Sternsucht

Die Luft steht still heute nachmittag. Alles ist ruhig, auch im lautesten Gebrüll. Wenn ich hinhöre, kann ich die einzelnen Geräusche wohl erkennen, aber sie bedeuten mir nichts. Das Klappern der Tastatur ist nur das Sprechen meines Geistes durch meine Finger. Ich könnte ebensogut sagen: Das Internet ist metaphysisch. Wir haben es geschafft, die Relation von elektrischen Implusen im Gehirn zum Geist umzusetzen, indem wir elektrische Impulse durch ein unendliches Netz von Kabeln und Maschinen schicken. Es leuchtet blau.

Ich möchte wissen, was in meinem Kopf vor sich geht, wieso ich nach Arbeit suche, obwohl ich sowieso irgendwann darunter ersticken werde, wieso ich diese Ablenkung brauche. Ich muss Musik hören, um meine Gedanken nicht zu hören, ich muss schreiben, um mich auf anderes zu konzentrieren. Ich bin voller Fetzen. Was kann jetzt noch helfen? Eine durchgemachte Nacht. Eine Muse. L. fehlt mir. Irgendwo weit da draussen sitzt sie, ohne zu lesen, was ich hier scheibe, ohne zu wissen, was hier los ist.
Es sind die Sterne, die fehlen.

Ich mach mir einen Tee.

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