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Mit einem Male vermisse ich jeden

All of the Sudden I miss everyoneAll Of A Sudden I Miss Everyone heißt das neue Album von Explosions in the Sky, die das macht, was man anscheinend als „Postrock“ bezeichnet. Ich würde es „sphärisch und explosionsartig“ nennen. Das ist auch der Eindruck, den man von dem neuen Album hat.
Schwebend, irgendwo über dem Meer nach der Klimakatastrophe, immer wieder von Gitarrenexplosionen durchbrochen, die den Schwebeflug wie Luftlöcher oder Windstösse in andere Sphären treiben.
Explosions in the Sky machten für mich schon immer Musik, die meiner Synästhesie sehr zur Gute kam und mir Bilder in den Kopf zauberte, und das ist bei diesem Album auch nicht anders.
Das erste Lied errinnert mich ein wenig an Sigur Ros, ansonsten ist das klassischer instrumentaler Explosions-Sound. Ich habe das Gefühl, dass das Album dieses mal mehr ruhig Passagen hat, vor allem der zweite Track „Welcome, Ghosts“, der wesentlich mehr niedriger über dem Meeresspiegel schwebt als andere.
Was ich durchaus begrüssenswert finde, ich mag diese feinen Strukturen.

Das „Booklet“, das eigentlich ein auf dickes Papier gedruckes Poster ist, zeigt auf der einen Seite eine Weiterentwicklung des Coverbild – hier sind nun 2 Boote zu sehen. Das Motiv errinnert mich an die Eingangszenen von Neon Genesis Evangelion, wo ebenfalls Hochspannungsmasten und Ampeln aus dem Wasser ragen, während sich unter dem Meerespiegel eine versunkene Stadt befindet.
Ich kann nicht wirklich Analogien zu der Musik aufstellen, wenn ich die Bilder auf dem Poster betrachte, aber vielleicht wird das in den nächsten Tagen klarer. Wer also vor hat, sich das neue Explosions-Album zu kaufen, dem rate ich wirklich dazu, sich die CD(oder gar LP!) anzuschaffen, die mit 13 Euro auch nicht wirklich teuer ist.

Ansonsten ist die CD für jeden, der sich auch nur einigermassen mit dem Gerne „Postrock“ anfreunden kann, eine uneingeschränkter Kauftipp.

Explosions in the Sky
All of the Sudden I miss everyone
Label: COOPERATIVE MUSIC (rough trade)

Blogdelux: Ein Monat danach

Ein Monat ist vergangen seit dem ominösen Bloggertreffen Blogdelux.
Und auf der Seite blogdelux.lu, die ich absichtlich nicht verlinke, hat sich seitdem nicht sehr viel getan.
Ein paar Videos, die auf dem Treffen selbst aufgenommen wurden, wurden online gestellt. Das waren allesamt schlechte, verwackelte und verpixelte „Interviews“ mit Bloggern, die man wohl nicht beleidigt, wenn man sie „unkreativ“ nennt.

Das Videomaterial reichte nicht mal 3 Wochen und so begann man, offensichtlich per Mail, 5 langweilige Fragen (URL? Seit wann? Wie hast du angefangen? Wer hat dich beeinflusst? Worüber bloggst du?) an Blogger zu schicken und das Ergebnis davon dann zu veröffentlichen. Das es auch unter Blogs gute und interessante Interviews gibt, ich sag bloß „Blogtalk“, wissen die Macher von blogdelux bzw. Emmanuel Vivier weiß es, denn ich habe ihm es gesagt. Dass bei den Aktionen die luxo/germanophonen Blogger überhaupt nicht wahrgenommen werden, muss man eigentlich nicht sagen, denn das war eins der Kernprobleme, die blogdelux von Anfang an hatte: Die Macher kennen die luxemburgische Blogosphäre nicht und wissen nicht, wie man mit Bloggern umgeht. (Von Krisenmanagement will ich gar nicht anfangen.)
Es ist auch überhaupt nicht auffällig, dass die Intervieweten alle mehr oder weniger aus dem Dunstkreis von Blogdelux kamen.

Und was gab es ansonsten auf blogdelux? Einige „thematische“ Beiträge, bei der kein Autor zu erkennen ist und sich lesen wie Agenturmeldungen. Es gibt keine Persönlichkeit auf blogdelux – es werden weder Namen von Bloggenden präsentiert, noch ist irgendwie ersichtlich, wer sich um die Seite kümmert, die ja von Culture-Buzz/Vanksen betrieben wird.
Das ist für mich ein eindeutiges Manko und ein Armutszeugniss. Gelernt aus dem Fiasko vor dem Treffen selbst scheint Culture-Buzz nicht zu haben, denn Transparenz ist immer noch Fehlanzeige.

