mich zwingt die angst

Im Suff erkennt man oft nicht, dass man betrunken ist. Ist es falsch, zurückzuschliessen, dass man nüchtern überhaupt nicht erkennt, dass man nüchtern ist? Was bedeuten muss, dass der Zustand, den wir als „nüchtern“ empfinden, etwas völlig anderes sein muss als das, was wirklich „nüchtern“ ist, was die Schaffung eines dritten, bisher unentdeckten Zustandes, der nur theoretisch bestehen kann, nötigt.
Ich habe zwei Libellenlarven gesehen, wie sie sich gepaart haben.

Verletzte Analogien steigen schäumend aus dem Feuer des Vergessens empor und kriechen um mit letzter Kraft ihre blutigen Worte auszuspucken, auszuwürgen, auszukotzen. Ein vulgärer Akt des Geistes in vollkommender Kühlheit gegenüber der Agonie einiger Neuronen. Fußsoldaten des neuralen Zentrums, Kanonenfutter des Gehirns, Sandsäcke im Alkoholrausch.

Träumend liege ich auf der blauen Bettdecke zwichen blau-hellbraunen, ja fast schon gelben Möbeln in dem Zimmer mit dem blauen Teppich. Wie hübsch eingerichtet doch alles ist und wir fassen uns ohne Scham an unsere intimsten Stellen.
Ob es nicht sticht, da zu küssen, wegen den Haaren. Eine Rasur ist doch selten perfekt, das können nur Fußballspieler.
Fußballbegeisterte. Gleicher Typ, gleiche Region, gleiches Ziel.
Es öffnen sich neue Verbindungen, wie wenn man mit der Taschenlampe über ein Spinnennetz aus silbernen Gedankenfäden leuchtet.
Dies ist eine Wanderung durch ein Gedicht eine Schiffahrt durch die Gedanken.
Und trotzdem ist alles roh, wie blutiges geschlachtetes Fleisch das ich nicht essen will, es ist mir zuwieder ich beisse immer auf Knochen. Eine Begegnung mit dem Tod.

Ist schlussendlich nicht alles immer nur eine Suche nach der Einen, nach dem, was ich einst Rei nannte, gewesen. Rei. Japanisch für Null.
Japanisch für Geist.
Geist. Seele.
Ich.

Letztendlich suche ich niemand anderen sondern mich selbst. Ein verlorengegangenes Teil von mir? Finde ich es in der Vergangenheit, deren Gestalt mannigfaltig ist? L³SV. CVN. Abkürzungen, die alle nicht das Ziel sein können.
Die Gnosis lässt grüßen. Muss es wieder lesen, dieses Buch. Zurück zum Pendel. Ich muss es sehen, umbedingt. Fahr ich nach Paris, überstürzt, mit schlechtem Französich, aber was macht das schön, ich komme schon zum Pendel, um es anzubeten und niederzuknien vor diesem Altar der Gewissheit, wie er genannt wird.
Agonie, Agonie, Agonie.
Dabei tut es nicht einmal weh, es sind nur Gedankenspiele, die äusserst verwirrend sind, da nicht im Zug wahrgenommen.

Verstehe ich diese Symbole überhaupt noch selbst? Ein Teich mit Molchlarven darin, eklig und ausserirdisch. Und sie beissen nicht, denn sie haben keine Zähne. Alles ist kalt und dennoch sind sie warm, diese Tiere. Nicht roh, nicht heiß, einfach nur glitschig. Wie manche Gedanken, die ins Wasser springen und im Teich verschwinden, im trüben Wasser und womöglich auch noch Staub aufwirbelen.
All das sind Bilder vor meinen Augen das kopfliche Kino, wie eine Reise zu anderen Planeten mit nur einem Liter Sauerstoff aber mit der Unsterblichkeit ausgestattet. Es dauert unendlich langsam, aber man stirbt nicht.
Die Unendlichkeit allein ist die Hölle. Agonie.

mich zwingt die angst, weiterzuschreiben, und ich kann nichts dafür. Ist es bewusst passiert diese Kleinschreibung? Kann man nachher noch von einem Schöpfungsakt schriftstellerischer Art sprechen? Ist es nicht eher wie wenn man Flüssigkeiten ausscheidet, eine literarischer Samenerguss. Elektrische Impulse fliessen durch unseren Körper, durch Stromleitungen verbinden unsere Geister miteinander und so entsteht ein Netzwerk ein neuer Organismus in dem wir alle nur eine Zelle sind solange bis wir anfangen uns selbst zu zerstören.
Boreas, oh Nordwind, hilf uns in dieser schweren Stunde. Schick uns ein Schwert und töte 400 mal 400 Mann, dann werden wir dir einen Tempel bauen und deinen Wind vereehren als göttliche Kraft.

Mal so ganz nebenbei: Wie findet ihr das neue Logo/Banner?

Ein Kommentar zu “mich zwingt die angst

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