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Traum

Ich habe vor einigen Tagen geträumt, ich hätte meinen Schal wieder. Meinen Schal, den ich zu meinem 18. Geburstag geschenkt bekommen hatte, treuer Begleiter während einiger Monate durch die Kälte. Im Traum hatte ich dieses Stück, das ich heute vermisse und an dem einige Erinnerung haftete, einfach nur verlegt und ich fand ihn in irgendeiner Schublade, mit einer Selbstverständlichkeit, als hätte ich ihn nie vermisst.
Es war Herbst in meinem Traum. Dunkel, stürmisch und voller Regen. Ein Gewitter zog auf, aber ich war sicher, denn ich hatte diesen Schal. Ich sehe mich in meiner sicherlich nicht mehr korrekten Erinnerung hoch oben beim Steuer eines Segelschiffes stehen, das vom Sturm auf uns ab geschauckelt wird. O Captain! My Captain! Our fearful trip is done!
Wir sind im Frühling angekommen. Und was hat er uns gebracht, ausser der globalen Erwärmung, die irgendwie seit diesem Jahr „offiziell“ und nicht mehr die Erfindung von „Ökofuzzis“ ist?

Frühlingserwachen heißt doch bloss, dass du öfters notgeil bist als sonst. Frühjahrsmüdigkeit als Entschuldigung für die letzte Nacht.
Du starrst viel zu oft auf den Tisch. Und du fängst im Taxi an zu heulen. Gespräche tief in der Nacht, während die Liebe keinen Laut von sich gibt. Einmal nicht mehr wissen, was man sagen soll.

Manchmal ist Schweigen das einzige, was hilft. Es gibt nicht genügend Wörter für die großen und kleinen Gefühle.
She's the one for me
She's all I really need
Cause she's the one for me

Is she?

Krank?

Toilet
Für alle kranken Web 2.0 Menschen gibt es seit einiger Zeit einen Dienst, mit man nicht nur seine Krankheit auf eine Google-Map projezieren kann, sondern auch gleich nachsehen kann, ob es anderen in der gleichen Stadt auch so geht. Immerhin könnte der Kopfschmerz ja ein Teil einer Epidemie sein, und so erspart man sich den Gang zum Arzt, der einem dann sagt „Ja, momentan hat jeder Kopfschmerzen, eine Epidemie!“. So oder so ähnlich die Begründung der Gründer.
Die Seite nennt sich Who is Sick? und ist unter whoissick.org zu erreichen. Man findet, wenn man auch selbst nicht krank ist und nicht zu hippen Web 2.0-Zwecken zum Hypochonder (Hypochondrie ist übrigens ein Krankheitsbild!) werden will, jede Menge nutzlose Informationen. So hat die Mehrheit aller Krank in Las Vegas (die ihre Krankheit bei whoissick.org veröffentlicht haben) Kopfschmerzen, danach kommt eine laufende Nase. Auch in Tokio hat jemand anderes die Nase vorn (haha!), die laufende Nase erst nach dem Husten, der die meistangegebene Krankheit bei den Web2.0-affinen japanischen Hauptstadtbewohnern ist.

Sehr nett: Man hat auch die Möglichkeit, nach Krankheiten zu filtern.
So zum Beispill auch nach „Bloody stool or urine“.
Das habe ich mir schon immer gewünscht. Wissen, ob jemand in meiner Umgebung Blut im Urin hat.

(Symbolbild von Daniel Lobo. Some Rights Reserved.)

Fight Club

[Achtung, Spoiler für all jene, die Fight Club noch nicht gesehen haben.]
Ich habe eben Fight Club fertig gesehen. Ich habe die Fernsehausstrahlung gestern Abend zum Anlass genommen, mir den Film endlich mal selbst anzusehen. Und ich bin begeistert. Die Art und Weise, wie der Film gedreht und geschnitten ist, besonders in der ersten Hälfte, ist sehr faszinierend. Irgendwann kurz vor dem es dem Protagonisten selbst klar wurde, habe ich die Maskerade seines Schizzo-Ichs durchschaut. Ich bin in solchen Dingen ja grundsätzlich schlecht, ich weiß nie wer der Mörder ist, selbst bei Columbo muss ich das manchmal fragen. Vielleicht liegt es auch oft daran, dass ich Filme nicht „durchschauen“ will, sondern mich auf die Spielregeln einlassen mag. Wobei das auch nicht immer funktioniert.
Gestern abend bin ich dann irgendwann zu müde geworden und war auf einmal sehr glücklich darüber, nicht irgendwo „auf der Piste“ zu sein sondern in meinem Bett zu liegen und einschlafen zu können.

