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Rückblick und Vorsätze:

Rück

  • richtig wirklich angefangen Radio zu „machen“
  • Neubauten kennengelernt
  • in die dt. Blogosphäre reingeschliddert
  • entdeckt, dass es eine luxemburgische Blogosphäre gibt
  • 3. Preis beim DALI-Award
  • aufgehört, Fleisch zu essen
  • wieder einmal sehr viel nette Leute kennengelernt
  • zurückblickend „a hell lot of“ genialen, tollen, wundervollen Momenten erlebt, an die ich gerne zurückdenke
  • mein 19. Lebensjahr angefangen (Danke an Mix, mich alten Mann daran zu errinern!)

Vor

  • mehr bloggen
  • „ein rethorisches Monster werden“
  • Notfallpackung kaufen
  • Télécran ein Interview geben ;-)

Szenen

Im Telecran, der schlechsten luxemburgischen Wochenzeitschriften, gibt es diese Woche einen Artikel über Jugendliche und deren Engagement bzw. Nicht-Engagement in Jugendparteien, das ganze mit der schon sehr voreingenommen Überschrift „Party statt Partei“.
In dem Artikel, auf den ich lieber nicht weiter eingehe, habe ich gelernt, dass es unter anderem folgende Jugendszenen(sic!) gibt:
Gamer, Raver, Girlies, Tierrechtler, Veganer
Ich finds herrlich. Richtig herrlich. Das einzige was mich entäuscht hat, war, dass sie nicht Gamerz geschrieben haben.

*telecran verbrennen geht*

Goldene Reglen für Vegetarier:

#24: Wenn du Essen gehst, setz dich nicht neben den Metzger, egal wie gut du dich sonst mit ihm verstehst. Er wird Bemerkungen machen.
#36: Setze dich so weit weg von Menschen, die laut rausposaunen könnten, dass du Vegetarier bist, wenn du nicht den ganzen Abend fragen wie „Was isst du denn den ganzen Tag? Nur Salat und Grünzeug?“ „Isst du auch kein Fisch?“ „Und Eier?“ „Und Milch?“ „Und Kaviar? Sind doch Fischeier!“ beantworten willst.

Musical Voyage

Nachdem mir Henk vorgeschlagen hatte, ich solle etwas leichteres als die wirklich exzellente Portishead zu hören, langte ich die die geistige Schublade von „entspannender Musik“ und fischte Air heraus.
Air ist ungefähr das, was man während einem Weltraumflug hören sollte. Jedenfalls wenn der Flug langsam und die Stunden sozusagen schwerelos vergehen. Man schwebt in anderen Sphären.
Ich habe allerdings nicht wirklich das Richtige getan, denn Air ist stellen oder albenweise auch schwer. Die neuste Scheibe der Franzosen, Talkie Walkie genannt, ist jedoch weder zu schwer noch zu leicht verdaulich. Eine wirklich nette Mischung. Anspieltipps: der Oppener Venus, Biological und Alone in Kyoto.
Eignet sich hervorragend zum Träumen, Kekse essen und etwas – nich zu viel – Sonne in den grauen mittelwesteuropäischen Winter zu bringen.

Eignung zur musikalischen Begleitung des Liebesaktes (SEX):
* * / * * * * * * (Nur zum Kuscheln geeignet. Und wenn man unbedingt will, auch zum Blümchensex.)

Dann habe ich mir zu Weihnachten zum Fest des Konsums und der Wiederholung epischer Spiel- und Kitschfilme das Debütalbum „Down in Albion“ der Babyshambles schenken lassen bei Amazon bestellt und dann Schenken gelassen. Mir gefiel das Cover, der Titel des Albums und der Fakt, dass ich schon mal von der Scheibe gehört und/oder gelesen hatte und das relativ positiv. Ich wusste also nicht, dass ich mich auf das Projekt des drogen-beineinflussten Sängers der Libertines, von denen ich auch bisher nur den Namen kenne, eingelassen hatte.
Ich mag die Scheibe. Manchmal hat man bei der Cover und Titelbewertung einfach Recht. Der Stil ist nicht zu beschreiben, da er nicht eindeutig ist. Gut, die Musik wird von Gitarren produziert und es singt jemand dazu. Das klingt aber nun manchmal wie allerschönster akkustischer Indie, manchmal wie Reagge, einmal sogar ein kleines bisschen wie die Einstürzenden Neubauten.
Anspieltipps: Albion, Fuck forever und In love with a feeling

Eignung zur musikalischen Begleitung des Liebesaktes (SEX):
* * 1/2 * / * * * * * * (Relativ geeignet, wenn auch sicherlich nicht alle Titel)

Weitre Meldungen aus der Welt der Musik:
Bill von Tokio Hotel steht auf Männer. In einem Interview unterstrich die Sängerin der Band, sie interessiere sich definitiv fürs andere Geschlecht. (Quelle: laut.de)

Insomnia

Und nun sitzt du hier.
Es ist Nacht, du weißt eigentlich überhaupt nicht mehr, was dich die letzten 2 Stunden wachgehalten hat, und jetzt bist du an dem Punkt, an dem es endweder wirklich Zeit ist, ins Bett zu gehen, oder unsterblich zu werden und bis in den Morgengrauen hinhein auf diesem Stuhl zu sitzen und die Zeit totzuschlagen, als wäre sie ein assfressendes Tier. Dann bliebe auch die Zeit, sich bei Blixa Bargeld zu entschuldigen, dass du ihm wieder einmal eine Idee geklaut hast. Hoffentlich würde er mir verzeihen.

