Wieso Patriotismus gefährlich ist

Erstmal meine These nicht belegte, weder bewiesene noch geschichtlich belegte Idee: Patriotismus -> Nationalismus -> Faschismus

Nationen sind doch eigentlich künstliche Konstrukte, hauptsächlich durch die Geld- und Machtsüchteleien toter, „adeliger“ Leute enstanden. Die Stelle, an der ich geboren wurde, habe ich mir nicht ausgesucht, ich habe nichts dafür getan. Und wenn 11 Leute, die zufälligerweise in dem gleichen Land leben wie ich, einen Ball mehr oder weniger gut zwischen 3 Metallstangen kicken können, habe ich – folgt man der Logik – eigentlich sehr wenig damit zu tun. Im Grunde genommen eigentlich gar nichts. Wieso also sollte ich stolz darauf sein, in dem gleichen Land zu leben wie eben diese 11 Männer? (Gab es eigentlich Konvois bei der Frauen-WM? Da *ist* Deutschland Weltmeister – ich habe noch keine einziges Frauenfußballspiel im TV gesehen.) Und wieso sollte ich, wenn für mich als dem Sport Fußball Aussenstehenden nicht nachvollziehbare Freude über den Sieg dann doch gepackt hat, diese Freude mit Stolz für den Staat, in dem ich lebe, gleichsetzen?

Am 23. 6. ist der luxemburgische Nationalfeiertag. Gefeiert wird der Geburstag des Monarchen. Der momentane Großherzog Herni hat allerdings im April Geburstag. Der Tag ist eigentlich der Geburstag seiner Großmutter. Man hat den Tag wohl deshalb beibehalten, weil weder im Januar (Jean), noch im April gutes Wetter für Paraden zur Demonstration der lächerlichen militärischen Macht Luxemburgs zu erhoffen ist.

Momentan hängen bloss portugiesische, teilweise auch italienische Flaggen aus den Fenstern, spätentens für Freitag wird das aber anders sein. In den Geschäftsfenstern wieder Bilder des Monarchen, dessen ziemlich teurer Lebensstil von Steuergeldern bezahlt wird (von was sonst wohl?), der damit auch noch eine sehr hässliche Couchgarnitur gekauft hat (Ja, wenn ich schon in einer Monarchie leben muss, will ich, dass mein Monarch eine annehmbare Couchgarnitur mit meinen Steuergeldern kauft!), dessen Frau des öfteren wieder nach Cuba (!) fliehen wollte und dessen Bruder verdächtigt wird, vor 20 Jahren 18 Bombenattentate begangen zu haben.
Mir wölle bleiwen waat mir sin!“ ist der offizielle Wahlspruch des Landes. Unter diesen Umständen finde ich Patriotismus gefährlich. Das hat für mich nichts mit „Ich mag den Ort, an dem ich aufgewachsen bin und/oder lebe“ zu tun. Sondern mit einer Ideologie, die gefährlich nahe an ein Überlegenheitsgefühl herankommt.

Update zur Klärung einiger Dinge (aus den Kommentaren entnommen):

Ich mag Patriotismus nicht, weil es für mich keinen Grund gibt, auf das Land, in dem man lebt, stolz zu sein, weil man hierfür recht wenig getan hat und die Leistungen anderer Personen nunja, die Leistungen anderer Personen sind und nicht die eigenen. Freut euch wegen mir über was ihr wollt, aber seid stolz auf die Dinge, die ihr selbst getan habt.

Ich mag keine nationalen Symbole und keinen Patriotismus, weil mir das alles zu sehr ein „Überlegenheitsgefühl“ vermittelt. „Wir sind die, die wir sind, wollen *genauso* bleiben (dh. es darf sich nichts veränderen, dh. nichts fremdes soll hinzukommen – oder?) und alle anderen sind nicht so toll wie wir.“

Ich will nicht behaupten, dass Patriotismus zwangsläufig in Nationalismus endet, aber beides geht fliessend ineinander über, was die Sache für mich gefährlich macht.

(Vorsicht, provozierend!) Achja: Etwas gutes hatte die Diskusion hier. Die luxemburgische Blogosphäre wurde mal wieder einmal aufgerüttelt, und jene, die sich normalerweise damit begnügen, myyoutube-Videos zu bloggen, haben sich aufgerafft und ein paar Zeilen geschrieben. Und die Leute hassen mich mal wieder alle, aber hey, ich bin der erste, der kam, und ich werde der letzte sein, der geht, was also mach ich mir um so etwas Gedanken?

