Küsst mich die Muse

Alles ist grau um dich herum. Du findest es kalt in deinem Zimmer, in dem du sonst immer im T-Shirt sitzt. Auch, weil das eine Art Ritual geworden ist. Die äussere Hülle abstreifen, sich vor das wenige Zentimer dicke Fenster zur Welt setzen und Botschaften nach draussen schicken. Internet ist wie Religion mit einem Gott, der antwortet. Instant Karma. On-the-Fly-Spirtualität. Du fühlst dich nicht gut und versuchst es zu verbergen. Alles, was irgendwie dazu nützt probierst du aus. Du bräuchtest wieder eine Inspiration, einen „schönen“ Text zu schreiben, etwas, das dich weiterbringt.
Einzig fehlt dir eine Muse.
oder die Andeutung einer Muse. Alleine der Schatten von ihr würde genügen, um überzuströmen, nicht nur von Hormonen, sondern auch von Ideen. Der Drang, schneller in die Tasten zu hauen als das Gehirn diktieren kann, wäre wieder da. Das Gefühl, die Gedanken 1:1 in die Datenverarbeitungsmaschine einzugeben.
Aber da ist nichts.

Oder doch?
S. meint, wir würden nicht in der Postapokalpyse leben. Der Untergang wäre im vollen Gange. Während die Astronomen behaupten, alles, was passiere, sei noch der Urknall, so behaupte ich, alles was seit dem Untergang der Welt passiert ist, gehört noch dazu. Also ist die Postapokalypse sozusagen noch Teil der Apokalypse, auch wenn das paradox scheint.

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