Schatten in der Nacht

Du wachst auf, mitten in der Nacht, in einem fremden Zimmer, auf einem ausklappbaren und ausgeklappten Sofa.
Du hast schon geschlafen, aber noch nicht lange. Was dich aufgeweckt hat, weißt du nicht, eine Bewegung wars – vielleicht der Hund.

Und du erkennst eine Siluette in der Tür, schärfer als du sie eigentlich ohne Brille sehen dürftest. Und du erkennst sie. Es ist sonst niemand mit der Frisur, der Größe, dem Umriss im Haus. Du bist dir sicher, dass sie es war.

Und du willst etwas sagen, aber es kommt nicht dazu, sie ist schon wieder verschwunden. Siluette im fahlen Gegenlicht des einfallenden Mondlichtes, mehr hast du nicht gesehen.

Du drehst dich wieder um und dich durchzückt ein Blitz falscher Errinnerung. Und irgendwie spürst du, dass es doch wahr sein könnte, so verrückt das auch klingt. Ist Errinnerung wirklich nur ein Bild im Kopf?
In dem Zustand, in dem du bist, ist es zu verstehen, wenn du dich nicht mehr errinnern kannst, obwohl man sich daran doch errinern müsste. Und dennoch kannst du aber auch alles vielleicht nur erfunden haben.

Was bleibt, ist ein Schatten.

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