Smashing Pumpkins are back

Dass die Pumpkins zurück sind, konnte man seit der neuen Single „Tarantula“ hören, aber so richtig fühlen war noch nicht. Ein Lied von einem Album macht noch keine Band, und einige vernebelt klingende Konzertberichte aus Paris machten die Botschaft noch nicht spürbar. Deshalb kann ich auch jeden verstehen, der sich die Frage stellt, ob es jetzt bloss eine Pumpkins-Coverband mit Original Sänger und Drummer ist, ZWAN mit neuer Instrumentalisierung und alten Pumpkins-Songs oder dann doch die „echte“ Kürbistruppe.
Sicher, ohne Jammes und D'arcy wird es nie wieder das gleiche sein, aber Jeff Schroeder (Gitarre) and Ginger Reyes (Bass) machen einen verdammt guten Job. Und verstehen sich mit Billy und er sich mit ihnen. Aber vielleicht sollte ich die Geschichte von Anfang an erzählen.

Gestern abend, Atelier. Irgendwann kurz nach 9 Uhr wird die furchtbar kleine und noch mit wenigen Menschen bevölkerte Konzert“halle“ verdunkelt. Die Zuschauer, die sich in weiser Voraussicht noch etwas Sauerstoff in die Lungen gepumpelt oder ein Grillwürstchen verputzt haben, strömen herein. Die Tür zum Backstage öffnet sich kurz, und ich erblicke kurz eine Glatze. Kurz später steht Fire, irgendwo in Reihe 10 oder sowas , inmitten einer tobenden Menge, während die – oh mein Gott; die Smashing Pumpkins auf die Bühne kommen und zu spielen beginnen.
Alle in weiß, die merkwürdigen Mäntel, die auf den Fotos von Paris zu sehen waren, scheinen für das Atelier zu sperrig gewesen zu sein. Billy trug einen kurzärmeligen weißen Overall und darunter ein schwarz-weiß gestreifen Longsleeve. Immer noch Glatze, immer noch Idealbesetzung für Voldemort, aber hey, das ist ein furchtbar wunderbarer Stil. Jimmy und Jeff hatten „normale“ weiße Klamotten an, während Ginger ein ziemlich extravagantes weißes Kleid trug, das sehr kurz war und vor allem aus merkwürdigen, weißem Zeugs bestand.

Die Pumpkins spielten drei Stunden lang, wenn man die Zeit zwischen den Zugaben mit zur Spielzeit zählt. Ansonsten waren es wohl zwei Stunden 50 Minuten, was immer noch verdammt lang ist. Die Setlist kann man sich hier ansehen.
Es war verdammt warm, laut und verschwitzt. Und die Leute sind so abgegangen, wie ich es in Luxemburg bisher selten gesehen habe. Zumindest bei „Today“, dem dritten Lied, ging das Moshen so heftig los, dass Fire die Gelegenheit beim Schopfe ergriff und sich bis in die 4te Reihe prügelte drückte tanzte. Dort wurde ich im Laufe des Abends einmal mit dem Ellenbogen an den Kopf geschlagen. Der Typ, der von der Figur her ebenfalls Security gespielt hätte können, entschuldige sich sofort und ich überlegte, ob ich ihn nicht umarmen sollte. Konnte man auf dem zweiten Konzert der – oh gott!, Smashing Pumpkins seit knapp sieben Jahren nebeneinander stehen, ohne Freunde zu sein?

Meine Freundschaft ging so lange, bis ich bei der nächstbesten Gelegenheit in die zweite Reihe gedrückt wurde und somit nicht nur Billy und seine Mimik gut beobachten konnte, sondern, wenn ich gewollt hätte, sicher auch Ginger unter den Rock schauen hätte können. Da meine Motiviation aber eher in der Musik und dem Überleben in dem schwitzigen, sauerstoffarmen und verdammt heißen „Atelier“ als bei der Unterwäsche von Ginger, die ihr Instrument übrigens, wie sie in einem fantastischen Solo bewiesen hat, mehr als nur beherscht, lag, versuchte ich zu überleben und hörte Musik.

Die Pumpkins sind zurück, und ich würde das nicht sagen, hätte Billy gestern abend nicht alle naselang gelächelt wie ein großer, zufriedener Keks und wäre er nicht auf das Publikum eingegangen, hätte er nicht 4-5 Plektren verteilt (da kommt es auch nicht wirklich auf das „ob“, sondern das „wie“ an, denke ich). Ich würde das nicht sagen, wenn man nicht irgendwo gesehen hätte, dass die Chemie zwischen Billy, Ginger, Jeff und Jimmy stimmt.

Als die Lichter angegangen sind, bin ich noch einige Zeit auf meinem Platz stehen geblieben. Das Konzert war vorbei. Der Boden sah aus wie ein gottverdammtes Schlachtfeld. Ich musste erst mal realisieren, was da passiert war.
Fire traf dann im Innenhof noch ein Mädchen und sprach mit diesem über Geruch. Es schien mich zu kennen, aber ich konnte es nirgendwo mehr zuordnen. Begeisterte Stimmung überall.
Ich hätte jetzt gerne einen lustigeren Konzertbericht geschrieben, so wie Comme es öfters tut, aber ich glaube, ich kriege das nicht wirklich hin. Ich bin absolut begeistert und freue mich auf das neue Album, Zeitgeist.
Fotos von dem Gig gibt es auf smashingpumpkins.com, das übrigens das neue Myspace ist. (haha!) Man sieht mich auch, glaube ich. Also, man sieht ein vogelnestähnliches Gebilde aus Haaren. Das bin ich, im Zweifelsfall.

4 Kommentare “Smashing Pumpkins are back

  1. Ah, das hast du also gemacht, statt PoTC3 zu kucken.
    Möglicherweise eine gute Wahl.

  2. Ech hun de Sound net esou furchtbaar fond, mengen daat ass och eng affaire de gout an du bass och do méi empfindlech wéi ech. Ech hun d'Performance immens genoß an daat ass wirklech wichteg. An bestäteg d'Sandra lo erem net ze vill!

  3. Schéinén bericht, hun en mat engem grinsen am Gesicht gelies hehe. Muss leider soen dass den Concert vun den Pumpkins fir mech an eng reih anerer eng riesengrouss Enttäuschung wuar… Hun schon eiwegkeeten keen esou en miserablen Sound mei heieren. Den vollen, fetten an krazegen Sound vun hieren Alben as guer am Atelier net eriwer komm wat awer och zum deel un hieren high-gain Guitar Amps lung. Nee nee do hat ech mer en mei professionellen Gig erwuard. Do denken ech gudd an gaeren un den legendären Reunion Concert vun Life Of Agony 2003 an der KUFA zeréck. Dei sin no joerenlaanger paus am original Line-Up zeréckgekeiert an hun an enger ausverkaafter KUFA mat engem sauharden mee ultra fetten Sound een vun den beschten Reunion Concerten gespillt dei ech je erliewt hun. Dogeint wuaren d'Pumpkins kaalen Kaffi… Hier Alben haalen ech an gudder Erennerung mee den Concert am Atelier vergiessen ech rem schnell:p

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