29 Kommentare “Wieso Patriotismus gefährlich ist

  1. Hm, auch wenn konfus, ich hab dann doch verstanden was Du sagen möchtest:-)

    Deine These ist übrigens maßlos übertrieben (imho). Ein gesunder Partiotismus ist weit davon entfernt ein Faschismus zu sein… Oder umgekehrt gesagt: Faschismus hat nichts mit Patriotismus zu tun. Das sind komplett unterschiedliche Dinge. Auch wenn der Vergleich hinkt (mir fällt kein besserer ein): Ein Leberfleck ist noch lange kein Krebsgeschwür und an der richtigen Stelle wird es gar "Schönheitsfleck" genannt. Und umgekehrt entsteht auch nicht jedes Krebsgeschwür aus einem Leberfleck.

    Klar sind Nationen "künstliche" Konstrukte, wenn Du es so ausdrücken magst und trotzdem kann man in unterschiedlichen Ländern unterschiedliche Sitten und Mentalitäten beobachten. Also sind die Länder dnn doch irgendwie eine "Einheit".
    Was hat das nun mit 11 (oder mehr) Männern zu tun die gut mit einem Ball umgehen können. Natürlich nichts! Garnichts! Da hast Du komplett recht, zumal einige dieser Herren streng genommen nichtmal von Geburt an Deutsche sind. Aber das ist eigentlich auch egal, weil nebensächlich. Das ganze hat nichts mit Patriotismus zu tun sondern ist einzig und allein das Phänomen Fußball. Damit hängt auch zusammen, dass keine Autokonvois herumgefahren sind als die Frauen Weltmeister wurden. Kein Mensch interessiert sich für Frauenfußball (und wir Frauen sehen dieses den Männern sogar nach. Sie können ja nichts dafür). Ich empfehle Dir übrigens mal das Buch: Gott ist rund. Da wird das Phänomen sehr gut geschildert und nicht nur unkritisch.
    Ich schaue mir auch die Spiele an (teilweise mindestens), ich freue mich sogar, wenn die deutsche Mannschaft weiter kommt, weil ich mich Freue wenn die Menschen feiern und sich freuen und ich bin ehrlich gesagt durchaus stolz darauf, dass es die Deutschen momentan anscheinend schafft ihrem schlechten Ruf als missmutige und unlustige Menschen PAroli zu bieten. Die ganzeWelt (inklusive der Deutschen *gg*) ist über die gute Stimmung, die Föhlichkeit und Freundlichkeit in positivem Sinne überrascht. Ich finde es angenehm, dass die Welt ein anderes Bild von Deutschland bekommt und ich hoffe, dass dieser gute Eindruck lange anhält.
    Darauf bin ich Stolz, als Teil dieser Gesellschft, dass "wir" es schaffen mit diesen alten Vorurteilen aufzuräumen (und ich hoffe, dass ich im Ausland dann doch nicht mehr so oft mit Nazi oder ähnlichem netten angesprochen werde.)

    Dass Euer Monarch von Deinen Steuergeldern eine hässliche Couch kauft ist natürich unerhört…

    Wenigstens bieten Eure Monarchen der Boulevardpresse was. Was will die Frau auf Kuba, hat sie ihr Herz für einen Latino entdeckt oder findet sie Fidel so klasse (kann ich ja garnicht glauben, weil der wiederum Monarchen nicht mag)? Was für Attentate hat der Kerl denn begangen? Das finde ich ungebührlich! *gg*

  2. Nein, die Frau unsers Monarchin ist Kubanerin. :-) Der Bruder unseres Monarchen soll verantwortlich sein für unzählige Bombenanschläge die 1985/86 Schäden in Millionenhöhe in unserem land angerichtet haben. Der Schuldie wurde bis heute nicht "gefunden" (d.h. die Regierung weiß schon wer's ist, nur rückt sie die Information nicht raus und Zeugen die sich an die Presse wenden werden selbst heute noch von unserem Premierminister höchstpersönlich zum Stillschweigen gebracht). Ach was bin ich so stolz auf mein Land… :D

  3. *gg*
    Sodom un Gormorra in einem Land von dem ich glaubte, dass es annähernd so ordentlich ist wie die Schweiz…! *gg*

    Aha, sie ist also Kubanerin. Ihr im Westen mögt wohl Latinos. Der holländische Prinz hat sich ja auch mit einer Argentinerin verheiratet…
    Woher weiß man, dass die Regierung den Schuldigen kennt? Wie bringt der Premier die Zeugen zum schweigen? Woher weiß man das?