Und wie kommt blogdelux jetzt an? Überhaupt nicht. Ich habe keinen einzigen Link auf einen „spannenden Artikel“ bei blogdelux gesehen. Und die Kommentare sind äußerst mager. Selbst auf Beiträge, in denen, gibt es nur 4 Kommentare. Was dann auch so ziemlich das Maximum der in den letzten Wochen erreichten Kommentare darstellt.

Das Blogverzeichniss wurde nur um die doppelten Einträge bereinigt und ich finde immer noch die 1-Posting- und toten Blogs, die die Zahl der gefundenen Blogs sehr schön in die Richtung 150 gedrückt haben. Aber sowas haben ja eh nur Agenturen nötig, die möglichst viel Buzz erzeugen wollen, um… tja, was wohl?
Blogger machen solche Dinge aus freien Stücken. Und die Blogbuerg zeigt, dass es auch sehr viel besser als blogdelux geht. Eine übersichtliche Liste, RSS-Feeds, Aktivitätsanzeige, so soll das sein. Da kann sich blogdelux eine Scheibe abschneiden.

Oder, und das wäre wohl das Beste: den Laden dichtmachen. Denn als Communityblog sowie als potentielle Werbeplattform ist das ganze wohl bloß eine Totgeburt, und als Blogliste hat es nie getaugt.
Und ob ein Bloggertreffen in Metz(F) mehr als nur die speichelleckende Clique, die jetzt eh schon mit dem gleichen Text in ihren Blogs ihr Kommen groß ankündigt heranlocken wird, wage ich zu bezweifeln.

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Mehlserver

Ich fühle mich gerade ein wenig unwohl, weil mein Mailserver nicht will.
*Grummel*
[edit: Es geht wieder. Merkwürdig, wie sehr einen solche Dingen nerven. Es war aber nicht mal so sehr meine generelle Abhänigkeit von meinen Emails, sondern mehr der Fakt, dass ich eine relativ wichtige Mail verschicken musste. Ausserdem nervt Technik mich eigentlich immer, wenn sie nicht funktioniert.]
[edit2: (20:42) Hmpf. Die Mail scheint wegegangen zu sein, aber der Rest steht wieder still. Und das…nervt.]
[edit3: (21:01) Jetzt aber. Die nächsten Tage bleibe ich abends einfach länger weg oder spiele SimCity, dann bleibt uns so etwas erspart.

Ich frage mich mal rein theoretisch, wie man Internetsucht oder „Mailsucht“ diagnostiziert? Ich meine, ich komme auch wochenlang ohne meine Mails aus, wenn ich es muss. Aber dann ist das meist in einem Kontext, wo ich die Mails eh nicht „brauche“.
Ist auch jetzt die Frage ob ich prinzipiell nicht auf Informationen wie Kommentare im Blog, Radiogedöns, Diskusionen, meine Aktienkurse, persönlichen Krams verzichten will/kann, dh. das nervige Gefühl bei Nichtverfügbarkeit ist einfach ein Informationsgesellschaftsproblem oder ob es tatsächlich an dem Medium „Mail“ liegt (Was ich generell bezweifele, obwohl all die Infromationen auf Schmallspurpapier aus dem Ticker relativ anstrengend zu lesen wären), was für mich eher ein Zeichen für „Sucht“ wäre.]

Burkina Faso, Togo und Lehrer

Es ist ein wenig so, wie die Eltern dabei zu erwischen, dass sie heimlich Videospiele spielen. (Ich hätte jetzt fast etwas schlimmeres geschrieben, aber das verkneif ich mir jetzt mal.)
Meine Lehrer bloggen. Also, einige von ihnen.
Die befinden sich nämlich gerade im Burkina Faso und reisen irgendwann mal diese Woche in den Togo.
Lehrerblog mit merkwürdiger URL und unkreativem Titel

Schöne Initative trotzdem. Ich frag mich bloss, ob das Konzept „Bloggen“ den Lehrern ganz neu ist, oder ob die das auch privat machen. Ich mag Kontraste zu Dingen wie blogdelux, zu denen ich mich heute auch noch einmal äussern werde.
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Chemische Drogen selbst herstellen!

Mag sein, dass ich ein ganz klein wenig so wirke, als ob ich ganz genau wüßte, wie man chemische Drogen herstellt. Aber ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung. In meiner Obhut würde wahrscheinlich auch die resistenteste Cannabispflanze eingehen. Ich kann halbwegs mit einer Motorsäge umgehen, aber die Sache mit dem grünen Daumen ist eine andere.

