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Gewitter

Draussen blitzt und donnert es. Regen klopft gegen das Fenster.
Ich liege auf dem Bett und blicke auf den schmutzigen (1) Himmel und denke: Ich bin tot.
Und einen Moment lang glaube ich es wirklich. Ich glaube schon zu spüren, wie meine Seele den Körper auf dem Bett verlässt.
Dann merke ich: Ich könnte tot sein. Und ich merke ebenfalls, dass ich zu früh aufgestanden bin, um dies zu bloggen, denn jetzt fehlt die Pointe.

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(1) In Wahrheit ist nur die Fensterscheibe schmutzig.

Fotos vom Abenteuerspielplatz

Auf Wunsch hin einige Fotos vom Abenteuerspielplatz, allerdings nicht von mir, sondern von dem „offiziellen“ Fotografen (Photographen? Graf Foto? Graf Zahl?) dort.
Fire und die Schoko-Bananen

Und hier und hier und dort noch viele weitere Fotos vom Abenteuerspielplatz, auf dem ich diese Woche gearbeitet hab und auf dem ich noch eine Woche arbeiten werde. Gestern haben wir den Ofen gemacht, zwei Fässer auf dicken Ziegeln, das ganze umhüllt mit viel viel Matsch, so dass es eine halbrunde Form ergibt. Unter die Fässer kommt dann das Feuer, und das wird anscheinend ein großartiger Ofen – bin ja mal gespannt.
Heute gabs „nur“ Kartoffeldrucke, weil wir nichts kochen wollten, wenn die Eltern am Tag der Offenen Tür auf Bierbänken sitzen und Würstchen thüringer Art essen. Sonst wären es bald Geräuscherte Würstchen thüringer Art gewesen.

King of the silver screen

Ich habe neulich gelesen, dass die da ihr Blog an die Filmindustrie verkauft hat. Das klingt ja erst mal toll. Man beginnt zu träumen, sieht vor sich, dass endlich jemand etwas in meinem Fan-Shop kauft, dass es bald ein Stickeralbum mit meinen schönsten Fotos gibt, ebenso wie Taschenmesser, Lunchboxen, Tatoos in der Bravo mit meinem Gesicht drauf, und ähnliche (Alb)träume. Und was lese ich dann da?
In Stephanie Kleins Blog, das häufig als reale Ausgabe der Fernsehserie „Sex and the City“ verstanden wird, liest man sich von der ersten Sekunde an fest.
Oh, fuck.
Nein, wirklich, oh fuck.
Soll ich jetzt wirklich anfangen, über meine Sexualität zu sprechen? Ich meine, noch mehr, als ich es sowieso schon tue? Und nachher endet das ganze in einem depri-Blog. Dann poste ich doch lieber über die, wie Herr Rollinger sie nennt, erstaunliche Sachen, die ich so mache. Ist auch viel natürlich, als über Wichsmuskel und nicht vorhandenen Sex zu schreiben. Obwohl ich gewisse Dinge ja irgendwann wohl schreiben werde. Verschlüsselt. Oder auch nicht, aber dann gibts keine Lunchboxen, das werde ich als allererstes verbieten.

Zu Herr Rollingers (Ich habe übrigens vor kurzem wieder diesen Lieferwagen gesehen, von der Firma hier, die ihren Namen trägt!) Kommentar: Fotos hier hinzufügen wäre eine Idee, für solche Sachen sogar eine gute. Ich denke, es gibt allerdings zu dem Tag genügend Fotomaterial, es muss halt nur noch online kommen, und das kann noch etwas dauern – Ab Mitte August dürften die meisten Sachen allerdings zu sehen sein, und ich kann sie dann auch hier posten. Für zukünftige Projekte muss ich daran denken, manchmal meine Kamera die Digitalkamera meiner Mutter mitzunehmen, aber eigentlich bin ich kein sehr begnadeter Fotograph. Ich werd allerdings sehen, was sich machen lässt.