    Luxemburg ist zwar nicht so riesig, aber so einfach spricht sich das ja wohl kaum rum, oder?

    Aber ganz ehrlich: Im Vergleich zu anderen Ländern ist das ja pillepalle was bei Euch so zu passieren scheint.
    Wenn man sich nur die negativen Dinge des Landes herauspickt ist es klar, dass man nicht stolz sein kann und will und sich auch nicht mit der Mentalität identifizieren möchte. Ich finde Lux übrigens recht hübsch und angenehm (ein Freund von mir lebt dort, deshalb war ich auch schon ein-zwei-mal bei Euch, aber Fire hat sich ja gedrückt mich zu treffen. *gg*).

  4. Und ich sach noch, sach ich noch, Fire, sach ich… wenn du jetzt einen Fähnchenwedler fragst, was an Deutschlandfähnchen falsch sein könnte, du wirst nur ein verständnislose Blicke ernten. Nicht mal eine Verteidigung nationaler Symbole und Gefühle. Einfach nur blankes Staunen. Kann jemand etwas gegen Konfetti haben? Ist doch alles nur Spaß.

    Was ist falsch an Nationalfahnen? Sie sind missbrauchbar. Sie wurden missbraucht und werden es immer noch. Nur, auch solches Wissen hat seinen Popularitätszyklus. In einer Out-Phase ist es einfach weg. Haben wir ein Problem? Nö. Ist doch alles nur Spaß. Spielverderber.

    Virginia Woolf wurde Anfang der Dreissiger Jahre mal gefragt, warum sie sich für diese langweilige Frauenfrage engagiert, die Frauen hätten doch schon alles erreicht.

    19 sagenwirmal 31.

  5. Der Zeuge sagte im Fernsehen er kenne den Namen, natürlich sagte er ihn aber nicht im Fernsehen. Ein paar Tage später hatte er ein Gespräch mit Herrn Juncker (so heißt der eingebildete Kerl der den Titel Premierminister bei uns tragen darf), und auf einmal war das Problem gelöst, heißt, der Zeuge redete nicht mehr, und Herr Juncker erklärte, er hätte mit dem Mann geredet und sie wären sich einig geworden. Dann lobte er den Fernsehsender für ihre Recherche und dass sie einen Zeugen gefunden hatten, und sagte anschließend jetzt wären die Medien gebeten sich rauszuhalten und nicht mehr darüber zu berichten. So sieht die Diktatur Luxemburg aus. :-)

    Das Problem ist noch nicht mal, dass ich mir nur die negativen Sachen rausnehme, das Problem ist dass man fast nichts positives findet. Die Hauptstadt ist nach 18 Uhr wie ausgestorben (hierzulande sagen wir dazu gerne "d'Trottoiren gin héichgeklappt" = so ungefähr: "die Bürgersteige werden hochgeklappt"), heißt man trifft keine Menschenseele mehr an. D.h. bis 1 Uhr, wenn die Cafés schließen und die Jugend in die Discos (die wenigen die noch nicht geschlossen wurden damit die Kapitalisten in ihren Luxuswohnungen abends ihre Ruhe haben) oder nach Hause strömt. Als Tourist ist das Land vielleicht schön, das glaube ich dir sogar, aber wenn du tagein tagaus in diesem Provinznest lebst (und das meine ich wortwörtlich, Luxemburg ist von der Mentalität her so wie eine Kleinstadt mit 100 Einwohnern) hast du irgendwann genug davon. Ich habe nur wenige Freunde, die nach der Uni zurück kehren wollen und die Erwachsenen die ich kenne sagen mir alle ich solle etwas Verstand aufbringen und im Ausland bleiben. :-)

  6. Oh, Nachtrag zum schnell rumsprechen: Du weisst sicher wie schnell sich Gerüchte verbreiten. Jetzt stell dir ein kleines Land mit nicht mal einer halben Million Einwohner vor die fast alle verrückt auf Klatsch und Tratsch sind. Unsere nationale satirische Zeitung, obligatorische Lektüre für jeden Luxemburger der etwas auf sich hält, tut ihres um solche Dinge weiter zu verbreiten. :) Und schon dauert es nicht mal eine Woche bis jedermann von etwas weiß.

