_

Pass auf, dass du nicht in den rostigen Nagel trittst. Oder: Wie schmeckt Instantkaffee?

In sommerlichen Zeiten wie diesen ist es von großem Nachteil, nur zwei Arten von Schuhwerk zu besitzen: Festes, mit dem man theoretisch wahrscheinlich sogar Berge besteigen könnte und Hausschuhe. Was bedeutet, dass ich endweder morgen barfuß oder mit meinen Wanderschuhen in die Schule muss, wobei Wanderschuhe auch gleichzeitig Socken bedeuten.
Vielleicht sollte ich mich tatsächlich für die barfuß-Variante entscheiden. Oder wenigstens mal unverbindlich ausprobieren, wie sich das auf offener Straße anfühlt.

Zuhause läuft Fire jedenfalls schon barfuß, und das relativ erfolgreich, wenn es auch ein wenig gedauert hat, bis er seine lange Hose gegen die kürzere 7/8 Hose eingetauscht hat. Ausserdem war es nötig, die Zehennägel zu schneiden, was aber eher mit Ästhetik als mit der Praxis des Barfußlaufens zu tun hat.
Dass Fire keine Hosen trägt, die mehr als seine Unterschenkel zeigen, mag auch mit (Des)illusionen über die Vorzeigbarkeit des eigenen Körpers zusammenhängen, allerdings rüttelen auch 30 Grad recht wenig an denen. Ausserdem seh ich in Shorts lächerlich aus.

Worauf Fire eigentlich gestern bei seiner Frage, ob man bei Sonnenschein zu wenig anhaben könnte, geziehlt hatte, waren Oberteile gewesen, die manchmal doch recht gewöhnlichbedürftig für die Trägerin aussehen. Nun gut, Fire mag keine offenen Hemden, ebensowenig wie ärmellose Oberteile. Was nicht verhindert, dass es für beides offensichtlich eine Zielgruppe und einen Markt gibt.

Es ist kein Orangensaft in dem von Fire bewohnten Haushalt vorhanden, was zu gewissen Entzugserscheinungen führt. Verdammt, Punica mit Eis drin schmeckt einfach nicht.

Sonnebräune? Ich seh nichts. Dafür müsste ich wahrscheinlich gewisse Körperteile rasieren, wozu ich aber zu faul bin. (Mal ganz abgesehen von gewissen Kommentaren, die sicher auf mich zu kommen würden.)
Mit dunkelen Haaren wirkt man eh nicht käsig.

“Oh mein Gott, wir sterben!!” brüllte er, während er das Radio mit einer Axt in kleine Stücke zerteilte und Tee über die Trümmer goss II

„Die globale Erwärumg schlägt jetzt also zu. Und wir können nichts dagegen tun, dass ein Großteil der weiblichen Bevölkerung nun allem Anschein nach so viel Haut wie nur irgend möglich zeigen muss – is das wirklich so angenehm oder fühlt man sich in gewissen Kleidungstücken nicht *zu* nackt?“

Anne nahm einen großen Schluck des eisgekühlten Orangensaftes, den ich ihr serviert hatte und wie ich ebenfalls einen trank, bevor sie antwortete:
„Ich hab dir ja erzählt, was für Ängste ich manchmal habe.“
Ich lächelte und drehte mein Gesicht in die Richtung des Ventilators, der in der drückenden Hitze meines Dachbodenzimmers die einzige Kühlung darstellte.

Die Musik, die mir wie farbige, grünliche Dunstschleier in der schweren und dicken Luft des Sommerabends, der unter dem Dachboden einfach nicht abkühlen wollte, schien, war uns beiden bekannt und passte zu der Hitze.

Ich nippte ebenfalls an dem großen Orangensaft, der herrlich kalt war und mich sehr erfrischte. Trotzdem spürte ich, dass ich komplett durchgeschwitzt war und nichts dagegen tun konnte. Ich saß gegen meinen Kleiderschrank gelehnt, die Beine weit von mit gestreckt, phlegmatisch. Anne saß mir gegenüber, auch auf dem Boden, allerdings gegen mein Bett gelehnt. Sie hatte den Kopf in den Nacken gelegt und beobachtete das rege Treiben der Schwalben über unseren Köpfen.