Diese Woche und auch nächste Woche arbeite ich auf dem Abenteuerspielplatz in Ettelbrück. Während es früher immer nur Ferienaktivitäten gab, die verschiedene Besuche und sonstige „Aktivitäten“ halt waren, gibt es seit einigen Jahren einen Abendteuerspielplatz, was für die Kinder glaub ich etwas komplett anderes als zB. ein Schwimmbadbesuch ist, vor allem, da sie von Tag zu Tag entscheiden können, was sie machen. Ich arbeite im Feuerbereich, dh. wir haben ne Feuerstelle und kochen/backen jeden Tag verschiedene Dinge. Heute gab es Banane mit Schokolade. Sehr schön zu sehen, wie Kinder stolz „ihre“ Banane essen und auch, wie sie sich teilweise helfen.

Selbstbetrachung

„Man, was hab ich Armmuskeln…“
Und dann schreit ganz hinten im Saal, aus der zweitletzten Reihe jemand:
„Das ist der Wichsmuskel! Wuhahahahahahaha!!!!!!“

Schön, das wir das geklärt haben.

Nahrungsmittel, die aussehen wie weibliche Geschlechtsorgane werden verboten, sagte der Premierminister und verschluckte sich an seiner Zigarette

Was für eine Woche!
Es fing an mit Montag, wo ich einen der coolsten Tage hatte, der mir einmal mehr bewies, dass man für Völkerverständigung keine Verfassung braucht, sondern nur ein paar engagierte Leute.
Kurze Hintergrundinfo: Austausch, organisiert von einem Jugendhaus unweit Lux/City. Leute aus Luxemburg, Polen, Irland und den Niederlanden. Und die Leute haben dann verschiedene Aktivitäten gemacht, auch immer ne „Medien“-Aktivität. Und die Gruppe, die am Montag „Medien“ machte, also insgesamt 9 Leute, waren bei „uns“, also bei Graffiti, den Jugendsendungen auf Radio ARA.
Wir stellten ihnen folgende Aufgabe:
Sucht nach Ausländern in der Innenstadt und fragt sich, was sie in Luxemburg machen und sagt ihnen, sie sollen „Wilkommen in Luxemburg“ und „Auf Wiedersehen“ in ihrer Sprache sagen.
Die Leute waren sauschnell. Während Fire sich mit den Betreuern im Cafe amüsierte, haben die auf die Schnelle schon 30 Personnen gefunden. Und dabei war jede Gruppe nur zu 3 Leuten. (Jemand mit dem Mirko, jemand mit dem MD-Gerät und jemand der die zu Interviewenden festhielt.)
Und der Tag ging dann weiter mit Mittagessen, einem netten Gespräch mit dem irischen Betreuer über fehlende Denkmäler für gefallene Pferde und die Suche nach niederländische, polnischer und irischer Musik. Wir fanden sofort die Bands der Iren und Niederländer, aber die irische Underground-Musik fanden wir nicht. So spielten wir dann U2.

Fire bereitete mit einigen Leuten die Sendung vor, und die anderen schnitten ihre Interview-Zeugs im Studio. Und die Presse kam vorbei. Ein paar Mal. Ich wurde immer glücklicher, solch berühmte Leute wie die Leute da zu kennen, obwohl das ja eigentlich ganz normale Leute waren. Und dann, um 4, gings los. Die große Show. Ich war selten so aufgeregt gewesen vor einer Live-Show, und sehr sehr selten war eine ganze Stunde, auch auf dem Radio, so schnell vergangen wie dieses Mal. Und die Leute waren grandios. Und die Show wird auch noch online gestellt, im August.

In Fires Woche ging es dann schnell weiter, am Dienstag kam der lang ersehnte Hp6. Lang ersehnt ist vielleicht ein wenig übertrieben, ersehnte ich ihn mir erst seit Samstag.Ansonsten fand ich ja, dass er plötzlich einfach da war, RUMS, wie nen Bombe. Ich genoß es und las unglaublich schnell – in zwei Tagen 600 Seiten, das habe ich noch nicht oft geschafft, auf Englisch noch nie. Aber es fühlte sich gut an, und ich hätte Lust, so etwas nochmal zu machen.

