Die Schule des Terrorismus

Fire hat sich mittlerweile eine neue Schule gesucht, die, wie bereits berichtet, zumindest teilweise in einer alten Milchfabrik(Ich habe leider kein Bild auf einem politisch neutraleren Server gefunden. Anderseits, Traffic kostet die Rentenpartei, also ist das wohl auch gut so.) liegt. Da chromglänzende Tanks und Leute, die in weißen Kitteln und mit Mundschutz herumlaufen, nicht nur zum Erscheinungsbild der Milchprodukteindustrie und teilweise stillgelegten Milchfabriken zählt, sondern auch zum internationalen ABC-Terrorismus gehörte, beschloss man, die Schule für angewandte Revolutionstheorie, Rebbellion und politischen Terrorismus (LTRRTE) in dieses Gebäude zu legen. Der größte Teil der Schule befindet sich jedoch in E., dem Ort der Stadt, in der die Welt untergeht. Doch das sind zwei andere Geschichten.
Fire muss sich als Schüler, dessen praktische Ausbildung dieses Schuljahr beginnt, auch passendne Kleidung kaufen. Also fuhr Fire mit seinem Erziehungsberechtigten bzw. sein Erziehungsberechtigter fuhr ihn zu einem Rebbellenausstattungsladen. Der Rebellenaustattungsladen lag neben einem Maisfeld. Das Maisfeld spielt in unserer Geschichte keine Rolle, aber ich wollte immer schon die Frage aufwerfen, ob je ein Mensch luxemburgischen Mais gekauft und gegessen hat, oder ob in Luxemburg nur Futtermais angepflanzt wird. Fire hat nämlich noch nie von einer luxemburgischen Maisindustrie gehört. (Sehr wohl aber von der luxemburgischen Milchprodukteindustrie!)

In dem Rebellenaustatterladen, in dem Fire sich nun in Begleitung seines Erziehungsberechtigten befand, lief im Radio Juli Rage against the Machine, und eine Verkäuferin begrüßte uns mit „Wilkommen Genossen“ „Hallo, kann ich ihnen helfen?“
Die Frage konnte im Laufe des Verkaufsgespräches und des Anprobierens bejaht werden. Als wir an der Kasse, wo wir Kevlarweste, Vermumungsmaske, Patronengürtel, kugelsichere Tarnmusterchucks und eine kugelsichere Hose bezahlten wollten, standen, erwähnten, von welcher Schule ich kam, erliess uns der Kassierer 15% und legte noch ein ein Packet Granaten dazu. Ich sagte ihm, dass meine Schule die Waffen stellen würde, aber er antwortete, ich müsse ja schliesslich auch während den Ferien üben.

Mit einem grinsenden Gesicht verliess Fire das Geschäft und fuhr nach Hause. Ihm juckte es in der Nase. Er durfte jedoch nicht in der Nase bohren, denn sonst würde sie wieder mit Bluten anfangen, wie sie es heute morgen im Sportunterricht getan hatte. Da versuchte Fire nämlich Volleyball zu spielen – und ich schwöre es – nicht der Ball, sondern der Daumen war es, der das Nasenbluten auslöste, was Fire die unzweifelhafte Ehre verschaffte, gut 10 Minuten über dem Waschbecken und den Rest der Sportstunde auf der Bank zu verbringen. So gefährlich kann Schule sein!

2 Kommentare “Die Schule des Terrorismus

  1. lol
    viel Spaß beim Üben!

    KRAAAWUMMMS!

    Es ist nur Fireball, er macht seine Hausaufgaben.

    Wie schön, dass der Junge sich dieses Jahr solche Mühe gibt…

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *