_

Podcast: Angscht a Schrecken an engem bekannten Akaafszentrum um Kirchbierg

Es ist wieder einmal Zeit für den „Angscht a Schrecken zu Letztebuerg“-Podcast. Hier die neuste Folge. Wie immer mit dem Text, dafür aber „trocken“. Mit Musik kann man sich das ganze morgen Montag zwischen 16 und 17 Uhr auf Radio ARA (103,3 & 105,2 FM) anhören.

Angscht a Schrecken an engem bekannten Akaafszentrum um Kirchbierg (mp3, 7MB)
Weiterlesen

Sternsucht

Die Luft steht still heute nachmittag. Alles ist ruhig, auch im lautesten Gebrüll. Wenn ich hinhöre, kann ich die einzelnen Geräusche wohl erkennen, aber sie bedeuten mir nichts. Das Klappern der Tastatur ist nur das Sprechen meines Geistes durch meine Finger. Ich könnte ebensogut sagen: Das Internet ist metaphysisch. Wir haben es geschafft, die Relation von elektrischen Implusen im Gehirn zum Geist umzusetzen, indem wir elektrische Impulse durch ein unendliches Netz von Kabeln und Maschinen schicken. Es leuchtet blau.

Ich möchte wissen, was in meinem Kopf vor sich geht, wieso ich nach Arbeit suche, obwohl ich sowieso irgendwann darunter ersticken werde, wieso ich diese Ablenkung brauche. Ich muss Musik hören, um meine Gedanken nicht zu hören, ich muss schreiben, um mich auf anderes zu konzentrieren. Ich bin voller Fetzen. Was kann jetzt noch helfen? Eine durchgemachte Nacht. Eine Muse. L. fehlt mir. Irgendwo weit da draussen sitzt sie, ohne zu lesen, was ich hier scheibe, ohne zu wissen, was hier los ist.
Es sind die Sterne, die fehlen.

Ich mach mir einen Tee.

Viel

zu müde heute. Es ist kurz vor 10 und ich werde mich jetzt in mein Bett legen. Es hat heute den ganzen Tag geregnet. So richtig heftig. Fieser dünner Dauerregen. Ich kann mich nicht wirklich an viele Tage errinneren, an denen es wirklich den ganzen Tag so geregnet hat.
Vielleicht ist das ja endlich die Sinnflut.

Ich möchte auch wie Herr Bargeld davon singen können, nachts lange aufgelieben zu sein und morgens noch im Bett zu liegen, während die Welt um mich herum weiterdreht. Aber so höre ich ihm einfach nur zum Einschlafen zu.

Overload

Fetzen überall.
Traumfetzen, vor allem. Scheinen vor allem verbunden zu sein mit Musik und mit S. Wie fremd mir gewisse Personnen geworden sind, ist oft erstaunlich. Erstaunlicher noch, wie fremd mir manche Gefühle geworden sind. Und dennoch scheint da einiges unter der Oberfläche zu brodeln. Wie Sodbrennen oder ein Vulkan, der nur darauf wartet, aufzubrechen. Asthenosphäre, Lithosphäre (das ist die Gesteinsschicht,l soviel weiß ich noch). Du bringst mich näher an Gott, ich will dich ficken wie ein Tier. Übersetzt klingen verschiedene Textzeilen noch sehr viel vulgärer als sie es eh schon sind.

Es scheint vor allem um Sex gegangen zu sein. Ich träume anscheinend nur immer dann schöne Träume, wenn ich sie wieder vergesse. Oder ich finde die schönen Dinge nachher so schrecklich, dass ich mir wünsche, ich hätte sie nie geträumt.
Alles in allem muss es an der Musik gelegen haben.

Bilder, Fetzen, Bruchstücke, wie klitzekleine Glassplitter, die durch den Kopf huschen, während du deinen Körper durch das Wasser bewegst. Zwei Dinge tauchen immer wieder auf. Mit einem Schlag wird dir all deine Verwirrung klar. Du verstehst, wieso du verwirrt wird, der Blick auf das Problem wird klar, nicht das Problem selbst. Als ob das Wasser gefüllt mit Pheromonen wäre.

Danach ein Gespräch, bei dem es wieder um diese Musik geht, wenn auch aus einem ganz anderen Blickwinkel. Es verfolgt dich, zumindest an diesem Morgen.

Am Abend stellst du fest, dass du voller Tatendrang bist, dich gewisse Dinge zu bremsen scheinen und du viel zu wenig Zeit hast. Du kommst nicht zur Ruhe. Diesen Text zu schreiben ist Entspannung, da du dich mit deinen inneren Problemen beschäftigst, und deshalb nicht wirklich arbeitest. Wenn du es auch nur irgendwie verkraften könntest, würdest du die ganze Nacht durcharbeiten, schreiben wie ein Verrückter, denn es tut so gut, dies zu tun. Es muss getan werden, sozusagen.
Workaholic? Masochist? Idealist? Oder doch bloss verrückt?
Es gibt keine Antworten auf all diese Fragen. Es gibt nur kryptische Blogeinträge und die Gewissheit, dass es weitergeht, immer weiter die Staße runter, und das – jedenfalls im Moment – mit einem Affenzahn.

Drogenwunderland

Manchmal fühlt man sich, als ob alle anderen Drogen genommen hätte und man als einziger nüchtern wäre. DIe Welt spielt verrückt und man weiß selbst nicht wieso.

Das Radio ist eine Erlösung von den Schmerzen des Alltags. Wie Arbeit im Allgemeinen. Sie hällt dich davon ab, nachzudenken. Oder jedenfalls davon, zu viel nachzudenken. Du siehst dich selbst auf einer Bühne, auf einem Tisch mit einer grünen Leselampe, wie sie in jeder Hollywood-Bibliothek zu finden ist und einer Flasche Blond-Bier oder einem Glas Cuba Libre. Dann liegt da ein Päckchen Gauloise, die du dann rauchen wirst, wenn du mit dem Lesne fertig bist. Doch schlussendlich sind dies alles Traumbilder, von denen dir niemand sagen kann, ob sie je einmal in Erfüllung gehen werden.

Eine gewisse Lustlosigkeit ist zu bemerken. Mal sehen, wie es weitergehen wird. Die nächsten zwei Tage noch werden heftig, dann ist erst wieder das Wochenende, wo es ein wenig Stress geben wird.

Und wieder hörst du Musik, bei der jemand um Vergewaltigung bittet. Und eigentlich singt er noch viel zu leise, müsste er bei so einem Text nicht eher schreien, so laut, dass niemand versteht, was er eigentlich will? Es ist verrückt. Ich könnte jetzt schon ein Künstler sein. Oder berühmte Literatur studieren. Stattdessen…Wir reden nicht darüber.

Es gibt auch Tage, an denen fühlt man sich, als habe man als einziger Drogen genommen und renne voller Angst und Schrecken durch furchtbar kitschig dekorierte Einkaufszentren.
Kann jemand mir sagen, wieso ich in letzter Zeit abends immer so früh müde werde?

Podcast: Angscht a Schrecken op der Sich nom Rastamann

Es ist wieder mal soweit. Freitag Abend, ich befinde ich mich irgendwo weit draussen in der unheimlichen Nacht in Luxemburg und nehme Geräusche um mich herum auf, um sie später zu verwursteln oder mich einfach nur zu wundern, wieso um alles in der Welt ich sowas aufgenommen habe. Interessant ist es auf jeden Fall.

Interessant dürfte auch die exklusive Erstveröffentlichung meiner Podcastserie, die parallel auch im Radio läuft, sein. Die neuste Folge von Angscht a Schrecken zu Letztebuerg – Fear and Loathing in Luxembourg beschäftigt sich mit der Suche nach dem berühmt-berüchtigen Rastamann. Wie gewohnt gibt es jetzt nur den Text, mit Musik gibt es die Serie bloss im Radio zu hören. Deshalb gilt es am Montag von 16-17 Uhr: Radio ARA (103,3 & 105,2 MHz oder per livestream) einschalten und Crumble hören!

Angscht a Schrecken op der Sich nom Rastamann (mp3, 3,58 MB)

Unter „Mehr!“ gibt es wie immer den gesamten Text zu lesen. Auch will die Frage nach dem Bedürfniss einer deutschen Übersetzung der Serie noch einmal wiederholen.

Weiterlesen

Wenn ich einen Titel wüßte, wäre alles gut

Das Leben ist merkwürdig im Moment. Am Freitag soll dann großer Anti 5611-Streik sein, obwohl das halbe Land noch nicht so wirklich weiß, was das denn überhaupt ist. Und ob überhaupt mal die Hälfte aller Schulen mobilisiert ist, bleibt fraglich, für mich. Vor allem scheint das Land für manche bloss bis Lux/City zu gehen und alles was weiter nördlich liegt ist eine Art verwunschenes Märchenland wo Ritter, Drachen und Schnapsbrenner leben. Nichtsdestotrotz ist es erstaunlich, was diese Bewegung in sehr kurzer Zeit auf die Beine gestellt hat. Ich hoffe, der Streik wird gut und wirkt.

Ich habe heute einen treuen Freund verloren. Meinen Rucksack. Ein Tragegurt von zweien hat sich losgerissen. ich finde, das hat schon fast etwas symbolhaftes.
Ausserdem habe ich einen Drucker misshandelt, bei einem zweiten den Schalter nicht gefunden und eine schöne Stunde mit S. verbracht. Immerhin das.
Und nach einer Tasse Tee geht's mir schon wieder besser.

Ich habe geträumt, ich wäre wieder Schwimmtrainer und müsste auch selbst schwimmen und die Markierungen für die Bahnen befestigen (Was man normalerweise an „Land“ macht.) Und dann gingen Rumflaschen mit langen Trinkhalmen drin herum. Aber genau deswegen hat man sich auch vor irgendwem verstecken müssen. Und überhaupt, wieso war ich Trainer für die Elitemannschaft, wo ich doch davon überhaupt nichts verstehe?`
Immerhin kein so ein schlimer Albtraum wie der von Frau Polymere.

Vielleicht brauche ich einfach ein wenig Ruhe und Schlaf. Und dann ist alles wieder in Ordnung. Oder auch nicht.