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Religion, die Trennung und andere gesammelte, jedoch ungeordnete Gedanken

Momentan kocht es ja ein wenig zum Thema Religion. Nicht nur der luxemburgische Blogklumpen hat immer öfters Diskusionen, Videos, etc. über (bzw. gegen) das Thema, sondern auch gesamtgesellschaftlich bewegt das Bündniss zur Trennung von Kirche und Staat sowie die Debatte über Werteunterricht anstatt Religionsunterricht die Gemüter in Luxemburg.

Ich bin römisch-katholisch erzogen worden, war Messdiener und bin sogar gefirmt. Irgendwann nach meiner Firmung habe ich meinen Glauben verloren bzw. bemerkt, dass da eigentlich nichts war. Ich habe dann meine eigene Religion gegründet, den Zeroismus. Gut, damit konnte man auch prima Leute beeindrucken, was nicht unherblich dazu beitrug, dass ich diese Religion propagierte. Sehr ernst habe ich das aber nie genommen.
Ich habe mich trotzdem weiter mit Religion beschäftigt, weil ich es einfach nett finde, über diese Mythen und Legenden und Geschichten zu lesen. Okay, ich mag vielleicht einfach über Mythologie im Allgemeinen lesen, ob das jetzt Geschichten über Engel mit Feuerschwertern sind oder siebenärmige Götter, macht wenig Unterschied.
Sehr interessant fand ich auch die Diskordianer, und mittlerweile auch das Spaghettimonster.

Im Allgemeinen kommt meine Skepis zu allem, was irgendwie spirituell ist, nicht nur aus eigener Erfahrung, sondern hängt auch sehr viel mit der wiederholten Lektüre von Das foucaultsche Pendel von Umberto Eco, wo vieles davon seziert wird. Das bleibt natürlich hängen: Die Neigung, das alles »nett« zu finden mit der Gewissheit, nicht glauben zu können.
Der Katholizismus hat den Vorteil, dass er sehr hübsch metaphysisch ist und für jeden Scheiß seinen Schutzpatron hat. Man betet nicht nur zu einem Gott, sondern zu einem dreigeteilten Gott, seiner Mutter, einem ganzen Herr von Heilgen und Seeligen und einer Armee von Engeln, mit ihrer eigenen Hierarchie. Alles sehr nett zum darüber Schmunzeln, aber dran glauben mag ich nicht mehr. Bzw. tue es einfach nicht mehr.

Mit dem Atheismus bzw. Agnostizismus kommt dann auch die Frage nach dem »Danach«, die wir einfach nicht beantworten können. Ich fände es doof, wenn es wirklich vorbei wäre, aber hey, davor schützt auch ein Glaube nicht.

Die Trennung ist dann sowas, wo ich lange gedacht habe, mhmm, ist das nicht eigentlich in Ordnung so, wie es ist bzw. mir wenig Gedanken darüber gemacht habe. Ich habe auch erst erfahren, dass der Islam keine Konvention hatte, als es hieß, die würden jetzt auch eine bekommen. Im Allgemeinen habe ich eher eine »Lasst die doch ihren Glauben haben«-Einstellung, als dass ich jetzt stark antireligiös wäre. Anderseits gibt es mir einfach viel zu viele Irre im Namen irgendeines Gotts. Stellt sich die Frage, ob es die nicht mehr gibt – oder ob es weniger sind, wenn man den Religionsgemeinschaften ihren finanziellen Topf wegnimmt. (Die Frage, inwiefern Zuschüsse zu Krankenhäusern und Schulen gerechtfertigt sind oder im Falle eines Falles verstaatlicht werden sollten)

Im Allgemeinen ist in Luxemburg die ganze Geschichte doch sehr politisch, und es geht um die Wurst, bzw. es geht vor allem auch um die CSV. Wenn die christlich-konservative Partei seit Jahren an der Macht ist, dann hat das einen Einfluss auf den Einfluss der Kirche auf das Bildungsystem, das soziale Leben, usw. Und darin liegt vielleicht auch ein (verstecktes) Ziel des Trennungsbündniss: der (in meinen Augen längst überfällige) Fall der CSV. Im Grunde genommen brauchen wir keine konservativen Kräfte im eigentliche Sinne, denn die Welt ändert sich ständig, sie ist nicht zu konservieren – ein ständiger Kampf gegen die Windmühlen des Fortschritts und des freien Denkens. Es sei nochmal daran erinnert, dass die einzige Nicht-CSV-Regierung seit Kriegsende von Vielen als die beste luxemburgische Regierung überhaupt bezeichnet wird. Was nicht heißt, dass ich unbedingt für eine sozialdemokratische-liberale Koalition wäre, aber vielleicht würde sie dem Land besser tun als das ewige Herumklettern an den Hämoriden des Jean-Claude Junckers, weil in einem Hintern schon kein Platz mehr ist.
(gut, dieser Abschnitt hatte jetzt nicht viel mit Religion zu tun)

