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Freiheit im Netz?

I believe the Internet should be a force for political freedom, not repression. People have the right to seek and receive information and to express their peaceful beliefs online without fear or interference.

I call on governments to stop the unwarranted restriction of freedom of expression on the Internet – and on companies to stop helping them do it.
Das auch unterschreiben? Hier!

Das Ende eines sonnigen Tages bedeutet nur den Anfang einer sternenklaren Nacht, während der Himmel über uns schläft…

Dir kommt im Auto ein Gedanke für ein Roadmovie.
Drei Leute, ein Paar und ein alleinstehender Typ, der nie weiß, was er tun soll, wenn das Paar sich küsst, umarmt oder sonstige Liebesbeweise erbringt. Und er wird dadurch zum Raucher, denn er fängt sich jedes Mal eine Zigarette an, wenn geküsst wird. Dann ist er beschäftigt und kann sich ganz lässig umdrehen.
Es geht durch den Sommer mit einem großen schwarzen Van, über endlose Straßen und durch Straßen, ohne wirkliches Ziel, und die Atmosphäre ist nicht Langweile, sondern so etwas wie ständige Begeisterung, gepaart mit etwas, dass die Protagonisten manchmal als „chill“ bezeichnen.

Und über die Stereoanlage läuft Everlast. Die basslastige Stimme Erik Schrodys , die damit zur Musik harmoniert, intoniert „Ends“, es geht einen leichten Hügel hinab in die Stadt, und die Sonne, die sich schon auf zwar langsamen, aber sicheren Weg zum Horizont befindet, lässt die rostigen Stahlwerke und die rote Erde leicht golden leuchten. Der Wagen fährt unter eine Brücke, auf die jemand gesprayt hat „C'est tellement mysterieux, ce pays de larmes„. Es ist so mysteriös, dieses Land der Tränen.

Im Fahrzeug hingegen ist nichts mysteriös. Es könnte ewig so weitergehen…

Schock (Teil 2)

Hier dann wie versprochen die Aufnahme der Escher Majoretten, wie sie Smoke on the Water, original von Deep Purple, interpretieren. Und zwar mit Xylophon. Ich habe die Kommentare dringelassen, sonst hätte mir das ja eh niemand geglaubt. Und ich frage mich, ob es überhaupt jemand tut, selbst wenn er es hört:
Smoke on the Water, entweiht.
[audio:http://soulzeppel.in/audio/Escher Majoretten – Smoke on the Water.mp3]

Aber eigentlich ist das so schräg, die sollten das auf dem Grand Prix d'Eurovision de la Chanson (Ich find diesen Namen ja schon so klasse!) versuchen. Oder lieber doch nicht?

Eine Hecke brennder Büsche

Das war jetzt eben das dritte Glas… Aber irgendwie werde ich nicht betrunken.
Ich habe seit Mittwoch am PC nicht viel anderes gemacht als Webseitendesigns gemacht. Einmal für Joomla, was sehr viel Arbeit war, einfach dadurch bedingt, dass ich zuerst lernen musste, wie das bei Joomla mit den Templates funktioniert und einmal ein Blog-Design für ein myblog-Blog, was an sich nicht so das allerschwierigste war. Beide Male hatte ich eine Vorlage, und merkwürdigerweise war es leichter, sich an das reine Bild zu halten als an das bereits bestehende Design.

Ich sollte mal wieder etwas anderes tun, auch am PC. Eine Geschichte über Liebe, Sex oder einfach nur Sehnsucht und Nähe schreiben. WIeder an meiner Weltraumoper schreiben. Ein Raumschiff in diesem geilen Vektorprogramm zeichnen. Ich lese immer noch über diese Opel-Affaire. Und wenn ich Dinge wie „du bist eine Hure“ an die Adresse der Opel-Blogger lese, dann ist das einfach nur eklig. Kritik kann man üben so viel man will, aber sie sollte zumindest nicht unter den Reissverschluss gehen.

