Kopenhagen, Teil I

Es soll sich nie jemand mehr bei mir über japanische Kapselhotels mockieren. Ich war in einem Schlafwagen, den man zu 6 belegen kann. Und da hat man sicher weniger Platz als in einem Kapselhotel. Zum Glück waren ausser mit nur 3 andere Leute dort.
Ich las also noch einige Zeit in Naked Lunch, was mir merkwürdige Gedanken beschert hat. In dem Buch gibt es eigentlich keine Geschichte. Es ist mehr eine Aneinanderreihung von Drogengedanken. Was gewöhnungsbedürftig, aber nicht schlecht ist.
Es ist sehr merkwürdig, in einem Zug zu schlafen. Vor allem, wenn man sich weder mit dem Kopf noch mit den Füssen nach vorne oder hinten fährt, sondern mit dem ganzen Körper. Der Zug fuhr zuerst nach Berlin, wo er dann geteilt wurde. Die andere Hälfte fuhr nach Prag. Ich dachte andauernd daran, dass der Zug irgendwo in Dänemark über das Meer fahren musste. Ich hörte dauernd das Meeresrauschen (wahrscheinlich in Berlin!) und hatte realistisch bewegte Tagträume.
Um 6 Uhr wurde ich dann von dänischen Zollbeamten geweckt, die mir auf die Frage „Can you give me light?“ mit der Taschenlampe ins Gesicht leuchteten. (Und den Pass der „Republique Libre de Clairfontaine“ wollten sie auch nicht. Blöde.)
Am Morgen hatte nette Gespräche mit den nach Dänemark imigrierten Irakern und einer Chinesin, die mit mir in einem Abteil schliefen.
Kopenhagen01
Und dann machte die Hippiekneipe zu… :( bis morgen, dann gibts auch mehr Bilder.

2 Kommentare “Kopenhagen, Teil I

  1. Ich mag Nachtzüge. Man spart Zeit und merkt garnicht, dass man Ewigkeiten durch die Gegend gefahren ist. Trotzdem habe ich beim Einsteigen das wunderbare Gefühle von einer großen Reise – auch wenn ich nur nach Berlin fahre…

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