Selbstreflexion im Rausch

(manual-blogging eintrag, dh. auf der Hand verfasst und später abgeschrieben)
Fire, du bist absolut betrunken. Du hast nen Longdrink, nen spendierten Schnaps und nen Alcopop getrunken.
Ausserdem hast du geraucht. Also, Zigaretten, aber das tust du normalerweise auch nicht Und du hast ziemlich heftige Flirtversuche unternommen, jedenfalls für deine Begriffe.

Na ja, vielleicht glaubst du auch bloss, du müsstest sternhagelvoll sein, obwohl du nur ein wenig angetrunken bist,. Deine Gedanken sind ja jedenfalls noch klar und erstaunlich rational. Du führst das reflexive Selbstgespräch, dazu noch auf Papier, du weißt noch was du tust, und dazu ist man nicht in der Lage, wenn man sternhagelvoll ist.
Zudem verfolgst du das Gespräch zweier fremder Leute, die sich über BMW-Fahrer unterhalten, die ihr Auto im Suff in einen Baum fahren. Und das kann man normalerweise nicht, wenn man betrunken ist. Also bist du höchstens angeheiert und von der Situation bekifft.

Und eh du dich versiehst, bist du wieder ganz da und hast keine Probleme mehr, deinen geistigen Zustand zu bewerten.
Und du hast Halsweh, Fire. Konzentirer dich darauf. Das ist wichtig. Was sagt der Mann im Lautsprecher? Das es noch ca. 20 Minuen bis nach Ettelbrück sind. Wie viele Leute steigen aus? Fünf. Eine Frau, ein Mann, zwei Jungs und ein Mädchen deines Alters. Nicht hässlich.

Du hast nen Pickel auf der Nase und der ist neu, und du hast ihn, weil du gestern Erdnüsse gegessen hast, als du „Brave New World“ gelesen hast. Kannst du die Handelung zusammenfassen?
Ja, kein problem. Trotzdem diese Taubheit. Wie Watte auf dem Kopf. Mersch, dh. noch ne Viertelstunde bis Ettelbrück. Und hey, der Kopf wird so langsam klarer. Das ist ein gutes Zeichen. Die Stime in meinem Kopf – gerade merkwürdigerweise und sehr ungewohnt in der Stirn und nicht im Hinterkopf – wird lauter, kristalliner. Du atmest durch und merkst, dass doch nicht alles so schlimm ist wie du glaubst.

Ja es funktionert wieder fast alles, und ich schiebe bereits einige Symptome auf die Müdigkeit. Ist das legitim?
Ja, ich denke schon. Lustig zu sehen, wie schnell sich mein Verstand wieder erholt und die Stimme in meinem Kopf sich vondem drückenden Watteschleier des Alkohols befreit.

Colmar-Berg, die zweitletzte Sation vor Ettelbrück. Die Residenz des Großherzogs, und das Schwimbad, in das Fire 3 Jahre seiner Grundschulzeit schwimmen gegangen ist, also mit der Schule. Ausserdem ein merkwürdig großes Bahnhofsgebäude für ein Dorf, das nicht mehere Strecken verreint.

Schieren. Ein Bushäuschen von Bahnhof und das Ende meines – selbstreflexiven literartischem Blog-by-Hand Eintrages,

Anmerkung: Das Heft war gerade im Rucksack, als der Schaffner vorbei kam und mich fragte, ob er mich schon kontrolliert hatte, was er getan hatte. Fand ich lustig.

Ein Kommentar zu “Selbstreflexion im Rausch

  1. hello… mellen mech och mol rem…
    Tss… alohol as beeeis! nee bon hmm. ech haat dat awer och schon, su vun situatiounen en mega feeling kreien.
    nujee. hus de d'Inborn cd schon? ech soen der, kaaf der se. ech hun nach ni eps sou faszineirendes mat sou vill feeling dran heiren. ech hun se gelaustert, owes, mat käerzen un, an ech soen der et war einfach nemmen, surreal!
    chu!!!

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