Der Löffelmörder (Kapitel 4)

approximativ zurückdatiert

Kapitel 4: The seventh Hell ring is yours

Neo konnte sich nicht bewegen. Der Schmerz lähmte ihn – oder hatte dieser Ancalagon etwa schon seine Nervenstränge so durchschnitten, dass er sich nicht mehr bewegen konnte. Im Moment traute Neo dem Jungen das auch zu, denn es war ihm immerhin gelungen, ihn zu überwältigen und allem Anschein nach vernichtend zu schlagen.

Aber hatte immer noch Kontrolle über die Matrix, Kontrolle über den Code. Den Löffel würde er nicht mit seiner „Gabe“ vernichten können, Code, der war nicht zu lesen, er war eigentlich falsch, ungültiger Code, der normalerweise aus der Matrix gelöscht wurde. Was hatte dies zu bedeuten?

Joel genoss, wie Neo bei jeder Berührung, die er machte, zusammen zuckte. Und er genoss den Geruch des Blutes, vermischt mit dem süßen Geruch eines Sommergewitters, und es schien ihm, als würde beide Gerüche zusammenpassen und nur beide zusammen eine unendlich wohlriechende und berauschende Komposition ergeben. Er sog die Luft durch die Nase herein und genoss es, wie der Duft ihn ausfüllte, ihn durchdrang und ihm neue Stärke verlieh.

Neo erinnerte sich plötzlich an etwas – die Lakritze vom Orakel! Vielleicht hatte sie geheimnisvolle Kräfte oder würde ihm sonst irgendwie aus seiner misslichen Lage befreien. Er musste es jedenfalls langsam angehen und nicht wie ein großer Zauberkünstler stolz seine Tricks präsentieren, sondern heimlich die Lakritze von seiner Tasche in den Mund bugsieren. Er strenge sich an, lokalisierte die Lakritze und bugsierte sie langsam aus der Tasche. Sie schwebte gerade einige Millimeter über dem Boden, als Neo erneut einen Schmerzensschrei loslassen musste.

Joel war dabei, den Löffel unter die Wirbelsäule zu schieben, und Neo stieß wie erwartet einen lauten Schmerzensschrei aus. Er lächelte und summte leise die Filmmusik, die sie in der Fußgängerzone gespielt hatten. Dann eindeckte er ein Stück Lakritze. Es war noch eingepackt. Er nahm sich die Zeit, es auszupacken, genüsslich in den Mund zu schieben und mit dem süß-herbem Geschmack im Mund zum finalen Schritt überzugehen, nicht wissend, welch gigantische Auswirkungen seine Tat haben würde.

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