Was mich in der letzten Woche auch mehr oder weniger oft begleitet hat, war der Gedanke, wie eine Firma, beispielsweise ein Zeitschriftenverlag gewährleisten könnte, dass ein Blogger, beispielsweise ein A-Lister mit ihrem Sponsoring weiter bloggen könnte. Die Idee kam mir beim Fast-Food-Italiener, als ich die Rechnung ansah und mir ein nicht unbedingt guter Witz durch den Kopf ging, den ich zum Glück auch niemanden erzählen konnte: „Musst du dir aufheben, für die Spesen!

Das ist es mir gekommen: Bezahlt einem Blogger den Lebensunterhalt, liebe Verlage. Aber lasst ihm alle, alle Freiheit der Welt. Bezahlt ihm den Server, bindet seine Postings auf eure Portalseite an, meinetwegen per RSS oder sonstwie. Und dann halt ein anständiges Gehalt jeden Monat oder die Bezahlung der Spesen – wäre ja auch mal interessant zu sehen, wieviel Geld es eine Firma kosten würde, wenn sie als Gehalt „bloss“ alle Rechnungen bezahlen muss, die ihr Angestellter so macht. (So direkt würde ich sagen: Mehr als ein Monatsgehalt, weil der Gedanke „Bezahl ich ja nich!“ vermutlich zur Freizügigkeit anstiftet.)
Damit wären die Probleme der Blogs von Magazinen wie „freundin“ etc. auch gelöst: Wenn ich in ein Büro kommen muss und neben anderen Arbeiten auch noch bloggen *muss*, und das auch noch nach einem „Plot“, wie soll ich dann je ein „gutes“ Blog entwickeln?
Ich weiß nicht, wie gut oder schlecht meine Idee ist und ob sie je umgesetzt wird – eine andere Möglichkeit wäre eine Art Pauschale, die ausgewählten Bloggern bezahlt wird, damit ihre Artikel auf anderer Stelle veröffentlicht werden dürfen – beispielweise auf einer Portalseite wie SPON. Hier könnte auch eine Redaktion die „besten“ Postings aussuchen und zB. eine pro Woche veröffentlichen, und der Blogger erhielte endweder einen Fixpreis pro Posting oder halt auch einfach einen „Lohn“ dafür, dass er bloggt und das Portal/der Verlag sich jede Woche 1 Posting aussuchen und veröffentlichen darf.

Ich bin mal gespannt, ob es je fest eingestellte, aber trotzdem „freie“ Blogger geben wird. Vielleicht liegt diese Vorstellung, ob nun Ut- oder Dystopie, gar nicht so fern.

Betrunkene Neodadaisten

Cuba Libre #1
Es hat ja niemand auf mein Angebot vom Sonntag, die Flasche Rum mit mir gemeinsam aufzumachen, reagiert, und so habe ich sie jetzt ganz alleine aufgemacht. Und ja, mit dem festen Vorsatz, nicht nur angetrunken zu sein und morgen früh „Morgenstund mit Kater“ mitzusingen, selbst wenn mich keine Katze besuchen kommen sollte. Bin ich jetzt noch glaubwürdig? ( Nein, ich konnte jetzt wirklich nicht wiederstehen, das zu schreiben.

Und ja, noch bin ich im Vollbesitz meiner geistigen Fähigkeit und kann noch schreiben. Allerdings kann ich auch noch angetrunken tippen, wahrscheinlich kann ich sogar im Schlaf tippen (Hab's nie versucht!). Manche Leute wundern sich immer wieder, wie schnell ich doch tippen könne, aber wundere mich immer wieder, dass sie das sagen, denn sie haben mich noch nie erlebt, wenn ich richtig schnell getippt habe.
Und jetzt werde ich durch einen Erdbeermilkshake unterbrochen. Na ja, der Drink bleibt ja kalt, und der Abend die Nacht ist noch jung…

Alles nur künftige Ruinen

Ruinen (Symbolbild)Du sitzt im Zug, und da du wegen G. im Fahrradteil des Zuges sitzt, in der „machine conducteur„, hast du einen Panoramablick auf das Land, auf den wieder einmal unbarmherzig der Regen prasselt. Un été luxembourgeois.
Du näherst dich Lux/City, und dir bietet sich ein wunderschönes, obschon sehr tristes Bild. Vor dir die rostigen Flüssigkeittransportwagons, dahinter neue, moderne Passagierzüge, wie Raumschiffe, die nur durch Zufall auf Schienen fahren, dann die suburbanen Industriegebiete und, da es hier keine Hügel gibt, ungehemmte Sicht auf den Horizont, an dem die düster-bedrohlich grauen Wolken schweben, wie gigantische Luftschiffe.