Der Ventilator schnitt kaum merklich durch die Musik, jedes Mal, wenn er sich Kühle spendend zu mir drehte.

Ich erzählte Anne von meinem Tag. Dass die luxemburgische Bahn das erste Mal in meiner Bahnfahrerkarriere Verspätung hatte, und auch gleich noch so heftig, dass ich ne halbe Stunde Verspätung hatte und die Frau, die ich interviewte, auch noch so lange warten musste.
Nach der Sendung, die meiner Einschätzung nach gut geworden war, hatte ich mir ein Eis gekauft.

Eis erschien fast wie ein Luxusobjekt im Anbetracht der Hitze unter dem Dachboden. Glücklicherweise wehte ein wenig laue Abendluft hinein.

Anne fragte mich, wo ich das Eis gekauft hatte, und ich erklärte ihr die Stelle. Ich erzählte ihr auch von den merkwürdigen Gedanken, die ich bei dem Mädchen im Zug hatte, das ich eigentlich nicht kannte. Ich saß nur mal mit Ohrstöpseln in den Ohren neben ihr in der Bibliothek.

Meine Gesprächspartnerin lächelte und nahm einen großen Schluck Orangensaft.

Ich mochte diese ruhige, von der Hitze beherschte Stimmung.

Verhalten bei akkutem Terrorismus

Wie man sich bei einem Terror-Angriff verhalten sollt, zeigt diese Webseite. Hab selten so gelacht.
Ansonsten gibts neuerdings auch ein Video vom Bodensee. Ausserdem ist die Spezial-Sendung über das Camp online. Zwar auf mehr oder weniger ne halbe Stunde zusammengeschnitten, aber dennoch nur der Musik beraubt.
Ich wünsche viel Vergnügen.

Ach, dies ist übrigens Post #609. Post #600 war dann ja wohl dieser hier.

Busfahren im globalen Dorf II

Ich stelle mir vor, ich wohne im gobalen Dorf.
Dann wohnen wir alle im gobalen Dorf.
Ich nehme morgen früh den Bus im gobalen Dorf und fahre zur Schule. So wie ich es jeden Tag tue.
Und viele Leute aus dem gobalen Dorf steigen mit mir in den Bus. Ich kenne sie alle. Jedenfalls kenne ich die meisten. Auch wenn ich mich wundere, wie viele Leute in meiner Vorstellung den Bus nehmen, obwohl sie mit dem Auto fahren könnten.
Aber auch das globale Dorf kennt seine Verkehrsprobleme.
Neben mir sitzt Comme, mit der ich den ganzen Weg bis zur Schule über Episode III und die sich in dem Film nicht befindliche Frauenquote diskutiere.
Wo wir schon bei dem Thema sind: Ist ne Frauenquote, zB. an der Uni oder sonstwo, nötig? Oder verstärkt das eher den Eindruck des „schwachen Geschlechts“ und die Meinung, dass Frauen es „sonst nicht schaffen würden“?
Bin da relativ uninformiert und auch unentschlossen, was ich da glauben kann oder will.

Entschlossen bin ich allerdings darüber, dass , auch wenn gewisse Leute das behaupten, mehr als 500 Exemplare von „Mein Kampf“ gedruckt wurden und man nicht damit prahlen soll, das im Wohnzimmer stehen zu haben. Das nur, um die relativ bescheidene Intelligenz eines Subjektes aus meiner Klasse zu demonstrieren. Womit ich nicht gesagt haben will, dass sich alle Menschen dieser Gruppe auf ähnlichem geistigem Niveau befinden.

Das Forum lebt wieder! Dank an George Lucas!

sunspots cast a glare in my eyes…

Ich habe das Gefühl, angekommen zu sein, seit ich mein Zimmer aufgeräumt und dabei meine Sporttasche mit all meinen ungetragenen und getragenen Sachen ausgepackt habe. Was heute Abend war.
Ich hörte diese traurige Musik, die Sandra mir gebrannt hatte und atmete den bittersüßen Duft der Errinerung. Es ist nun schon eine Woche her, dass ich am Bodensee war, und trotzdem scheint es so verdammt weit weg zu sein. Als lägen Monate zwichen diesem tollen ort und diesen tollen Begegungen, wo es doch nur eine Woche her ist.