Und im Hintergrund läuft Portishead, hundertmal gehört und doch jedes Mal anders. Du bist unrasiert, und was sich heute Mittag noch gut anfühlte, beginnt dich so langsam zu nerven, du denkst mit Schrecken an das Kratzen morgen früh – oder vielleicht auch erst morgen Mittag – wer weiß das schon so genau?

Du denkst an den Abend, der unbeschreiblich bleiben soll, jedenfalls für diesen Moment. Es geht einfach nicht, es ist nicht in Worte zu fassen – vielleicht, weil er aus so vielen Worten bestand. Du möchtest deinen Dank aussprechen, obwohl du es bereits getan hast. Es bleibt nichts mehr zu tun, ausser einem Einmachglas, das es zu holen gilt, und in das es diesen Abend einzumachen gilt, süß. Zu Konservieren. Denn mit unseren Errinerungen können wir ruhig – im tiefsten Sinn des Wortes – konservativ umgehen.

In deiner Tasche befindet sich noch immer dieses Stück Papier, dieses Dokument des geistigen Verfalls, das du eigentlich gar nicht besitzen möchtest. Ohne es bräuchtest du dich nicht zu rechtfertigen, es bliebe nur, sich verletzt zu fühlen und damit im Recht zu sein. Jetzt jedoch könntest du das Glück in deine Hand nehmen, Schmied spielen und diesen Ort aufsuchen und alles platzen lassen. Doch nicht nur dein eigener Unmut und das Symbol, das stumme Akzeptieren dieser pro-forma-Sache, sondern auch ein letztes Fünkchen Respekt und guter Wille in dir lassen dies alles nicht zu. Trug sie nicht auch das Zeichen, damals?

Du errinerst dich an Kosenamen von früheren Schwämereien. Du errinerst dich an Bilder, die du einst sahst. Drachen und Sterne. WIederkehrend. 0. Zero. Dabei steht mir der Diskordianismus besser. Aber seine Religion sucht man sich nicht raus, man wird erleuchtet. Wie die Jediritter. Ach, du seelige Zeit der Printmedien die nie gedruckt wurden.

Du wirst müde und kryptisch. Du bist nicht Deutschland (an och net Lëtzebuerg!). Du bist der Bombenleger. Betrachtet dies als Geständniss. Sûretée, ik hör di trapsen.

Merry X-mas! (Meine Weihnachtsansprache, Weihnachtsrede und all das, was die Google-Sucher nicht lesen wollen)

Ich hasse Weihnachten.
Obwohl, eigentlich ist das falsch. Ich hasse das Fest an sich nicht. Es ist sehr löblich, sich in der Familie zusammenzufinden und sich gegenseitig mit von Herzen kommenden Geschenken zu erfreuen und ein paar ruhige und besinnliche Stunden zu verbringen.
Tut aber niemand.

Ich hasse Weihnachtsmusik jeder Art, besonders wenn sie in der Fußgängerzone oder auf Weihnachtsmärkten gespielt wird. Dabei ist es egal, ob es sich um Interpreationen auf der Panflöte oder mit einem Kinderchor handelt. Ich hasse sogar John Lennons Merry X-mas (war is over), nachdem es aus einer Glühweinbude gedudelt wurde.

Ich hasse Fragen nach Geschenken. Strengt eure Köpfchen an. Fragt doch mal subtil. Durchwühlt Bücherlisten und Stapel. Befragt Freunde. Überrascht mich mit Dingen, die euch auch gefallen und von denen ihr glaubt, dass sie mir gefallen könnten. Schreibt mir einen langen Brief, brennt mir eine CD mit Lieblingsliedern, malt mir was. Wenn euch wirklich nichts einfällt, könnt ihr mir immer noch ne Karte kaufen, in ein paar lustigen Sätzen erklären, wieso ihr mir Geld geschenkt hat.

Ich hasse familieninternes Wichteln mit Preisvorgabe. Such dir nen Geschenkt, das 12,50 € kostet. Und keinen Cent mehr. Verdammt, Geschenke müssen ja nicht teuer sein. Aber müsst ihr jetzt schon einen Preis festlegen?

Ich hasse es, keine Weihnachtskekse vor Weihnachten essen zu dürfen

Ich hasse es, Menschen in den Läden zu sehen, die Geschenke kaufen und dabei so gezwungen wirken. „Jetzt muss ich dem und dem noch was schenken…“ Schenkt doch bloss denen was, die euch lieb sind, die euch was bedeuten. Und schreibt auch nur denen eine Weihnachtskarte. Dann wirds für Neujahr auch billiger.

Ich hasse dieses hektische Rumgerenne an Weihnachten. Gott hat nicht aus Dummheit drei Weihnachtsfeiertage erfunden. Heiligabend die „kleine“ Familie, Weihnachten und 2. Feiertag dann die beiden Familienzweige. Bei Scheidungsfamilien kann man auch schon an Heiligabend einen Zweig aufsuchen und am 27. auch noch feiern.

Ich hasse den Perfektionsmus an Weihnachten. Es genügt, wenn ein Fest schön ist, wenn alle einigermassen ordentlich angezogen sind und das Essen schmeckt. Es muss nicht perfekt sein.

Ich hasse letztendenes nicht mehr als den Kitsch. Dazu gehören: Weihnachtsengel, Weihnachtsmänner, alles leuchtende in Fenstern, Aussendekorationen, künstlicher Schnee, alles singende. Weiterlesen