Ich habe immer noch diese Idee von einer Welt, in der gigantische Kriegsluftschiffe das Bild bestimmen. Zeppeline, so groß dass sie ganze Städte verdunkeln, wenn sie über ihnen schweben. Und dann ist das nicht nur eine Waffe, ein fliegender Flugzeugträger, eine Steuerungszentrale für militärische Einsätze, sondern auch eine fliegende Propagandamaschinerie. Man stelle sich bloss die Möglichkeiten vor.
Und die düsteren Szenarien. Momentan sind alle Kriegsgeräte weit von uns, schwimmen in den Weltmeeren herum oder werden an streng bewachten Basen aufbewahrt – was jedoch passiert, wenn sie über uns schweben, als Mahnung?
Vielleicht eine Idee für EVA. (Plottbunnie, so nennt man das doch, oder?)

Ich hab heute meinen einsamen Spaziergang durch den Regen gebraucht.
Und ihn bekommen.

(Symbolic photo by Fakk0 Some rights reserved.)

the next big thing

Joomla
Habe ich schon mal erwähnt, dass ich Joomla! als CMS ziemlich klasse finde? Und nachdem ich jetzt auch herausgefunden habe, dass die Sache mit den Templates gar nich mal so schwierig ist, wie sie anfangs scheint, könnte ich mich fast freuen, dass ich mich in der nächsten Zeit sehr oft und viel mit Joomla beschäftigen werde.
Für ein Blog ist Joomla sicherlich ein wenig überdimensioniert, aber wer News und statischen Inhalt gemeinsam verwalten muss und dabei auf ein CMS nicht verzichten will, für den sollte Joomla wohl erste Wahl sein.

days of war, nights of love

L. Ich schreibe immer nur L. Und jedes Mal, wenn ich „L.“ schreibe, meine ich eine andere Person. Ich will keine ganzen Namen verwenden. Das ist einfach eine Sache von Pietät, weil ich nicht weiß, ob die betreffenden Personen mitlesen und so den Inhalt kontrollieren können. Einen Namen erfinden? Das wäre nicht mehr das Richtige.

Nebelschwaden im Mai, leise aus dem Flussbett meiner Errinerung kriechend. Und schon stehe ich wieder im Schnee der ersten Tage des Januars. Den Rücken zur Tür, dann langsam herunterrutschen. Am Ende. Unten angekommen, und dennoch oben schwimmend.
Es zog mich zum Wasser. Und so bin ich hinaus. Ich wusste nicht, ob ich mich in den See stürzen wollte, aber ich wollte auf diese Brücke, die den See in niedriger Höhe überspannt. Vielleicht würde es genügen, einfach nur dazustehen und in das schwarze Wasser zu starren, um klar zu sehen.

Ich stehe aber auch im Restschnee auf dem Bahnhof von E. und umarme sie, schaue ihr noch ein letztes Mal nach, vom Taxi aus. Ich werde dieses Bild für ewig in Errinerung halten. Kurz danach halte ich es nicht mehr aus und beginne zu schreiben. Es ist wie ein Wasserfall. Aber dennoch tauche ich nicht unter. Es gibt für mich nur eine mögliche richtige Flucht: Nach Paris, zum Pendel, um davor niederzufallen wie ein Götze und es anzubeten, die Weisheit zu erlangen, auf dass die tellurischen Ströme schlussendlich mir gehorchen!
Ceci n'est pas la fumée d'une pipe.

Ich fliehe in andere Richtungen, in ein vermeintliches Paradies, dann nach Köln. Ich sehe den Zug viel zu oft. Norddeich-Mole – Luxemburg. Er winkt mir jedes Mal zu und ruft „Freiheit!“. Aber steht nich in jeder Verfassung was von Freiheit? Letzentlich ist die einzig wahre Freiheit, die es geben kann, jene, das Pendel an den einzigen Fixpunkt des Universums zu legen und das Spiel zu spielen, die Karten eine nach der anderen aufzudecken, um sie dann zu deuten und zu wissen, wieso was passieren wird. Ein Spiel, das ein Leben lang dauert als Symbol für das eigentliche Leben. Ich wünschte, ich könnte eine Pyramide bauen und sie dann wieder zerstören, immer und immer wieder, mit meinem mächtigen Fuß, dem einem Fuß, dem Götterfuß.

