Like a king I'll rise…

Wenn ich je von irgendeiner übermenschlichen Kraft gezwungen werde, meine Stimme mit irgendjemanden tauschen zu müssen, dann werde ich sie mit Ben Harper tauschen. Sollte der nicht verfügbar sein, dann halt mit Nick Cave.

Einen harten Tag habe ich hinter mir, und der Tag, der jetzt kommen wird, wird nicht umbedingt sehr viel unhärter, dafür habe ich aber das Gefühl, dass ich etwas „großes“ vor mir habe. Und damit meine ich beleiben nicht die die Physikprüfung.
Manchmal habe ich das Gefühl, alles erschlägt mich und ich muss kapitulieren bzw. das Ganze ein paar Wochen verschieben, weil ich sonst nicht klar komme. Und dann lösen sich alle Probleme, die Macht der Medien öffnet für deinen kleinen Moment und ich sehe Licht durch den Türspalt.

Momentan fällt Schneeregen und weicht den ersten Schnee in diesem Winter auf, so dass er zu der grauen Masse wird, die die Kinder meiner Generation „Schnee“ nennen wird. Ich mag das Geräusch von den feinen Tropfen auf mein Dachfenster, wie ein beruhigendes Trommeln des Himmels. Und währendessen singt Ben Harper „Please Bleed“ und so langsam fährt das nebelige Gefühl der Entspannung in meinen Körper und nimmt neben der Müdigkeit Platz. Die Musik dringt wie ein Schleier aus den Lautsprechern und hüllt das Zimmer wie mit Rauch ein. Wäre es Tag und würde dieses fahle, graue Licht herschen, spräche ich von visueller Stille.

Ich denke, heute war seit langem wieder einer von jenen Momenten, an denen ich mich einfach nur durch die gleichen Wetterverhältnisse mit jemandem verbunden gefühlt habe. Genauer gesagt passierte es mir drei mal heute, alle drei Male war es bereits dunkel und alle drei Male war es anders. Schön zu wissen, dass man manchmal die gleichen Gedanken hat. Schön zu wissen, dass der erste Schnee für diesen Winter bei uns zur gleichen Zeit fällt.

Man spricht oft vom Weihnachtswunder, aber an Weihnachten oder an Heiligabend habe ich bisher nur Stress und nerviges Hin-und-Hergerenne von den einen Verwandten zu den Anderen erlebt. Da gab es nichts wunderliches oder wunderbares dran. Vielleicht sind solche kleinen netten „Wunder“ genau das, was den Winter oder den Spätherbst – diese Zeit, in der wir uns momentan halt finden – manchmal ein klein wenig „magischer“ macht.
Oder aber es passieren auch einen Monat vor Weihnachten kleine Wunder, falls es denn sowas wie Weihnachtswunder geben sollte. Ich romantisiere gerade alles ein wenig, eigentlich war es ja nur Witterung, aber im Rückblick war ein ganz klein wenig Magie in dem Moment.

Welcome to the Cruel World.

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