Jedenfalls suchen eine Menge Leute nach Dingen wie „wie schnell läuft die reduktion von ephedrin und natrium ab“, „reduktion ephedrin natrium ammoniak“, „4-hydroxybutansäure kaufen“ oder auch „phenylaceton bestellen“.
Alles Dinge, die man wissen will, wenn man Cristal Speed oder Liquid Extacsy herstellen möchte.
Drogen, deren Auswirkungen so schlimm sind, dass ich nicht mal davon träumen möchte. Leute! Esst Pilzgerichte! Spielt im Schnee! Aber lasst solche Dummheiten!
Oder schaut gefälligst zu, dass endlich eine vernünftige Drogenbauanleitungsseite ins Netz kommt. Denn hier werden die Menschen doch bloss verzweifelt!

Live-Blogging

Das nächste Mal blogge ich die Oscars auch live. So wie hier. Und an mindestens 15 anderen Stellen im Web. Ich verstehe relativ wenig von Filmen, aber Spaß macht das sicher, sich die Nacht so um die Ohren zu schlagen. Und dann hat man wenigstens einen Grund, morgens totmüde zu sein.

Und ich konnte eh bis 3 Uhr nicht schlafen, verdammt.
Good Morning everybody.

(Ach, Babel hätte mehr Oscars gewinnen können. Aber ich hab The Departed ja auch nicht gesehen und bin, wie erwähnt, qualifiziert. nicht qualifiziert)

Interview mit Blixa Bargeld

Ich weiß nicht, ob Interview mit Herrn Bargeld selten sind, aber da ich bisher noch nie eins gelesen habe, scheint mir dies so. Allerdings habe ich auch noch nicht wirklich danach gesucht. Auf jeden Fall hat die Zeit, die Zeitung mit dem Format, das man sich erstmal trauen muss für das allein sie von mir Bewunderung erhält, ein solches „Interview“ für uns parat.
Verformte Zeit nennt sich das und ist mehr ein Protokoll dessen, was Blixa erzählt als ein klassisches Interview mit Fragen und Antworten.
Sehr lesenswert trotzdem.

Podcast: Angscht a Schrecken beim Italiener

Und verdammt, jetzt ist es schon wieder Montag geworden, ehe ich das hier hochlade. Dabei hatte ich ursprünglich immer an „Freitags“ gedacht. Wobei ich finde, dass Freitags wieder viel zu früh ist. Meistens passieren die A&S-Geschichten am Wochenende.
Und ich hab schon wieder Hunger, wenn ich an das Essen beim Italiener denke. Oh Gott.

Angscht a Schrecken beim Italiener (mp3, 11, 9 MB)

Die „Vollversion“ mit Intro, Hintergrundmusik, und Geräuschen gibt es wie gewohnt nur heute zwischen 16 und 17 Uhr auf Radio ARA (in Luxemburg auf 103,3 und 105,2 Mhz und weltweit auf ara.lu) in der Sendung Crumble.
Und den Text wie immer beim Klicken auf „Mehr!“.

Die erwähnte Freundin ist übrigens Comme.

Wer mal ein richtig schlimmes Musikvideo sehen will, schaut sich bitte dieses hier an. Wiliham Shatner „singt“ Rocket Man. Mit Zigarette. So wunderbar. Weiterlesen

Do I have enough pink electronics?

Pink things
Foto von hier. & © by „laserone
Ich wollte irgendwie auf „Blog this“ bei flickr klicken, habe dann jedoch daran gedacht, dass dies meistens zu relativ unschönen Resultaten führt.
Dann merkte ich, dass sich das Foto gar nicht anders verlinken lässt, weswegen auch immer.
Wirklich wichtig finde ich an dem Bild eigentlich die Tatsache, dass der Laptop der Frau nicht rosa ist.

Jetzt schlug „Blog this“ von flickr fehl und ich habe dennoch eine Möglichkeit gefunden, das Bild einzubinden. Für den Leser muss dies alles sehr verwirrend sein. Aber ich hoffe, meine Leser haben a) genung Grips, um soviel Meta-Dingens zu verkraften und verzeihen mir b) dass ich an einem Sonntagabend offenbar nicht mehr zustande bringe als das Posten eines Bildes mit 5 elektronischen Geräten, die übereinandergestapelt sind.
Auch die Frage, wieso jemand, der 2 Hunde und 2 Katzen hat, „Nintendogs“ spielt. Das ist so wie Bürgermeister, die „Sim City“ spielen.
Das ganze via Dingsprozessor

[Edit:

Wer übrigens glaubt, man könne die furchtbare Geschmacksverirrung, ein Macbook rosa färben zu lassen, nicht begehen, der irrt:
rosa macbook pro
(Foto von creationrobot.com)]