  7. In Luxemburg kann man wegen lauten Äusserungen auf der Straße in der Nacht eingesperrt werden.

    "Aus dem Weg Kapitalisten
    Die rote Front sind wir
    die schwarze Front sind wir
    Aus dem Weg Kapitalisten
    die letzte Schlacht gewinnen wir"

  8. die Discos (die wenigen die noch nicht geschlossen wurden damit die Kapitalisten in ihren Luxuswohnungen abends ihre Ruhe haben)

    KAWAII!

    DAS nenn ich Kapitalismuskritik.
    Hach. Ich will Teil einer Jugendbewegung sein.

  9. … nichtsdesdoweniger stimme ich mit euch überein, dass man einem solchen Staat keine sentimentalitätstriefigen Identitätsgefühle entgegenzubringen braucht. Auch sollte man die Mischung aus Bier, Sommer, Sport und Wir-Gefühl nicht auf nationale Symbole polen.

    Ich mochte die gewesene BRD, weil sie so wenig protzig im Spazierentragen ihrer nationalen Identität war. Ein Regierungssitz in einem Provinznest wie Bonn war einfach klasse.
    Ein hochrangiger Politiker, der auf die Frage nach der Vaterlandsliebe antwortet: Ich liebe meine Frau.

    Das war alles mal. Schade.

  10. Hm, das klingt wirklich nicht nach Demokratie und Gleichberechtigung. Da gebe ich Dir recht, Thierry. Der Freund von mir, der in Lux lebt (will übrigens auch wieder weg von dort *gg), ist Deutscher und hat dort halt eine gute Stelle bekommen.
    Die Bürgersteige hochklappen kenne ich und das mit den Kneipen schließen, damit die Anwohner nicht gestört werden, auch. Allerdings kenne ich im mindestens letzteren Fall einige Fälle die "positiv" (in Anführungszeichen, weil es immer im Auge des Betrachters liegt was positiv ist) ausgegangen sind. Da wurde gesagt: Wer in die Stadt zieht braucht sich nicht über den Lärm von Lokalen beschweren, damit hätte er rechnen müssen. Wenn jemand Vogelgezwitscher will soll er aufs Land ziehen.

    Andererseits muss ich bei Euch sagen: Jedes Volk bekommt die Regierung die sie verdient. Sagt man doch zumindest so (ich wußte übrigens nicht, dass das Deutsche Volk so schlecht ist).

    Die Frage ist ob es in anderen besser ist. Daran glaube ich ehrlich gesagt nicht mehr. Es ist selten besser, meistens ist es nur anders.

    @Sirius: Der Umzug des Regierungssitz war eine absolute Unnötigkeit. Hat nichts gebracht außer Steuergelder verschwendet. Manchmal frage ich mich schon, warum ich im ersten Halbjahr arbeite. Wird doch eh nur vom Staat abgeschröpft.
    Siehst Du Thierry, auch hier ist nicht alles toll….

  11. Je nun, wer nur solche Probleme hat, der ist ein glücklicher Mensch in einem glücklichen Land.

    Fragen wir mal andersrum: Würdet ihr begeistert Lux-Fähnchen schwenken, wenn auf den Straßen jeder zu jeder Zeit Krach macht und in jeder Straße eine Disco 24/7 geöffnet hat?

    Das ist nicht der Punkt, stimmt's?

  12. Lieber Fireball,

    Dein Artikel ist in der Tat "wirr", um es mal freundlich auszudrücken. Mir ist auch bewusst, dass Dein Schreibstil mal gerne etwas provokativer ist als der eines 08-15 Texters. ;-)

    Dein Text weist jedoch gewisse Fehler und Ungereimtheiten auf.

    Zitat 1

    Und wenn 11 Leute, die zufälligerweise in dem gleichen Land leben wie ich, einen Ball mehr oder weniger gut zwischen 3 Metallstangen kicken können…

    Bemerkung 1

    In einer Fussballnationalmannschaft stehen 11 Leute auf dem Spielfeld, die die gleiche Staatsangehörigkeit haben. Der Wohnsitz ist nicht massgebend. Daher müsste es heissen…."die zufälligerweise die gleiche Staatsangehörigkeit haben wie ich"…

    Eine Staatsangehörigkeit ist auch nicht Sache des Zufalls. Du kannst unter gewissen Umständen und Bedingungen deine Staatsangehörigkeit ändern.

    Zitat 2

    Wieso also sollte ich stolz darauf sein, in dem gleichen Land zu leben wie eben diese 11 Männer?

