Alternativ sein – was heißt das eigentlich?

edit September 2014:Dieser Artikel ist einer der meistbesuchten in meinem Blog. Ich habe diesen Text ungefähr mit 17 Jahren geschrieben. Später wünscht eins sich natürlich immer, mit 17 schon das gewusst zu haben, was eins zehn Jahre später weiß. Hier sind also einige Webseiten, die du lesen solltest, wenn dir das mit dem „alternativ sein“ am Herzen liegt:
Feminismus101 – das Einmaleins des Feminismus
Netzwerk gegen Rassismus an Schulen: Was ist Rassismus?
Der baune Mob: Bin ich ein Rassist?
Interview über Klassismus
Lese und lerne so viel wie möglich über die Machtstrukturen in unserer Gesellschaft und schaue dann, was du tun kannst. edit ende

gewidmet Lisa, deren Texte als Inspiration für dies hier dienten…

Nun, fangen wir mit dem Ursprung des Wortes an; Was eine Alternative ist, weiß ja hoffentlich jeder. Wenn jemand alternativ ist, ist er also eine Alternative … zu was eigentlich?

Fragt man jemanden, der alternativ ist, wird die Antwort meist „Mainstream“ sein. Was ist jetzt der Mainstream eigentlich?
Mit Mainstream bezeichnen wir die breite Masse, also der größte Teil der Bevölkerung, die, die mit dem Strom schwimmen.
Zum Mainstream gehören immer Trendes, welche von sogenannten Popstars, der Modebranche und der Unterhaltungsindustrie vorgeschrieben werden. Dadurch, dass Elemente der typischen Kleidung von bestimmten Subkulturen wie zB. Punks aufgegriffen werden – als Beispiel seihen nur Nietenarmbänder genann, bilden sich eine ganze Reihe von Randgruppen, die zwar glauben oder vorgeben, anders als die breite Masse zu sein, in Wriklichkeit aber nur der neusten Mode nachgehen, um „in“ zu sein. Die momentane Mode wird sehr stark durch „abschauen“ geprägt. Was die großen Pop-Ikonen anziehen, zieht am Tag danach jeder Mainstream-Jünger an. Die meisten Angehörigen des Mainstreams sind unsicher was sie selbst angeht und versuchen durch möglichst große Anpassung immer „in“ und „trendy“ zu sein. Dazu gehören nicht nur Kleidung, sondern auch Verhaltungsweisen, Sprüche und Meinungen.

Nachdem wir nun wissen, was der Mainstream ist – was ist nun die Alternative dazu?
Es ist recht einfach – das der Mainstream pures Annehmen und Abschauen von Ideen anderer ist, ist die Alternative, einfach nur man selbst zu sein. Natürlich kann niemand etwas volkommen neues kreieren. Sich von etwas inspirieren lassen ist, gut, solange man nicht stur daselbe wie alle anderen trägt, tut oder sagt.
Man sollte seine eigenen Ideen durchsetzten und – besonders wichtig, selbstständig denken. Nur wenn man seine eignen Gedanken und nicht die, die einem durch die Massenmedien eingeflösst wurden, seine eigenen Ideen entwickelt und umsetzt, ist man frei von den Zwängen des Mainstreams.

Viele, die „alternativ“ sind oder andere Gedanken als der Mainstream haben, versuchen dies durch ihr Aussehen und ihre Kleidung auszudrücken. Oft haben Mainstream-Anhänger Probleme damit und versuchen diese Kleidung und Aussehen in bestimmte Schubladen zu stecken (welche oft nicht im geringsten stimmen) – und so werden lange Haare zu Hippes und Rastas zu Kiffern, weite Hosen zu Skatern und ein schwarzer Mantel zu einem Satanist, usw.
Sie erkennen nicht – oder wollen nicht erkennen, dass die Kleidung und das Aussehen, nur den Zweck haben, sich von der breiten Masse abzugrenzen, zu zeigen, dass man anders denkt.

Es ist nicht leicht, sich gegen die oftmal hirnrissigen Fragen der Mainstream-Anhänger zu kämpfen, ihre Bemerkungen zu ertragen, aber das gehört meiner Meinung nach dazu. Es zeigt einem, dass man wirklich anders ist – auch wenn es vieleicht schöner wäre, wenn viele Leute eigene Gedanken hätte, Protest fühlen würden, etwas änderen wollten, aber so ist es nun mal nicht. Auch wenn postives Echo von Geichdenkenden gut tut – Kritik zeigt uns, dass wir einzigartig sind.

Anmerkung:Ich weiß, dass Mainstream nicht gleich Mainstream ist, aber ich wollte nicht auf die vielen Grauzonen eingehen. Ich denke nicht, dass es den Mainstream nicht mehr geben soll, ich bin eher froh dass es ihn gibt, er zeigt mir dass ich wirklich anders bin. Ich bin nicht der Meinung, dass der Wert eines Menschen von seiner Kleidung abhängt, wohl aber von seinen Gedanken.

2 Kommentare “Alternativ sein – was heißt das eigentlich?

  1. Ich habe eine Frage an dich:

    warum muss man anhand seiner kleidung überhaupt zeigen, dass man anders ist? reicht es nicht, dass man selbst weiß, was man denkt und was man ist und was man will? und dass das vielleicht freunde und bekannte wissen?
    ich kenne viele, die sich dunkel kleiden oder punkig oder sonst sowas und wenn ich sie frage warum, sagen mir viele, weil sie anders sein wollen. sie können mir ihre überzeugung nicht nennen, sie wollen einfach nur anders aussehen.
    und das verstehe ich nicht. sie wollen anders sein, aber jeder einzelne, der wirklich eine eigene meinung hat, ist doch einzigartig und somit anders.
    ich drucke mir meine meinung doch auch nicht aus und kleb sie mir auf die stirn, deshalb verstehe ich nicht, warum diese punks und gothics etc ihre meinung so nach aussen tragen, wenn da nur hinter steckt, dass sie "anders" sein wollen, dass sie sich wie von der dir beschrieben Masse abgrenzen wollen…Das verstehe ich nicht.
    Was meinst du dazu?

  2. Finde jedem das seine. Wenn Mensch das unbedingt braucht um aufzufallen, Why Not?

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