Das nächste Mal, wenn ich spontan zu ner Party gehe, denke ich daran, dass ich Komplexe davon kriegen könnte Oder: Das Gurkenglas ist zu Boden gefallen!

But there was once you.
You said you hate my suffering, and you understood,
And you’d take care of me.
You'd always be there.
Well, where are you now?
Haligh, Haligh, a lie, Haligh,
The plans were never finalized
Haligh, Haligh, an awful lie.

[Bright Eyes – Haligh, Haligh, a lie, Haligh]

(That's for you, blue eyed girl! That's no color, that's fucking blood. They bleed because they've lost their mother! She is fucking dead… Is she?)

Ich habe, zu ihrem Geburstag, meinen Dreads eine Kieselerdekur geschenkt und einige von ihnen gefärbt. Zu diesem Zweck war ich einkaufen und kaufte Kieselerde, Farbe und ein Glas Kirschen.
Das Glas Kirschen war für eine Donauwelle, die meine Mutter bastelte. (Um irgendwas zu feiern. So am Ende des Schuljahres feiert man ja so einiges, unter anderem auch der endgültige Abschied aller Familienmitglieder meiner Familie aus der Vorschule bzw. dem Kindergarten (Wie man das auch immer nennen mag. Es ist ein Kindergarten und es besteht Schulpflicht.), womit ich den Zweck der betreffenden Donauwelle, die mich immer wieder aus einem unerfindlichen Grund auf das Beissen auf Kirschkerne, was ich für ein absolut grässliches Gefühl halte, errinert, verraten habe und ausserdem dem Satz seinen endgültigen und nicht schmerzhaften, wahrscheinlich sogar grausamen als der wirklich grausame Feuertod, Todesstoss gegeben habe, wobei ich mich frage, ob „einen Todesstoss geben“ die richtige Konotation für das Töten eines Satzes ist und ich die grammikalische Richtigkeit des obengenannten Ausdruckes auch in Frage stelle. (Ja, der ist tot, töter als tot.)

Ach ja, Fotos vom Resultat der erwähnten Färbeaktionen gibt es morgen, ich habe heute Abend keine Lust mehr und ausserdem ist das Licht schlecht. Allerdings wurden meine Dreads in den letzten Tagen für sehr schön und sehr gut befunden, was doch auch ein Kompliment ist, wobei sie nach einem Jahr ruhig schon ordentlich aussehen können, find ich.

Und es sei noch auf die aktuelle Ausgabe des Outsiders hingewiesen, der viele Pressestimmen zu dem luxemburgischen „Jo“ beinhaltet, was mitunter sehr interessant sein kann, besonders auf die Behauptung Junckers hin, die Luxemburger hätten die Verfassung jetzt gerettet.

Christos rosa umhüllte Inseln sehen wirklich nicht aus wie Monets Seerosen. Und das mit den Sonnenschirmen sieht zwar lustig aus, dennoch verschliesst sich mir der Sinn irgendwo. Kann man Landschaft nicht besser ohne Sonnenschirme betrachten?

Kakao auf Vanillieeis macht noch lange kein Schokoladeneis oder: Wenn man laut genung spielt, kann man auch laut schreien!

Bekam eine Karte aus Köln, am Freitag schon. Fire bedankt sich trotzdem artig dafür beim Sternenmädchen.
Und: Ferien. Gestern Mittag wäre ich in der Stimmung gewesen, den Text von“School's Out“ von Alice Cooper zu posten, heute würde ich eher meine Worte vom letzten Jahr, nämlich „Ferien, wie ernüchterend“ wiederholen. Auf alle Fälle scheint die Sonne und die wenigen Wolken sehe aus die freundliche Wattebäusche die am Himmel schweben. Neben mir steht eine Schüssel voll Eis und vor mir liegen 2 Monate, in denen ich mehr oder weniger machen kann, was ich will.
Und zwichen all dem fragen wir uns kollektiv, wieso jemand eine Landschildkröte streicheln wolle.