    Bemerkung 2

    s. Bemerkung 1 (derselbe logische Denkfehler)

    Zitat 3

    Und wieso sollte ich, wenn für mich als dem Sport Fußball Aussenstehenden nicht nachvollziehbare Freude über den Sieg dann doch gepackt hat, diese Freude mit Stolz für den Staat, in dem ich lebe, gleichsetzen?

    Bemerkung 3

    Gute Frage. Wer zwingt Dich dazu? Niemand! Es ist Deine Entscheidung. Bemerkung 1 hat auch noch in Zitat 3 Bestand (Staatsangehörigkeit).
    Zitat 4

    In den Geschäftsfenstern wieder Bilder des Monarchen, dessen ziemlich teurer Lebensstil von Steuergeldern bezahlt wird (von was sonst wohl?), der damit auch noch eine sehr hässliche Couchgarnitur hat

    Bemerkung 4

    Der Schluss des Zitats ist stilistisch "grottenschlecht". Vielleicht sollte man in unser Schulwesen noch mehr Steuergelder investieren, damit die nächste Generation von Schülern wieder lernt wie man sich wortgewandt in einer Fremdsprache ausdrücken kann ohne Stilblüten. ;-)

    Zitat 5

    Sondern mit einer Ideologie, die gefährlich nahe an ein Überlegenheitsgefühl herankommt.

    Bemerkung 5

    Die Grenze zwischen Patriotismus, Nationalismus und Faschismus ist sicherlich fliessend. Jedoch erscheint es mir, dass diese "Ideologie", die Du beschreibst eher an Chauvinismus herankommt. Ein selten gebrauchtes Wort in diesem Kontext. Aber treffend…

    Abschliessend möchte ich bemerken, dass eine These eine Aussage ist, dessen Wahrheitsinhalt eines Beweises bedarf. Diesen Beweis bleibst Du Deinen Lesern weiterhin schuldig.

    Interpretiere meine Aussagen bitte nicht als "Besserwisserei", sondern eher als konstruktive Kritik welche es Dir eventuell einfacher macht Deinen Artikel etwas zu "entwirren". Es würde mich auch freuen eine neue "Version" Deines Artikels zu lesen.

    MfG

  13. "Eine Staatsangehörigkeit ist auch nicht Sache des Zufalls. Du kannst unter gewissen Umständen und Bedingungen deine Staatsangehörigkeit ändern."

    Gleiche Staatsangehörtigkeit ohne das (zumindest zeitweise) Leben auf dem gleichen Territorium gibt es nicht. Klar kann man die Staatsangehörtigkeit ändern. Was aber den Patriotismus noch unlogischer macht.

    "Wer zwingt Dich dazu? Niemand!"
    Es ging ja überhaupt nicht darum, zu etwas gezwungen zu werden. Ich darf doch wohl sicher Dinge schlecht oder merkwürdig finden, die andere Leute tun, ohne mich selbst dazu zu zwingen, oder?
    "Der Schluss des Zitats ist stilistisch "grottenschlecht"."
    Mag sein. Vielleicht habe ich aber auch bloss das ein Verb vergessen, wie es beim Tippen/Schreiben von Texten manchmal vorkommt.

    Zum Chauvinismus: Ja, den hätte ich noch in meine Kette "Patriotismus -> Nationalismus -> Faschismus" zwischen Nationalismus und Faschismus einfügen können, aber da wäre mir die Abgrenzung zu scharf gewesen, da er schon beim Nationalismus anfängt und fester Bestandteil des (nationalen) Faschismus ist.

    Zu deinen Aussagen: Du beziehst dich hauptsächlich auf meine Formulierung "im gleichen Land leben", die sich auf Kern der Staatszugehörigkeit bezog (Ich hätte auch "das gleiche Wort auf einem Stück Papier stehen haben" schreiben können, das wäre heute vielleicht richtiger, liesse den Kern der Sache, nämlich, dass es sich bloss um Territorien und gedachte Linien auf der Weltkarte handelt, ein wenig ausser Acht.), und der ist nunmal, dass man in einem Land lebt, dort geboren ist oder dorthin gezogen ist und lange genung da gelebt hat, und auf meine "Stilblüten". Es scheint mir so, als wolltest du der Aussage meines Textes etwas entsetzten, jedoch sind die einzigen Dinge, die du jedoch ansprichst, jene, die normalerweise von eben den Leuten angesprochen oder "kritisiert" werden, die keine Argumente haben.

    Ein wenig schade, das.