Und morgen geht es wieder in dieses Gefängniss, das sie Schule nennen. Aber etwas wird anders sein. Ich werde ein kleines Stück Revolution mit mir herumtragen, und es den Leuten verkaufen. Das isn schönes Gefühl.

Ach, für die Leute, die sich anhören wollen, was ich so radiophonisches produziere oder einfach nur mal meine Stimme hören möchten: Ich hab was für euch. Nämlich einmal eine Folge meiner Rubrik und einmal das Intro der Sendung, wo ich mitmache. Und nochmal zu Errinerung: Der Livestream, den ihr am Montag von 16-17 Uhr anhören sollt.

Fire hat auch mal vegetarisch gegrillt. Allerding dauerte es sehr lange, bis das Feuer anging, was allerdings an mit Tannenreisig herumprobierenden Mitgrillern lag, nicht an dem Fakt, dass das Gegrillte vegetarisch war. Und Leber mag ich auch nicht.
Max Goldt kommt irgendwann im Oktober nach Trier in die Tuchfabrik. Vielleicht sollte ich ihn mir anschauen bzw. anhören. Anderseits ist es bis Trier recht weit, jedenfalls glaube ich nicht, rechtzeitig mit dem Zug nach Hause zu kommen können, und, Punkt b, ich hab sein neues Buch noch immer nicht gelesen. Obwohl ich die Pfeffermühlengeschichte lustig fand. Na ja, es liegt jetzt im Schulranzen und wird in langweiligen Mittagspausen herausgezogen werden.

Das errinert mich daran, dass ich Sandra fragen sollte, wie sie ihr Buch gefunden hat. Liest sie das hier eigentlich regelmässig? Wenn ja, sollte ich vielleicht aufpassen, was ich schreibe, besonders in Bezug auf die Reihe „Merkwürdige Gedanken in Fires Kopf“. Überhaupt täte mich interessieren, ob sie ihr Buch aufm Camp oder im Zug fertiggelesen hat. Der Rücken sah interessant aus.

Ich errinere mich: Ich sitze an Orten, an denen ich eigentlich nicht sitzen will, und frage mich, was die Narben fremder Menschen bedeuten. Die Sonne scheint, und dennoch ist es grau.

Ich hörte, dass es keinen Spinat gab und pisste glatt daneben

Albus lag falsch, Mix lag falsch, das Kellerkind lag falsch, Naru lag zwar näher dran aber dennoch meilenweit entfernt. Damit bleibt das Schaf erstmal in meinem Besitz. (Worüber ich mich nicht sonderlich freue. Aber was soll man tun?) Und es ging ja um raten, nicht um wissen, fals Fiona sich jetzt übergangen fühlt.

Meine Schwester (9) meinte vorhin, dass ich „coole Musik“ am PC gehört habe. Irgendetwas mit einem Vogel.
Mit einem Vogel?
Der merkwürdige Vogel oder sowas.
Der seltene Vogel. Meine Schwester mag die Neubauten. Wenigstens bei ihr scheint meine Musikerziehung zu wirken. Fires Bruder dagegen ist recht resistent dagegen und hört weiter „Lass-die-Finger-von-E-ma-nu-e-la“ (Wir fahrn mitm Fahrad nach Ve-ne-zu-e-la).

Wie war es am Bodensee, Fire?

Ja, toll wars. das Wetter spielte zwar nicht immer mit, aber es war trotzdem ganz in Ordnung. Immerhin hat es kaum geregnet und gegen die Kälte konnte man auch nicht wirklich was tun. Ich bin zwar mit so vielen Pullis und Jacken wie sonst nie herumgelaufen, aber das war vielleicht meine eigene Schuld, weil ich ziemlich viele dünne Sachen eingepackt habe.
Oh, und ich hatte meine Zahnbürste vergessen, und bekam eine Neue geschenkt. Was ich sehr nett fand.
Und hab sehr viele nette Leute kennengerlent. Und Lust, die Revolution zu starten. Was auch immer das genau heißt.

Und wie hast du Episode III gefunden, Fire?

Oh, es war toll. Ein visueller Orgasmus. Digitale Projektion. Unbeschreiblich von der Bildgewalt der Eröffnungsschlacht. Ich wusste nicht, wohin sehen. Ich hatte das Gefühl, das man beim Achterbahnfahren hat, teilweise, so real erschien es mir.
Am coolsten fand ich den Kampf zwichen Yoda und dem Imperator, das hatte Klasse. Auch wenn niemand wirklich gewonnen hat.

