Dies ist mein Reich oder: Vive la rentrée!

Schulanfangstress überall, die Franzosen nennen das ja Rentrée und feieren es quasi wie ein neues Jahr der Schule, der Verwaltungen, usw. Die Luxemburger haben das Wort übernommen und runzeln die Stirn über die Werbeplakate der französichen Supermarktketten, auf denen es da heißt „Vive la Rentrée„.

Klassisch zum Schulanfang ist ja die Suche nach neuer Kleidung, insbesondere Schuhe. Über Schuhe habe ich mich an dieser Stelle schon so oft ausgelassen, dass man sich fragen könnte, ob da nicht meine weibliche Seite durchschimmere.
Jedenfalls machte ich die mein Weltbild gründlich erschütternde Entdeckung, dass es in Ettelbrück doch Chucks gab. Sogar in vielen verschiedenen Farben. Allerdings nur bis Größe 40. Verdammt, wieso muss ich Schuhgröße 43 haben? Jetzt hätten sich kleinere Füße mal gelohnt.

Nach der Entäuschung beim Versuch, Schuhe zu kaufen, entsann ich mich an den wunderbar und guten Ruf meiner Heimatstadt als Einkaufsstadt und machte mich auf den Weg in ein Bekleidungsgeschäft, in der Absicht, mit einen schicken und warmen Pullover mit Kaputze für den herannahenden Winter zu kaufen. Dabei liess ich mich von dem weiblichen Teil meines noch-aber-nicht-mehr-lange-Erziehungsgberechtigtenpaares bei der Auswahl des Geschäftes beraten. Das Geschäft war die Kleidungsabteilung des Supermarktes, wobei der Supermarkt nur auf der unteren Etage ist und die Bekleidungsabteilung jemand anderem gehört als der Supermarkt, wobei die Konzerne wohl auch irgendwann fusionieren und dann gehört wieder alles einem, so wie es einmal war.

Also flugs die Rolltreppe genommen und zuerst einmal den Weg vorbei an der kleinen Schuhabteilung gemacht, um zu sehen, ob dort nicht irgendwo die erhofften Chuckimitate hervorblitzen. Fehlanzeige. Fire begab sich weiter in den dichten rosa-beigen Dschungel. Ich war in der Frauenabteilung gelandet und sah im Vorrübergehen nicht nur, dass die angesagten Farben des Winters offenbar pink bis beige sind, sondern, dass es bei den Regenschirmen den ganzen Regenbogen zur Farbauswahl gibt.
Die Frauenabteilung war recht klein, kleiner jedoch war die Männerabteilung, in der es schnatterende Verkäuferinnen, nicht jedoch die angestrebten Pullover gab.
Traurig machte ich mich auf den Heimweg. Ich glaube, ich muss wirklich dazu übergehen, mir Kleidung aus dem Internet zu beschaffen. Vielleicht krieg ich dann auch mal was, was mir wirklich super gefällt.

6 Kommentare “Dies ist mein Reich oder: Vive la rentrée!

  1. Ich habs gelesen, das ist in Ordnung :-) Vorurteilsfrei ist niemand, und manche Klischees oder Vorurteile stimmen auch. Manchmal jedenfalls.

  2. OT: Ich habe drüben bei derjulia was geschrieben. Wegen Haaren.
    Entschuldigen Sie nochmals, Sie hatte ich da gar nicht in Gedanken, als ich das schrieb.
    Pardon Hr. Fireball.

    Leider brauch ich meine Vorurteile . Im Guten wie im Schlechten, um die Welt zu verstehen. Wie eigentlich jeder von uns.

  3. auweia. ich kann das mit dem problem beim klamottenkaufen nachvollziehen. als ich gestern in frankfurt stöberte – naturgemäß in der frauenabteilung – kam mir der gedanke, ob den bekleidungsfabrikanten die stoffe ausgegangen waren und sie stattdessen omas vorhänge recycelt hatten. grausam, kann ich da nur sagen, echt grausam. das wird ne sehr billige saison in meinem bevorzugten second hand laden in der altstadt. die ham eh die cooleren klamotten.

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