  14. Ich habe den Fehler im Text verbessert – und mich auch sonst mit der Kritik von b352 auseinandergesetzt. Spar dir deine Polemik. Kritisieren heißt nicht, dass man sofort Recht hat und dass der Kritisierte alles mit Ja und Amen anzunehmen hat.

  15. Ein wenig Schade, dass du wohl nie lernen wirst mit Kritik umzugehen, oder wenigstens den Versuch machst sie anzunehmen.

  16. @b352: So als unbeteiligter Zuschauer fällt mir zu deinem post Folgendes ein:

    Mag ja sein, dass du nicht besserwissen willst. Aber du klingst ein gaaaanz klein bisschen wie ein Klugscheißer.

    Sicherlich kann man differenzieren zwischen "im einem Land leben", "einen Wohnort haben" und "eine Staatsbürgerschaft haben". Nur, das ist hier nicht der Punkt, der die Diskussion weiterbringt.

    Man kann auch Haare spalten und Erbsen zählen. Oder drüber debattieren, wieviele Engel auf einer Nadelspitze tanzen können.

  17. Immerhin hat Fire auf die Aussagen von b352 reagiert.
    DAS alleine ist doch schonmal ein Erfolg. *eg*

    Desweiteren fällt mir auf, dass gerne nur ein Teil der Aussagen herausgepickt werden, um sie dann hübsch zu kommentieren ohne den Gesamtzusammenhang zu betrachten.
    Eine unausrottbare Form der Polemik….

  18. Also man kann auf Kritik reagieren wie Fireball, der she befiehlt sich die "Polemik" zu sparen, oder wie Sirius der das mit Stil und im Ton neutralen Worten macht.

    Nochmal zur These Patriotismus -> Nationalismus -> Faschismus. Bitte lies noch einmal den zweitletzten Abschnitt meines ersten Kommentars. Bei einer These geht es um Beweise und eine Beweisführung.

    Besteht deine Beweisführung darin zu sagen, dass Patriotismus gefährlich ist, weil Leute Nationalfeirtag feiern? Ist Patriotismus gefährlich, weil die Grossherzogin mehrmals versucht hat (haben soll) nach Kuba zu "fliehen"? Oder ist Patriotismus gefährlich weil eine Nation ein künstliches Konstrukt ist? Oder weil unser Grossherzog eine hässliche Couch hat?

    Wo ist die Beweisführung? Wodurch wird aus Patriotismus Nationalismus? Wodurch wird aus Nationalismus Faschismus? Das ist in Deinem Artikel nicht (direkt) ersichtlich. Du behauptest Dich gerne weiterhin mit Deiner These, welche aber eher eine Totgeburt ist. Sorry, aber das ist Fakt.

    Deiner These nach müsste jeder Patriot irgendwann zum Nationalisten werden. Und danach irgendwann zum Faschisten. Das ist nicht wahr und Dein gesunder Menschenverstand müsste Dir das auch sagen. These widerlegt!

    In Luxemburg gab es vor 'ner Zeit eine nationalistische, rechtsextrem orientierte Partei, welche (selbstverständlich) Worte wie Patriotismus zu Ihrem Zweck missbrauchte. Und ich war auch einer jener, die bei Ihren Veranstaltungen in der ersten Reihe stand und gegen Sie protestierte, argumentierte und wund redete. Aber gegen Dummheit ist kein Kraut gewachsen.

    Patriotismus ist nicht und führt nicht zu Nationalismus sprich zu Dummheit. Für mich ist z.B. ein Resistenzler aus dem 2. Weltkrieg ein Patriot. Ist er ein Nationalist? NEIN Ein Faschist? NEIN. Ja Fireball, es ist 2006, der 2. Weltkrieg ist schon lange her und uns geht es ja gut also können wir den alten Säcken doch sagen, dass Sie sich Ihren sentimentalen Patriotismus sonstwo hinschieben können, weil es direkt zum Faschismus führt. (mal 'ne fireball-esque Argumentationskette anstatt diese billige b352 Polemik) ;-)
    Letztens als sich die Luxemburger Feierabendkicker der deutschen Fussballnationalmannschaft zum Warmschiessen angeboten haben, waren zahlreiche luxemburgische Studenten anwesend und haben mit Sprechchören die luxemburgische Mannschaft unterstützt. Da wurde der Spruch "Roude Léiw huel se" leicht verfremdet und endete nach der dritten Wiederholung mit "Roude Léiw huel se….mam Saak." Patriotismus 2006 kann also auch mal witzig sein, wenn man den nötigen Sinn für Humor hat. :-)

  19. Bravo!!!!

    Gut gebrüllt, b352!
    Leider wirst Du kaum auf wache Ohren stoßen.
    Hier zählt nur die Polemik und die Verdrängung.