Heute morgen dann passierte etwas Merkwürdiges. Seit langer Zeit träumte ich wieder in meinem eigenen Bett. Wenn ich das ganze mit Fight Club vergleiche, bin ich mir nicht einmal mehr sicher, ob ich überhaupt geträumt habe. Ich habe vom aufwachen geträumt, vom Griff zu der Rivellaflasche, die eigentlich leer auf dem Boden liegt, zum Griff zu einer Tüte prall gefüllt mit Ostereiern, die eigentlich nie existierte – aber wer weiß das schon so genau? Normalerweise sind meine Träume nicht so realitätsgetreu. Wenn ich träume, bin ich in einer Welt, in denen bewusstseinserweiternde Drogen zur Atemluft gehören und in der ich mich über quasi überhaupt nichts wundere, egal wie doof es auch ist.

In gewisser Weise ähnle ich Edward Norton/Taylor Durden. Vielleicht ist das etwas, was alle/viele Blogger haben, so wie René meint. Nur, dass die beiden Seelen, die, ach, in meiner Brust wohnen, sich Joël und Fireball nennen, wobei Joël einen großen Teil des Leben in der realen, 360°-HD-Welt leitet und Fireball ist jener Drache, der hier von Anfang an bloggte. Sozusagen. Fireball ist Joël und Joël ist Fireball, und… trotzdem.
Im realen Leben starrt Joël viel zu oft auf den Boden oder auf den Tisch, ohne zu wissen, wieso eigentlich. Denn eigentlich hat er doch einen Drachen in sich hausen, der so groß und mächtig ist, dass er vor nichts und niemanden Angst zu haben bräuchte.

Diese Dinge sind merkwürdig. Wie das Leben an sich.

Konzerte

July, Thu 26th: Air at Newmunster Abbey (Electro Pop)

Nachdem ich letztes Jahr schon Sigur Ros in dieser wunderbaren Location gesehen habe, zwischen den Felsen, Festungsmauern und einem alten Gefängniss, will ich AIR nun unbedingt da sehen. Nicht nur, weil ich AIR sehr toll finde, sondern auch deshalb, weil das „Atelier“ mal wieder gezeigt hat, dass sie wohl die richtigen Locations für Bands und umgekehrt aussuchen können, auch wenn bestimmte Dinge zahlenmäßig einfach nicht hinhauen.
(Und das hier ist auch ein „Hallo! Aufpassen!“-Post für diejenigen, die Sigur Ros letztes Jahr verpasst haben. ;-)

Call me Siegmund

„So scheiße fand ich die Besichtigung der Kläranlage eigentlich gar nicht…“

(Wenn ich mal einen Tag weniger Stress habe, und das wird nächste Woche der Fall sein, werde ich endlich wieder mehr posten. Entschuldigt die wortschwachen Einträge der letzten Tage.)

Ka-Boom

Leer und doch so voll.
Voller Leere, leere Fülle.
Es ist grün geworden, ohne dass man mich gefragt hätte.
Meine Meinung dazu schien niemanden zu interessieren.

Podcast: Angscht a Schrecken an der letztebuerger Konzertslandschaft

Es ist mal wieder Zeit für „Angscht a Schrecken“.

Angscht a Schrecken an der letztebuerger Konzertslandschaft (mp3, 5,97 MB)

Die vollständige Version könnt ihr wie immer heute Montag zwischen 16 und 17 Uhr in der Sendung Crumble auf Radio ARA hören und den Text gibt es nach dem Klick auf „Mehr!“. Weiterlesen

FUCK!

The Smashing Pumpkins show is sold out. (atelier.lu)
Ich hab seit 9:30 versucht die Seite zu besuchen, was mir nicht gelungen ist, geschweige denn Karten zu bestellen. Mich ärgert das jetzt wirklich. Ich meine, wenn ich jetzt ein Tag nach dem Verkaufstermin die Meldung bekommen hätte, OK. Oder auch noch heute Abend. Aber wenn man es wirklich die ganze Zeit versucht und die erste Nicht-Fehlermeldung, die man zu sehen kriegt, ist die Meldung, dass die Show ausverkauft ist, kommt man sich ein wenig… verarscht übergangen vor.
Die zweite Chance ist jetzt die Presseakkreditierung, aber das Atelier tut sich normalerweise schwer mit Akkreditierungen von sold-out-Shows.

(Ich frag mich gerade wie realistisch das ist, dass ne Show innerhalb von… 5-7 Minuten (denn länger waren die Intervalle, in denen ich die Webseite angewählt hab, nie!) ausverkauft ist. Auch in so einer kleinen Halle wie dem Atelier.)