Dieser Artikel wäre fast der Menscheit vorenthalten worden. Deshalb sollten wir jetzt alle ein Eis essen gehen.

Ich glaube, es gibt nicht verunsicherendes als die Pause nach einer Mathearbeit. Da wird man von so unterschiedlichen Leuten mit so viel verschiedenen Informationen und Lösungen bombadiert – und vor allem ich, der ich mir nie behalten kann, welche Aufgabe welche Nummer hatte, komme überhaupt nicht mit – so dass man nachher gar nicht mehr so sehr von der Richtigkeit seiner Lösungen überzeugt ist. Dabei wollte Fire eigentlich nur Fragen, wie es denn gelaufen sei. Ein klein wenig Small-talk vor der nächsten Stunde und vor allem um zu hören, dass die Arbeit nicht allzu schwer gewesen ist – das eigene Gefühl bestätigt sehen, also. Wenn jeder sagt, es war einfach und man selbst hat es sehr schwer gefunden, ist das selten ein gutes Zeichen, aber es ist noch ein schlechteres Zeichen, wenn man selbst alles furchtbar einfach gefunden hat und der Rest der Klasse um Genügende Noten betet.Meist geht es dann so aus, dass man selbst der Einzige ist, der in Schwierigkeiten steckt und die Restlichen positiv überrascht von dem Resultat sind.

Fire weiß allerdings noch nicht, was er von Lehrern halten soll, die allen ernstes zwei Punkte von 60 auf „Sauberkeit“ verteilen. In der Grundschule gabs mal Noten für Schönschreibschrift, und damals hat man uns ständig erzählt, man müsse eine saubere Schrift haben, um später bei Bewerbungen gut anzukommen. Natürlich haben alle verschwiegen, dass man auch Arzt oder Apotheker werden könnte und sich um so etwas wie Schriftbild überhaupt nicht kümmern müsste.
Der Lehrer des Faches „Wissenschaften“ (früher hieß das Heimatkunde, heute ist es Wissenschaften. In der Grundschule, wohlverstanden.) sagte mir immer, ich müsse sauber schreiben, besonders wenn ich, wie er immer glaubte, später Wissenschaftler werden würde, müssten meine Wissenschaftlerkollegen ja lesen können, was ich da so geschrieben habe.
Ich glaube, ich habe nie das Argument des Computers angebracht. Vielleicht war es mir einfach peinlich, in der Materie zumindest manchmal mehr zu wissen als der Lehrer, vielleicht traute ich mich einfach nicht oder es war mir egal, weil ich sowieso nicht in weißen Kitteln herumlaufen wollte.

Das weiße Kittel, das errinert mich an den Chemietrakt in der Schule des Terrorismus. Da hängt ein Poster an der Wand. auf dem steht „Not all chemists wear white coats!“.
Das mag ja stimmen und ist so als Chemikerlobbywerbung auch ganz annehmbar. Allerdings ist daneben ein Bild einer Chemikerin , die mit ihrem Laptop auf einem Bergipfel sitzt, eingehüllt in eine dicke Jacke. Ich meine, will die Chemikerlobby denn, dass wir glauben, die eine Hälfte der Chemiker würde in weißen Kitteln herumlaufen und die andere, weibliche Hälfte würde ihre Arbeitszeit in eremitischer Abgeschiedenheit auf Berggipfel verbringen, wo sie die Eigenschaften von unbekannten Substanzen wie Schnee, Eis und Gestein untersuchen?

Wahrscheinlich gibt es, wie bei den Mathematikern auch eine Chemikerverschwörung, bzw. einen Rat der ältesten Chemiker, die sich in einem geheimen Raum, der wahrscheinlich in Amerika liegt, treffen und schwarze Gewänder, merkwürdige Hüte und noch merkwürdigere Bärte tragen.
Und genau diese Leute entwickeln abstruse, merkwürdige Ideen, mit denen sie die Menschheit und besonders die Schülerschaft traktieren und piesaken. Zum Beispiel kommen sie in ein, zwei Jahren sicher auf die Idee, ein paar neue Elemente dazuzuerfinden. Und deren Eigenschaften werden ausgewürfelt, mit W48-Würfeln.

Den meisten Lehrern an der Schule des Terrorismus ist die Handschrift übrigens mehr oder weniger egal, sofern sie was entziffern können. Ernesto hat auch nicht mit Schönschreibschrift geschrieben…

Leave a Reply

Your email address will not be published.