    Wer nicht mein Freund ist ist mein Feind.
    Sowohl Fire als auch Sirius lieben es Leute zuerst mit ihren Meinungen zu behelligen und hinterher einzelne Aussagen rauszupicken und dann zu verdrehen. Gesamtheitliche Kritik ist ihnen unbekannt. Ich kann es da nur wie crookshanks halten: Es werden einzelne Aussagen aus dem zusammenhang gerissen um sie dann in der Luft zu zerreißen.

    Dass Patriostismus zwangsläufig in Nationalismus endet ist genau so weit hergeholt wie die Aussage, dass die Leute keine anderen Probleme haben wenn sie bemängeln, dass Diskotheken früh schließen. Beides verschweigt die Hälfte dessen was gesagt wurde.
    Ärgere Dich nicht, denn Menschen sind so…. Du hast in jedem Fall Deine Meinung plausibel und auch klar dargelegt, auch wenn ich in einem Punkt sirius recht geben muss: Es klingt im ersten Beitrag ein wenig besserwisserisch, aber das kann auch mal passieren!

  20. B352, du suchst dir meine "Beweißführung" heraus, so wie du sie haben willst. Das ist nicht die Art, wie man eine Diskusion führen sollte. Man kann auch wie ich auf Kritik reagieren, in dem man darüber diskutiert und seine Standpunkte offen legt. Dass du darauf nicht reagierst, hätte ich mir an sich schon denken können. Mit dem "Herauspicken" hast du übrigens angefangen.

    Es gibt keine Beweisführung. Soll ich es "Idee" nennen? Ist das dann für dich klarer, was ich meine?
    Wieder einmal hängst du dich an einem Wort auf und bringst ebensowenig Beweise für deine "These" (dass Patriotismus nicht (nie?) zum Faschismus führt?)

    Das, was ich ausgedrückt habe, ist bloss, dass Patriotismus eine VORSTUFE zum Nationalismus und damit zum Faschismus ist.
    "Roude Léiw huel se….mam Saak." find ich weder lustig und ist für mich nicht mehr als Fußballherumgeprolle.

    Du darfst mir ja gerne mal erzählen, was am Patriotismus so toll ist und WIESO ich stolz auf "mein Land" sein soll. Dieser Teil fehlt in der ganzen Diskusion nämlich.

    Ich mag Patriotismus nicht, weil es für mich keinen Grund gibt, auf das Land, in dem man lebt, stolz zu sein, weil man hierfür recht wenig getan hat und die Leistungen anderer Personen nunja, die Leistungen anderer Personen sind und nicht die eigenen. Freut euch wegen mir über was ihr wollt, aber seid stolz auf die Dinge, die ihr selbst getan habt.

    Ich mag keine nationalen Symbole und keinen Patriotismus, weil mir das alles zu sehr ein "Überlegenheitsgefühl" vermittelt. "Wir sind die, die wir sind, wollen *genauso* bleiben (dh. es darf sich nichts veränderen, dh. nichts fremdes soll hinzukommen – oder?) und alle anderen sind nicht so toll wie wir."

    Ich habe nirgendwo behauptet, dass Patriotismus zwangsläufig in Nationalismus endet, aber beides geht fliessend ineinander über, was die Sache für mich gefährlich macht.

  21. Danke, ich habs geändert. Soll noch mal wer sagen, ich könne nich mit Kritik umgehen.

  22. (Das Kommmende ist keine umfassende Kritik oder Meinung.)
    Ich wollte nur mal kurz sagen, dass der Begriff der Nation vor dem Begriff des Vaterlands, damit auch Nationalismus vor Patriotismus da war. Soweit ich weiß, kommt "Nation" das erste Mal bei Emmanuel Joseph Sieyès vor – deshalb solltest du auch nicht vergessen, dass Nationalismus und Liberalismus mal zusammengehörten und, dass Nationalismus mal ein Fortschritt war, weil er sich gegen die Unterschiede zwischen den Ständen gerichtet hat…

  23. Danke für die Blumen, Freunde. Ich hatte eigentlich gar nicht vor, Begriffe wie Nationalismus oder Faschismus abschließend zu klären oder abzugrenzen oder gar eine wasserdichte Theorie der Entwicklung des einen zum anderen aufzustellen. Bin ich Historiker? Oder Politologie? Das Thema ist viel zu komplex, um es in einer blog-Diskussion angemessen zu behandeln.

