Blogdelux: Ein Monat danach

Ein Monat ist vergangen seit dem ominösen Bloggertreffen Blogdelux.
Und auf der Seite blogdelux.lu, die ich absichtlich nicht verlinke, hat sich seitdem nicht sehr viel getan.
Ein paar Videos, die auf dem Treffen selbst aufgenommen wurden, wurden online gestellt. Das waren allesamt schlechte, verwackelte und verpixelte „Interviews“ mit Bloggern, die man wohl nicht beleidigt, wenn man sie „unkreativ“ nennt.

Das Videomaterial reichte nicht mal 3 Wochen und so begann man, offensichtlich per Mail, 5 langweilige Fragen (URL? Seit wann? Wie hast du angefangen? Wer hat dich beeinflusst? Worüber bloggst du?) an Blogger zu schicken und das Ergebnis davon dann zu veröffentlichen. Das es auch unter Blogs gute und interessante Interviews gibt, ich sag bloß „Blogtalk“, wissen die Macher von blogdelux bzw. Emmanuel Vivier weiß es, denn ich habe ihm es gesagt. Dass bei den Aktionen die luxo/germanophonen Blogger überhaupt nicht wahrgenommen werden, muss man eigentlich nicht sagen, denn das war eins der Kernprobleme, die blogdelux von Anfang an hatte: Die Macher kennen die luxemburgische Blogosphäre nicht und wissen nicht, wie man mit Bloggern umgeht. (Von Krisenmanagement will ich gar nicht anfangen.)
Es ist auch überhaupt nicht auffällig, dass die Intervieweten alle mehr oder weniger aus dem Dunstkreis von Blogdelux kamen.

Und was gab es ansonsten auf blogdelux? Einige „thematische“ Beiträge, bei der kein Autor zu erkennen ist und sich lesen wie Agenturmeldungen. Es gibt keine Persönlichkeit auf blogdelux – es werden weder Namen von Bloggenden präsentiert, noch ist irgendwie ersichtlich, wer sich um die Seite kümmert, die ja von Culture-Buzz/Vanksen betrieben wird.
Das ist für mich ein eindeutiges Manko und ein Armutszeugniss. Gelernt aus dem Fiasko vor dem Treffen selbst scheint Culture-Buzz nicht zu haben, denn Transparenz ist immer noch Fehlanzeige.

Und wie kommt blogdelux jetzt an? Überhaupt nicht. Ich habe keinen einzigen Link auf einen „spannenden Artikel“ bei blogdelux gesehen. Und die Kommentare sind äußerst mager. Selbst auf Beiträge, in denen, gibt es nur 4 Kommentare. Was dann auch so ziemlich das Maximum der in den letzten Wochen erreichten Kommentare darstellt.

Das Blogverzeichniss wurde nur um die doppelten Einträge bereinigt und ich finde immer noch die 1-Posting- und toten Blogs, die die Zahl der gefundenen Blogs sehr schön in die Richtung 150 gedrückt haben. Aber sowas haben ja eh nur Agenturen nötig, die möglichst viel Buzz erzeugen wollen, um… tja, was wohl?
Blogger machen solche Dinge aus freien Stücken. Und die Blogbuerg zeigt, dass es auch sehr viel besser als blogdelux geht. Eine übersichtliche Liste, RSS-Feeds, Aktivitätsanzeige, so soll das sein. Da kann sich blogdelux eine Scheibe abschneiden.

Oder, und das wäre wohl das Beste: den Laden dichtmachen. Denn als Communityblog sowie als potentielle Werbeplattform ist das ganze wohl bloß eine Totgeburt, und als Blogliste hat es nie getaugt.
Und ob ein Bloggertreffen in Metz(F) mehr als nur die speichelleckende Clique, die jetzt eh schon mit dem gleichen Text in ihren Blogs ihr Kommen groß ankündigt heranlocken wird, wage ich zu bezweifeln.

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3 Kommentare “Blogdelux: Ein Monat danach

  1. Die Wogen haben sich geglättet, géif ee soën.
    Elo missten mer allerdings och mol rem bessen méI aktiv gin mat eiser eegener Initiativ…

  2. Mal ganz ehrlich, war es nicht von vornherein klar wo dieses Blogdelux Dingsbums hinführen würde, nämlich ins nirgendwo? Es gibt so unzählig viele Beispiele aus der deutschen Blogosphere wie famos ein solcher Auftritt in die Hose gehen kann. Allesamt schön säuberlich niedergeschrieben in unzähligen Blogs. Da fragt man sich doch wie doof manche Marketingagenturen sind. "E gudden Iesel stéisst sech nemmen ee mol."

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