Could danger be joyous? Do you ever need to see the sky? (Can you see many stars in it any more?) Do you ever need to see water, leaves, foliage, animals? Glinting, glimmering, moving? Is that why you have a pet, an aquarium, houseplants? Or are television and video your glinting, glimmering, moving? How much of your life comes at you through a screen, vicariously? If your life was made into a movie, would you watch it? How do you feel in situations of enforced passivity?

Was für Antworten auf solche Fragen geben, die ein ungutes Gefühl hervorrufen? Es ist gut, dass sie das tun. Das zeigt dir, dass du noch lebst. Und nicht nur, dass dein Herz schlägt. Du solltest sie oft lesen, deinen Puls messen, auf die Waage steigen, dich rasieren und in den Spiegel lächeln. (Nicht, dass es ein beschönigendes Gefühl wäre.)

Wieder und wieder bin ich geflohen. War es Flucht oder war es Ausziehen in die Wüste? Das eine ist feige, das andere ist heilig und gut. Wo liegt der Unterschied, ausser dem, den ich gerade erklärt habe? Kann das Ausziehen in die Wüste nicht auch eine Flucht sein – oder ist es gar immer – oder ist die Flucht nicht auch manchmal ein Ausziehen in die Wüste?

Es war kein Weglaufen, wohl aber ein überstürztes, unbedachtes, manchmal auch unüberlegtes Aufbrechen an andere Orte, um zu vergessen. Tanzen, Trinken, Schreiben. Drogen? Heilmittel?
Ich ziehe mich zurück in diesen Wald, noch ist alles in Ordnung, ich denke nicht einmal daran, dass etwas passieren könnte. Ich suche mir den schönsten Platz, geborgen zwischen den Bäumen, in einer Mulde, die ausgefüllt ist mit trockenen, sonnenbeschienenen Blättern und lege mich hinein.

Und dennoch, der Nebel hört nicht auf, aus den Flüssen zu steigen, und wieder erwache ich an einer anderen Stelle. Vor alledem. Im Zug. Es ist Winter. Ich schreibe. Es ist eine herrliche, wundervolle Geschichte und sie scheint jeden zur erfreuen, als sie fertig ist. Hat es geschneit in jenen Tagen? Wo war ich unterwegs, wen habe ich getroffen, mit wem gesprochen, was geplant?

DIe Kerze ist beinahe runtergebrannt, es bleibt jedoch so viel zu erzählen.
Ich erwache auf einer diesen beiden Matratzen, ewig lesend. Was tue ich mit diesem Wissen?
Muse ist das richtige Wort. Das und nicht mehr.

Ich könnte ewig vor diesem Fenster stehen und die Wolken beobachten, wie sie über das flache Land ziehen. Große Luftschiffe, angefüllt mit Wahrheit und Träumen. Es regnet dicke Tropfen voller Metaphern, während ich in Gedanken von der Schaukel springe, anfange zu schweben, dann fliege und mit den Wolken reise. Als schwimme man ein Jahr lang auf dem Rücken eines Wals.

Leise singen wir unsere Lieder, während ich dann doch irgendwann am Wasser ankomme. Ich habe gelernt, zu tauchen, in jenen Tagen, als ich die Brücke nicht gefunden habe.

Am Ende des letzten Tages wird der Abend ewig dauern, ohne je eine Nacht zu haben

Ich brauche wohl irgendwann etwas Koffein, aber bis ich das erhalte, halte ich auch noch aus, so zwei, drei Stunden, ohne, dass es störend wird. So schlimm ist es nicht, mit der Müdigkeit.
Sie ist halt der Preis für eine Nacht, die schlussendlich bis 3 ging.

Und jetzt: stürzen wir uns in ein neues Abenteuer, denn was haben wir schon zu verlieren?
Der Abend und die Nacht hüllen mich ein, in ihrem Schatten kann ich wundervolles vollbringen.