Weltraum Blues

„Computer, Subraumkanal öffnen. Oder nein, sende einfach auf allen Kanälen.“
Ein Zeichnen erscheint auf der Frontscheibe, der Monolog kann beginnen. Im Hintergrund eine Mundharmonika.
Sternenhimmel
„Hier ist F., Capitain – oder wenigstens sowas ähnliches -, der Thunderbird. Der Weltraum ist leer. Ich sehe nur ein paar funkelnde Sterne in dieser gottverdammten Schwärze, und die sehen anders aus als die von zu Hause. Bin ja auch Lichtjahre von zu Hause weg. Aber sind wir das nicht alle, hier im Weltraum?
Meine Crew schläft. Da es immer dunkel ist, ist es für mich gleichgültig, wann Nacht und wann Tag ist. Was macht das schon für einen Unterschied in der ewigen Dunkelheit des Alls? Ich kann nicht schlafen.

Gut, dafür habe ich selbst gesorgt. Die einzige Frau an Bord sagt mir quasi jeden Tag, und mit Tag meine ich nicht ihre Tage, sondern die Zeiträume, in denen ich wach bin, dass ich ein hochgradig süchtiger Koffeinjunkie sei. Ich weiß nicht, ob das stimmt. Ich glaube nicht. Irgendjemand muss ja während der Nacht auf das Schiff aufpassen, nicht wahr?

Es passiert einfach nichts. Keine Piraten, keine Schmuggler, keine Geisteskranken. Nicht mal der Geheimdienst oder eine Armee eines Großkonzerns. Nicht einmal ein gottverammtes Taxi. Es ist sicher wahr, dass man in der Galaxis nie eine Zeit findet, in der nicht jemand auf ist. Aber man findet auch ganz sicher nie eine Tageszeit, in der nicht ein großer Teil der Bevölkerung schläft.

So ist das Leben, Freunde. Wir jagen mit meheren Lichtjahren in der Stunde durch das All und langweilen uns zu Tode dabei. Ich bin gerade auf der Suche nach einem Waffenschmuggler.

Hey, wenn du da draussen irgendwo bist, zeig, dass du gottverdammte Fortpflanzungsorgane hast und kämpf wie so jemand! Ich bin jederzeit bereit.
Und jetzt brauche ich einen Kaffee.“

(Tales of the Thunderbird, in diesem Universum spielend. Photo by Leon Brocard, some rights reserved)

Ein Kommentar zu “Weltraum Blues

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