Ein kosmischer Orgasmus inmitten hermetischem, in einer gelben mit Alkohol gefüllten Flasche schwimmenden Sternenstaub Oder: Eine Million Jahre auf der Erde

Mal wieder so richtig arbeiten, an einem literarischen Projekt. Und nicht immer nur bloggen. Ist mir gerade eingefallen, weil um halb 5 in der Nacht – oder kann man das schon Morgen nennen? – genau die richtige Zeit wäre, um an einem verrückten Roman zu schreiben, während man sich die siebenundzwansisgte Zigarette in den gefüllten Aschenbecher drückt und sogleich die achtundzwansisgte Zigarette anzündet, ein paar dekorative Rauchschwaden in das dunkele Zimmer bläst und wie wild tippt. Wie ein Verrückter, ein Besessener, die ganze Nacht und den Ganzen morgen durch, nur Pausen, wenn die Blase so weh tut dass man aufs Klo kriechen muss. Zigaretten machen ein Leben lang psychisch abhänig, das ist grausam, denn ich rauche nicht.

Ist man metrosexuell, wenn man sie die Hände rasiert? Ich meine, muss ich dann auch anfangen, mir meine Fingernägel zu färben und String-Tangas zu tragen sowie mit einer Herrenhandtasche und einem Herrenrock umherlaufen? Und wieso denke ich bei „metrosexuell“ immer gleich an diesen Berufsrasierer Backham?

Bei diesem „die Nacht durch durcharbeiten“, was ich noch nie wirklich getan habe, weil mir dazu immer die Kraft oder der Wille, Koffein in rauen Mengen zu verzehren, fehlt, muss ich immer an Jacopo Belbo auf Umberto Ecos „Das foucaultsche Pendel“ denken. Tolles Buch, interessanter Charakter. Ob es allerdings lohnenswert ist, ihn nachzuahmen, ist fragenswert. Oh, diese Pein, diese unglaubliche Pein der Gewissheit, dass alles wahr ist! Und oh, Lorenza! Oh, Schmerz, Pein, Höllenqual!
(Hach, ich mach das wirklich wunderbar. Ich übertreibe zwar gnadenlos, aber vielleicht kann ich Jacobo Belbo ja mal in einem übermässig dramatisierten Theaterstück im „Grand Thêâtrê“ (Ich wusste nicht mehr, wo das Accent Circonflex hinkommt, also habe ich auf jeden in Frage kommenden Buchstaben einen gemacht. So ist es auch sicher falsch.) in Luxemburg Stadt spielen, sollte ich je mittelloser Schausspieler sein.)

Es gibt nicht intimeres als die Onanie. Oder die Gedanken der Menschen bei der Onanie. Ich glaube, es ist eine Sache, Sex mit einem Menschen zu haben. Über die sexuellen Fantasien eines anderen detailreich informiert zu sein, ist etwas anderes. Etwas wundervolles, aber eben etwas sehr intimes. Sehr schön, wenn man sich davon erzählen kann, ohne dass man sich dumm dabei vorkommt, im gegenseitigen Respekt.(Verfilmt mein Blog, auf der Stelle… *gähn*)

Tanzen ist Sex haben. Sex haben ist Tanzen. Poggen ist eine Art von Tanz. Poggen ist also eine Art von Sex.

Es ist verrückt, es ist vollkommen verrückt. Nein, eigentlich ist es komplett wahnsinnig. Und trotzdem ist es ganz normal. Wir leben in einer Welt, die nicht nach unserer Zufriedenheit regiert werden kann. Das ist komplett unmöglich. Ich meine, was wäre denn, wenn jeder glücklich wäre? Was gäbe es noch zu berichten? Der Sprecher der Tagesschau würde früh im Morgen, nachdem der Frieden geschlossen, der Hunger besiegt und die Krankheiten ausgerottet und die Zoopandas sich alle in einer wilden Orgie gepaart und der Riesenalk wieder gesichtet wurde, jedem einzeln anrufen und all dies mit freundlicher und feierlicher Stimme mitteilen. Und die Menschen würden alle „Freude schöner Götterfunken“ summen.
Aber es wäre langweilig, nicht? Ich habe mal jemanden, der mir einen Bibelkurs und das ewige Leben andrehen wollte, gesagt, das wäre sicher auf die Dauer langweilig.
Sicher, so lange man noch drei- bis vierstellige Geburstage hat, ist es ganz interessant. Aber stellt euch mal vor, eine Million Jahre auf diesem stinkenden Planeten. Sorry, aber nach einer Million Jahre hat man alles gesehen. Oder alles, was man nicht gesehen hat, sind die gesammelten Folgen von „Verliebt in Berlin“ und eine Ausstellung über Seifen aus dem 23. Jahrhundert.
Ausserdem ist es sicher nicht so lustig, seine Freunde versteinert wiederzufinden.

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