Der seltenste Vogel

Ich saß mit Anne auf dieser Parkbank in D. und beobachtete ein Blatt, das sich im leichten Wind des grauen Tages hin und her bewegte, so dass ich es für einen Vogel hielt.
Wir redeten über den Tag, wie er bisher gelaufen sein. Meine Erzählung war recht kurz, immerhin war ich erst spät aufgestanden und hatte erst um 17 Uhr in D. sein gemusst, wo mich ein merkwürdiges Briefing erwartet hatte. Nun war ich auf der Wanderung, um mir die Zeit zu vertreiben, zwichen Briefing und Einsatz.
Einsatz war ein Wort, das militärisch klang.
Es war ja nur eine Party.

Ich war froh, die getroffen zu haben, denn ansonsten hätte ich alleine auf dieser Bank gesessen und das Blatt beobachtet, das aussah wie ein Vogel.
Es war grau. Und mit einem Male schien das ganze Leben grau zu sein. Kam „grausam“ von grau? Das war eine Frage, die niemand von uns beantworten konnte.
Wir saßen noch eine ganze Zeit schweigend auf dieser Parkbank, beobachten das Blatt in dem gepflegten Rasen des Parks, starrten in die ewig fliessende Sauer.
Und diese Brücke. Mir kamen die Worte „Die Brücke, der Scheideweg. Hier entschied sich einst alles.“ in den Sinn, obwohl ich hierfür keine Erklärung hatte.

Ich ging wieder, diesmal alleine, denn wir beide hatten verschiedene Dinge zu tun, und trotzdem war es gut, sie getroffen zu haben, dereinst.
Ich errinerte mich an das merkwürdige Lächeln dieses Mannes.

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