dabei in den Spiegel, sehe meine toten Augen, verliebte Augen?
Schöne Augen, eigentlich. Aber eigentlich sind alle Augen schön, wenn man es so sehen will.
Augen, die sich wünschen, sie – ihr Name ist übrigens Sarah, in ihre eigenen Augen schauen zu können.
Es wird bald soweit sein, tröste ich mich selber und wende den Blick ab, schlucke eine Pille, überlege wie viele tödlich sein sollen.
Wieso?
Ich will nicht sterben. Ich darf es nicht mal, es würde sie todunglücklich machen. Hoffe ich. Etwas, was mich davon abhält, mir etwas anzutun.
Wieso will ich mir etwas antun? Weil es schmerzt, mir zu wünschen, bei ihr zu sein und es nicht zu können. Ich werde morgen fahren. Ich frage morgen meine Mutter und fahre dann.
Oder fahre eher nicht, weil ich nicht darf, wegen irgendeiner Kleinigkeit.
Ich weiss es schon. Oder habe ich nicht den Mut, zu fahren? Ich muss ihr anrufen, sie fragen, davor. Hoffentlich klappt es. Ich fiebere schon, so scheint mir.
Man erstickt fast an der eigenen Luft, die man ausatmet. Ich liebe sie, ich liebe sie, ich liebe sie.
Das einzige woran ich denken kann.
Vieleicht ist es gut so, vieleicht soll ich an sie denken und etwas…
Schmerzen, etwas…“Miss you“ empfinden, ich glaube, darauf baut die Liebe auf,
dass man sich vermisst, wenn man nicht beeinander ist, sogar wenn man sich hört,
vermisst man sich. Ich denke, das ist genügend für heute.
übrigens: der Plan läuft weiter. Wir werden den Schlüssel schon noch finden.