    So ganz subjektiv-unvollständig hingetupft:

    Jedes Wir-Gefühl hat einen Aspekt, wo es andere ausschließt. *Wir* gibt es nur in Abgrenzung von *Die da*. Das kann sehr hässliche Auswirkungen haben.

    Nationalismus hat eine fortschrittliche und eine konservative Seite, da hat NTess völlig recht. Solange es was zu erreichen gibt, was man noch nicht hat, kann das der Düsenantrieb z.B. im Kampf gegen überkommende, einengende Gesellschafts-strukturen oder Herrschaftsformen sein. Herr und Knecht, beide sind… sagen wir… Norweger. Oder Liechtensteiner.
    Sobald man aber etwas hat, was es zu bewahren gilt, bekommt Nationalismus sein bekannt unschönes Gesicht.

    Abzulesen am deutschen Nationalismus des 19. Jahrhunderts. 1830 war ein deutscher Nationalist vermutlich liberal. 1900 war er ein kaisertreuer Säbelrassler.

    Man kann ein ähnliches Phänomen bei besetzten Häusern beobachten. Solange man noch illegal ist, ist alles wild, bunt und lustig. Ist man erstmal legalisiert, werden die Leute zu Häuslebauern und Schrebergärtnern.

  24. WAT BAS DU EN ARSCHLACH!!!
    LETZEBUERG BLEIWT LETZEBUERG!!!
    MIR WELLEN BLEIWEN, WAAT MER SEN!!!

    AN EIS HENERT NET SOU EN SCHAISS KOMMENTAR!!!

    ROUDE LEIW, HUEL SE!!!

  25. ZALDOT AS DEEN, DEEN EMER UN DENGEN HOER GEZUN HUET!!!!
    AN GLEEW MER, WANN ECH DECH NA ENG KEIER GESIN, DANN SCHNEIDEN ECH DER SE OOF!!!

    DU BAS EN VERRÄTER!!!
    DU STECK SCHAISS!!!!

  26. Sou Attituden hu schon eng Kéier ee Weltkrich provozéiert. Ech well net behaapten du wiers ee Nazi, ech kennen dech jo mol net. Mee esou eng militant Astellung ass ni gudd. Deng Astellung ass genau déi, déi Patriotismus esou doudgeféierlech mécht. A wanns de sou lëtzebuergesch bass, wéis de behaapts, léier emol firdéischt déi lëtzebuergesch Grammatik iers de hei ronderembrëlls.

  27. @zaldot: Wanns du scho mengs, hei de groussen Nationalist raushänke loossen ze mussen, da schreiw wéinstens richteg. En Nationalist, deen net emol séng eege Mammesprooch richteg schreiwe kann, wierkt nämlech zimmlëch lächerlëch, fënns de net? Dovun oofgesinn schéngt deng Tastatur futti ze sinn. Vu que dass du jo en éischter emotionale Mënsch ze si schéngs, rooden ech der zu engem Modell, deen deng literaresch Ejakulatiounen mechanesch verkraafte kann, am beschten esou eppes hei (w.e.g. net schloën, och wann et ee Link op eng auslännesch Säit ass):
    http://www.internettastatur

    Pascal

  28. Richtigstellung:

    Die Gattin unseres Grossherzogs wollte nicht zurück nach Kuba, sondern wollte einfach nur weg aus Luxemburg. Polizebeamte in Zivil hinderten sie auf dem Flughafen daran. Ihre Famillie stammt aus Kuba, und soweit ich weiss soll sie eine Nichte Fulgencio Battistas sein. Auf jeden Fall flüchtete ihre Famillie vor Fidel.

    Anmerkung zu der Bombenleger-Affäre:Warum ist eigentlich noch niemand in Luxemburg darauf gekommen, dass es sich bei diesen Attentaten um eine geheime "Gladio/Stay Behind-Operation" gehandelt hat. Zufälligerweise fand im Jahr 1986 (Zeit der Attentate) ein internationales Faschistentreffen in einem grösseren Hotel in Dommeldingen statt. Konservative Abgeordnete luden zu einem Treffen der World Anti Communist League (W.A.C.L) ein. Präsent waren soweit ich weiss Delegationen aus Taiwan, Chile usw. und als Gipfel der Geschmacklosigkeit wurden ehemalige ukrainische Nazi-Kollaborateure empfangen.

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