Ich habe eine Schild gesehen, für ein Schlossfest in Ettelbrück.
Gut„, wird der geneigte Leser da jetzt denken, „In einem Land, das „Luxemburg“ heißt, werden Schlösser, Burgen und ähnliche Ruinen mittelalterlischer Verteidigungsbauten nicht umbedingt die Seltenheit sein, und Feste auf diesen sind auch relativ normal, was ist also Fires Punkt?
Es gibt kein Schloss in Ettelbrück. Und es gab auch nie eins dort.
Wo das betreffende Schlossfest also stattfinden soll, ist mir schleierhaft. Anderseits gibt es in diesen Tagen auch eine „Long after X-mas Party.“, so dass ich mich über solche Dinge vielleicht einfach nicht mehr wundern sollte.

Ich sollte an meiner unsäglichen „(Kein) Sex auf dem Bootssteg“-Story weiterschreiben, aber immerhin bin ich abgelenkt. Durch Transport Tycoon, Eisessen, herumhängen und Tori Amos hören. Oh, und ich hab nen Kreuz gemalt, und dann habsch das Blatt(1) um 90° gewendet und einen Jesus dazugemalt, der, zugegebenermassen, das Kreuz etwas sehr locker mit einer Hand nimmt. Immerhin hat er Sandalen an.

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(1) Okok, was war nen Briefumschlag.

Am Fixpunkt des Dasseins gibt es eine Bushaltestelle mit bemalten Sitzen

Ich habe am Samstag eine seltsame Odysee mit dem öffentlichen Transport Luxemburgs gehabt. Fire sollte nach Rümelingen, genauer gesagt zu nem Grillfest des Radios. Wer auf den Link geklickt hat, sieht, dass ich dort angekommen bin, und das war auch nicht wirklich das Problem.
Zuerst mal den Zug nach Lux/City, von dort aus den Zug nach Esch. Die Zugfahrt nach Esch führt an einer nicht endend wollenden Hecke vorbei, die nur manchmal durch einige suburbane Strukturen wie freistehende Einfamillienhäuser und dazugehörige Gärten. Vor Esch selbst dann auch ein Teil der Stahlindustrie. Ich mag mir so etwas ansehen, riesige Monster aus Stahl und Eisen mir der gleichen rostigen Farbe wie der Boden dort.

Jedenfalls habe ich dann den Bus genommen und habe auch ohne den Fahrplan die richtige Haltestelle gefunden, und wo das Haus, das ganz versteckt liegt, ist, wusste ich ja noch vom Vorjahr. Es ist nach wie vor wie ein kleines Paradies dort, besonders im Garten.
Zurück wurde der Bus dann von einer merkwürdigen Radrundfahrt aufgehalten, so dass Fire seinen Zug verpasste und zu spät zu der nächsten Versammelung kam – womit wir wieder bei den vielen Versammelungen wären. Morgen die nächste. Irgendwie habe ich in den letzten Schulwochen mehr Stress als in der „Prüfungszeit“, die es dieses Jahr nie wirklich gab.
Morgen noch, dann ist es vorbei.

Tartex ist eine Marke, und es gibt nicht nur den Brotaufstricht, allseits bekannt und beliebt, auch wenn ich den Kontext, unter dem er erwähnt wurde, vergessen habe, sondern auch vegetarische Ravioli. Was ich lustig fand. Und mich trotzdem gefragt hab, wieso meine Erziehungsberechtigten das gekauft haben, immerhin gibt es ganz gute frische Ravioli mit Käse oder mit Ricotta.
Ach, und meine trash-Texte-Ader schlägt wieder einmal durch:
[punk-mode ON]
*gitarrenschrammelschrammel*
I want to fuck a little punk girl
and then she's going to be my punk queen
*gitarrenschrammelschrammel*
I want to be the punk king
no matter if that's a contradiction
*gitarrenschrammelschrammel*
I want to fuck a little punk girl
oh, pretty pretty punk girl
don't you want to kiss me?
I'll be your punk king
forever.
FUCK THE SYSTEM AND SHAVE THE QUEEN!

[punk-mode OFF]