Die Schule des Terrorismus II

Montag. Die Woche beginnt, und sie beginnt, wie in jeder anderen Schule, auch in der Schule des Terrorismus(LTRRTE). In Fires Fall begann die Woche mit Sportunterricht. Als sei das allein noch nicht schlimm genung, stellte sich der Sportunterricht als Schulschwimmen heraus.
Fire wäre eigentlich sehr viel lieber mit seinem grünem Kopftuch und seiner neuerstandenen Tarnkleidung durch den Matsch gerobbt, oder wenigstens unter NATO-Stacheldraht durch.
Nachdem Fire die Wassertemperatur gefühlt hatte und gegen den ersten Eisblock geschwommen war, der da so munter umhertrieb, wäre er auch nur in Tarnbemalung durch den Matsch oder wenigstens unter NATO-Stacheldraht gerobbt.

Nach einigen Stunden, die Fire sehr müde verbrachte und der Mittagspause hatte er dann das Fach „Taktik und Strategie. Sehr nett auch das das kursbegleitende Buch, „Der Guerillakämpfer – Taktiken und Strategien“. Nach dieser Stunde, in der Fire den ersten Einblick in die Grundlagen des urbanen Kampfes bekam, hatte er dann zwei Stunden „Arbeitsaufteilung“. Die Einführung, die sich nun bereits in der dritten bzw. zweiten Woche (die erste Stunde rechnet man ja nie mit!) befindet, befasste sich viel mit dem Konzept „Arbeit“. Leistungskurve, Motivation, usw. Unter anderem fielen auch die Stichworte „Entfremdung des Menschen von der Arbeit“ und „Marx“. Natürlich wird die Klasse sofort wach, wenn Marx genannt wird. Schlimmer ist es nur wenn die Silbe „Che“ von einem Lehrer in den Mund genommen wird. Dann ruft immer mindenstens einer „Was ist mit Ernesto? Mein Vater kannte ihn, war damals in Bolivien dabei!“ oder etwa „Hasta la victoria, siempre! Cuba Libre!„.
Auf letzteres brüllt immer jemand aus der letzten Reihe – jemand, der die Klasse wiederholt – „Ja, Cuba Libre trink ich auch gerne!
Woraufhin er stets als Verräter und „Kapitalistenschwein“ bezeichnet wird, wenn er nicht sofort hinzufügt: „Aber nur mit fair gehandelter Guarana-Cola!

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