Ich sitze mit ihr in diesem Café und trinke viel zu heiße „Lait russe„. Und wir reden über den Elfenbeinturm, in dem ich sitze. Und ich weiß nicht genau, was ich antworten soll, denn irgendwie hat sie Recht, und irgendwo hat sie auch wieder unrecht. Es ist schwer, mit jemandem, der einen nicht genau kennt, über so etwas zu reden, weil es einfach zu viel zu erklären gibt. Es ist schwer. Alles ist schwer. Aber ist es einfacherer, im Turm sitzen zu bleiben?

Fire live @ Bodensee II

*Gähn*
Es ist viel zu früh. Viel zu früh.
Oder aber, es ist einfach unmenschlich und grausam, jemanden mit zu-Bett-gehen um Viertel vor Sieben zu erwachen, der dann ne halbe Stunde nicht schlafen kann und dann nochmal nur ne halbe Stunde schlafen darf. Und sich dann fühlt, als ob er bloss 5 Minuten geschlafen hätte.
Kein „Oder aber“. Es ist so.

Boah, aber um mal zu was anderem zu kommen, was hat Fire denn so in den letzten Tagen gemacht? (Ich fang nen Satz mit „Boah“ an, ich muss wirklich müde sein.)
Also, am Freitag war dann erster Workshoptag, wo ich dann so Moderations- und Sendungsgestaltungsworkshop mitgemacht habe. War lustig, und die Kursleiter waren Schweizer und benahmen sich auch sehr witzig, teilweise. Bzw. haben Witze gemacht.

Dann, gestern, habsch nen Workshop über Rassismus in den Medien und in den freien Radios, bzw. die Verhinderung/Bekämpfung von ersterem in/durch die freien Radios. War sehr nett, besonders da ich zu müde war und keine Lust hatte, nen Aktiv-Workshop mitzumachen.

Dann gabs noch einige merkwürdige Situationen mit Angehörigen des anderen Geschlechtes, aber darüber will ich nicht mehr sagen. Es ist viel lustiger, wenn sich unzählige Leute Gedanken darüber machen, was ich jetzt damit gemeint haben könnte. Öh, wer alles richtig rät, gewinnt das Plüschschaf, das mir meine Bank geschenkt hat.

Ich bin müde. Ich glaub ich mach heute irgendwas, aber keine Workshops. Aber hey, ihr könntet mal was tun. Is doch langweilig, wenn ich, der eigentlich abwesend is, der einzige bin, der bloggt. Und merkwürdig isses auch. Aber so ist das Leben, nich wahr?

Ich bräuchte jetzt noch nen netten Schlußsatz, sowas in de Art von „Die Sterne sind die Einzigen, die uns sehen, wenn wir zusammen am Ufer des Meeres sitzen und uns gegenseitig ausziehen, ohne je an Sex zu denken…“ (Hach, das war ja schon einer!)

Fire live @ Bodensee

Hihihi, ich bin hier am Bodensee, in Merkelfingen, direkt am See, online. Hier stehn echt PCs und an diesen gibt es sogar Firefox ;-)
Bisher gibt es nicht sehr viel zu erzählen, bloss, dass es hier sehr nette Leute gibt, und viele, die sehr erstaunt ist, wenn sie erfahren, dass es ne Sprache namens luxemburgisch gibt.

Ich finds toll hier, es gibt Holzlatten in den Zelten und Betten. Das ist besser als ich es je erlebt habe. Nun denn, ich werde noch ein paar Leuten erzählen, was für Sprachen es in Luxemburg gibt. Bisher hat mich noch niemand gefragt, wie man Dreads macht. Das scheinen die Leute hier zu wissen.

Bodensee II

So, wie angekündigt, bin ich dann weg.
Ich wünsche euch allen ein schönes Wochenende. Ich nehme an, dass ich per Mail zu erreichen bin, wenn irgendetwas furchtbar wichtiges vorliegen sollte. Ansonsten: Genießt einfach nur das Wochenende und das (hoffentlich) tolle Wetter, ich werds auch machen, und den Reisebericht werdet ihr dann am Montag zu sehen und auch vielleicht zu hören kriegen.

I'll be back…