Das globale Dorf, Großstädte und die Provinz, schwarze Schafe und Stroh auf der Straße

Es gibt für mich ein ganz klares Zeichen, dass ich mich in einem Kuhdorf, quasi am Ende der Welt, jedenfalls in einem von der Landwirtschaft geprägtem Ort befinde: Stroh auf der Straße. (Dazu oft auch noch Gestank von Mist.)
Wenn du irgendwo bist und du siehst Stroh auf der Straße liegen, kannst du dir sicher sein, du bist fast sicher in einem Kaff oder in der Nähe eines Freilichtmuseums gelandet. Was wohl beides nicht sonderlich positiv ist, wenn man kein Freund von Kühnen, Hühern, Schweinen, Mähdrescheren und anderen landwirtschaftlichen Erzeugnissen, Maschinen oder Produktionsstufen ist.

Fire befand sich heute in einem Dorf, auf dem Stroh auf der Straße und in der Luft ein unverkennbarer Geruch Gestank lag. Dahin zu kommen war schon so etwas wie eine kleine Odysee, immerhin musste ich den richtigen Bus nehmen, meine kleine gelbe Jumbokarte zeigen und auf der richtigen Stelle des Landes den „Stop“-Knopf drücken, damit der Busfahrer mich rausliess.

Ich meine, in Köln zB. war das ganz anders. Wir haben uns irgendwie ständig Fahrkarten gekauft, wurden aber während der 5 Tage, in denen ich dort war, kein einziges Mal kontrolliert. Vielleicht gibt es in Köln überhaupt keine Schaffner und die Fahrkartenautomaten hängen da und pledieren an das gute Gewissen der Leute? Oder gab es mal in Köln einen Tag an dem keine S-Bahn fuhr, weil kein Geld mehr da war? Und es gingen nur fast-arbeitlose Schaffner über die Gleise, mit Megaphonen und Flugzettel bestückt und riefen:
Hallo ihr lieben Kölner und werte Fahrgäste! Heute fährt keine S-Bahn! Es ist nicht genung Geld da! Also kauft morgen wieder alle brav Fahrkarten, sonst wird bald überhaupt keine S-Bahn mehr fahren!
Wenn die Schaffner das mit Nachdruck und Härte in die Megaphone geplärrt haben, kann ich mir vorstellen, dass sie gar nicht an das Mitgefühl für sich selbst und ihre 2 Kinder und Frauen daheim pledieren zu brauchen.

Manchmal denke ich, es wäre schön, wenn Luxemburg eine Großstadt wäre. Aber Luxemburg ist eine Provinz, die zufälligerweise ein Land ist. Das ehemalige Departement des Forêts halt. Deshalb muss ich merkwürdige Busse in merkwürdige Dörfer mit Stroh auf den Straßen nehmen, anstatt einfach an Orten wie zB. der „E.er Freiheit“ die S-Bahn zu nehmen und einfach an die Stelle fahren, wo ich hin wöllte. Ohne an der richtigen Haltestelle auf „Stop“ drücken zu müssen.

Ansonsten sah ich wieder einmal einen mir eher unbekannten Teil des Landes (Der Westen! Aber auch da gibt's nichts Neues!), schwarze Schafe und stelle mir wieder einmal Busfahren im globalen Dorf vor.

Was war da noch? Fleissig an EVA weitergschrieben, was der werten Leserschaft per Roboter aus der Konserve nachgeliefert werden wird, über das Wochenende, an dem ich wiederum mal nicht online sein werde. (Es war noch etwas, aber das fällt mir gerade nicht ein.)
Hört mehr Einstürzende Neubauten!
Sind Pflanzen-Pokemon vegetarisch? (Das wars alles nicht. Mist, verdammter.)
edit 22:49 Uhr: Jetzt fällt*s mir wieder ein. Ich wollte euch berichten, dass ich ekligen Husten, Halsschmerzen und eine Entzündung des dünnen Muskels unter der Stirn habe. Und dass ich jetzt eine heiße Zitrone trinken werde, um zweiteres zu lindern. Genau das war's.

Ein Kommentar zu “Das globale Dorf, Großstädte und die Provinz, schwarze Schafe und Stroh auf der Straße

  1. Köln ist ein Dorf. Mit 'ner Million Einwohner. Aber trotzdem ein Dorf, und genau das macht Köln so sympathisch. Jeder kennt jeden oder tut zumindest so. Und genau deshalb braucht man auch keine Fahrkartenkontrolleure (ich hab innerhalb von fünf Wochen intensiver KVB-Benutzung nicht einen getroffen), schließlich gibt es am linken Rheinufer noch fast überall das, was in Berlin nur ganz vereinzelt als "weitgehend intakte Kiezstrukturen" gelobt werden kann. Überall sonst heißt es alle paar Stationen: "Die Fahrausweise bitte!"

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