Mein Löffel der hat drei Ecken, drei Ecken hat mein Löffel. Mein Löffel der hat drei … Drei … hat mein Löffel. Mein Löffel der hat … … hat mein Löffel.

Ich saß mich auf das große Sitzkissen und warf meinen Kopf in den Nacken, während ich meine Knie zusammenzog. In den Händen hielt ich eine große Tasse schwarzen Tees, der wunderbar duftete und sehr gesüßt war, das wusste ich.
Anne nahm auf dem Bett Platz, ebenfalls in Kauerstellung, auch mit dem Rücken zur Wand. Mein Blick drehte sich und ich fing an zu reden, und die ersten Sätze, die ich von mir gab, klangen wie schlecht nachgemachte Sätze aus einem Film von Quentin Tarrantino.

Die Welt war im Arsch, und wir alle lebten in Wirklichkeit nach dem Weltuntergang.
In wessen Arsch, mochte man sich vielleicht fragen?

In Gottes heiligem Arsch. Ich überlegte laut, ob Gott anstatt von Bakterien einen Engel auf jedem geheiligten Milimeter seines Darms hatte. Dann würde mir der Gedanke, mich im Arsch von irgendjemanden zu befinden, zu blöde, und nach einem Lachen redeten wir über etwas anderes.

Ich kostete einen großen Schluck des warmen Tees und genoß es, einfach nur dazusitzen und die Stimmung zu genießen. Wir hörten AIR, und ein Teil von mir war in ähnlich weit entfernten Sphären wie diese Musik.

Ich erzählte Anne, dass mir das Wort „Elite“ nicht gefiele. Vielleicht war es nur Neid, kein Elitebewusstsein zu haben, obwohl ich ganz sicher zu irgendeiner Elite gehörte. Vielleicht zur Elite derer Leute, die sich über die abstrusesten Themen in Verbindung mit Gott und in Verbindung mit Verdaungsträckten unterhalten konnten. Jedenfalls, und das war der Hauptpunkt, gefiel mir dieses Wort nicht. Ich wusste ausserdem nicht, was dieses fictionpress dot com war, und ich spielte mit dem Gedanken, dort einiger meiner Geschichten reinzustellen. Es genügte, wenn die gelesen wurden – egal, wo. Und Ef Ef dot net konnte ich ja nicht benutzen, denn ich schrieb ja keine Fanfiction.

Ich erzählte Anne, dass niemand auf meine „Ich liege nackt mit Comme einem braunhaarigen Mädchen im Bett und höre Neubauten“-Anspielungen eingangen ist. Ihr konnte ich das ja erzählen, sie bloggte nicht und kannte Comme das braunhaarige Mädchen nur aus Erzählungen.

Der Tee schmeckte gut.
Zwichendurch erzählte mir Anne von ihrem Leben, ihren Problemen, ihren schönen Momente, und ich nickte, kommentierte, und trank schweigend meinen Tee dazu, nicht ohne aufmerksam zuzuhören.

Wir fragten uns beide, wie es wohl wäre, nicht mehr in der Schule zu sein. Und ich meinte, dass mir ein eigener Herd sehr viel Wert wäre. Mit oder ohne unsichtbares Zeppelin im Garten.
Trotzdem sei Orangengeruch im Aufzug etwas, was nicht umbedingt sein müsste – sowas wäre zu vermeiden.

Ich sah meine Cds durch, denn ich musste noch Musik für den nächsten Tag zusammensuchen, und das sei keine so leichte Aufgabe, wenn gewisse Leute einen sitzenliessen. Anne grinste und meinte: „Du kennst sie doch.“
Ich genoß den Tee.

5 Kommentare “Mein Löffel der hat drei Ecken, drei Ecken hat mein Löffel. Mein Löffel der hat drei … Drei … hat mein Löffel. Mein Löffel der hat … … hat mein Löffel.

  1. fictionpress dot com ist nicht mehr als die ausgliederung der real fictions von ff dot net…und über Elite unterhalten wir uns mal in einer ruhigen Minute – ich habe das Wort ziemlich lange sehr gehasst…

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