Null

Heute, wobei eher heute Abend gemeint ist, ist wieder so ein absoluter Schrotttag. Nicht einmal ein Kalashnikov-Tag, wo ich meine Wut auf irgendetwas konzentrieren kann. Dh. ich kann mich dann überhaupt konzentrieren. Ich will gerade einen Roman über Weltraumkopfgeldjäger schreiben, ein dazu passendes Raumschiff zeichnen, CDs brennen, Musik anhören, eine Sexgeschichte schreiben, Starcraft spielen, mir ein Date beschaffen, Sex haben, telefonieren, einen Trinken gehen, mich wie ein Irrer betrinken, mit Photoshop herumspielen, einen Film sehen, mir eine Animeserie reinziehen, ein irre tiefsinniges philosophisches Gespräch führen und einen Actionfilm drehen. Am besten alles miteinander.
Void Void Void Void
Gleichzeitig habe ich zu nichts von alledem richtig Lust und höre kann auch momentan überhaupt keine Musik finden, die mir gefällt. Es gibt bloß noch Leere. Ich höre Atari Teenage Riot, was so ziemlich der größte „Krach“ ist, den ich auf der Festplatte habe, und das auch nur, weil ich mich bei Stille auf das Geräusch meines Lüfters konzentrieren würde und ich nicht im geringsten Lust habe, zu befinden, dass das Ding viel zu laut ist und ich den PC aufschrauben und entstauben sollte. Was ich dann wahrscheinlich auch tun würde.

Es ist eine gottverdammte Leere in mir, die ich ständig mit irgendwelchen Dingen zuschütte. So lange, bis ich mal wieder an einem Tag wie heute hier sitze und die Leere überläuft, überkocht wie warme Milch.
Ich weiß nicht, wie lange ich die Sexgeschichten anderer Leute noch anhören kann, ohne irgendwann zu explodieren. Wie lange kann ich noch Beziehungsdramen therapieren, ohne zu verzweifeln und nachher wirklich zur Kalashnikov zu greifen?
Und ich tue noch so, als würde dieser Text hier irgendetwas daran ändern? Es ist ein Mechanismus geworden, alles aufzuschreiben und wie Irrer dadurch zu verarbeiten. Aber die Dinge sind nicht wirklich weg, oder? (Anarchistische Parolen zwischen all dem Krach. Ich sollte die Revolution ausrufen! Was für ein Blödsinn.)
Diese gefühlte Einsamkeit macht verrückt. L. fehlt.
Überhaupt fehlt eine Muse. Es wird nie wieder so sein wie vorher, was es dann doch nicht mehr soll. Vielleicht sollte ich anfangen, Klartext zu reden. Aber was nützt das? Sinn? Blödsinn? Unsinn?
Parolen brüllen, Abdrücken, Splatterfilme kucken.

Was am Ende bleibt: 0. Null, Nichts, Leere.
(Symbolfoto von Nico Hogg Some Rights reserved. Das Bild hier wäre mein Alternativbild zur Bebilderung dieses Artikels. Wirkt aber zu positiv auf mich im Moment.)

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