Religion ist Privatsache, und die Vermischung von Politik und Religion hat selten zu etwas Gutem geführt, so wie es im Allgemeinen selten zu etwas Gutem führt, wenn man sich an aus dem Kontext gerissene Regeln aus alten Büchern hällt und Dogmata aufbaut. Vielleicht wäre das ein guter Schlusssatz für diese wirre Gedankensammlung.

24 essentielle Punkte

Eigentlich hätte ich selbst was zu dem neusten Produkt der Kategorie »Papier, dass man besser als Klopapier hätte verwenden können« geschrieben, aber dann ist mir das hier in die Hände gefallen. Der Text stammt von afurnishedsoul/Jeff Hemmer und unterliegt seinem Copyright. Der Text steht also nicht unter der hier üblichen cc-Lizenz.

Von essentiellen Unterrichtsunterwanderungsmitteln und punktgenau rationierter Papierverschwendung…

Seit einigen Wochen entlädt sich ein wahrhaftiges Nachrichtengewitter über unserer friedlichen kleinen Heimat. Die Demokratisierung der Information schreitet wie auf Stelzen voran. Nach den jüngst erfolgten, durchaus rührenden Bemühungen einiger ReVisionäre um eine vertikale Demokratisierung elektronisch erfasster, persönlicher Daten bei unseren nahöstlichen Nachbarn (auch in der Hoffnung um eine langfristige Steigerung des seit Web 2.0 stark angeschlagenen Briefmarkenabsatzes durch die geschätzten 1.3 Millionen in Deutschland lebenden Terroristen sowie die, vom Bundesverfassungsschutz auf zirka 5000 bezifferten, sogenannten „Autonomen“) schicken sich nun hierzulande zwei konkurrierende Verlagshäuser an, die Demokratisierung der Information auch auf horizontaler Ebene – und vor allem, buchstäblich flächendeckend – voranzutreiben.

Dank L‘essentiel und Point24 kommen spätestens seit heute morgen auch arbeitswütige, nimmer-ruhende Zeitgenossen in den Genuss des gefühlten Weltbürgertums – ein Privileg, das bisher nur höheren Funktionären, bekifften Studenten, bei Regen im geschlossenen Fahrzeug wartenden Busfahrern und klischeebewussten Lehrern vorbehalten war. Beide Zeitungen, gratis erhältlich an Hunderten von Abnahmestellen im ganzen Land, versprechen ein maximal gekürztes, dabei jedoch maximal breitgefächertes und reichhaltiges Angebot an News und Meldungen.

Die langfristigen Vorteile dieses neuen, selbst für progressiv-katholische Verhältnisse ausgesprochen revolutionären Service werden sich wohl erst in einigen Jahren in vollendeter Pracht offenbaren. Eine kurzfristige, überaus positive Bilanz lässt sich allerdings schon jetzt, anhand eines kurzen Besuchs im Lehrerzimmer einer x-beliebigen Bildungsanstalt unserer Nation, ziehen.

Besonders das bereits seit einigen Wochen erscheinende L‘Essentiel erfreut sich bei Schülern und Lehrpersonal höchster Beliebtheit. Während Schüler insbesondere die Aerodynamik des handlichen Infozettels zu schätzen wissen, zeigen sich vor allem Civique- und Geschichtslehrer erfreut über das plötzliche Interesse ihrer Zöglinge am Weltgeschehen.

Die Selbstmordrate unter den Mathematiklehrern hat drastisch abgenommen. Das Sudoku des L‘essentiel führt Schüler auf spielerische Art und Weise selbst an kompliziertere Zahlen wie 5, 8 oder 9 nahezu mühelos heran. So mancher Klimaschützer erliegt gar der voreiligen Hoffnung, in einigen Jahren könnten selbst die bei Eltern und Kindern gleichermassen verpönten Tafelrechungen eine Renaissance erleben und als wertvolle Waffe im Kampf gegen die in manchen Kreisen als äusserst CO2-intensiv und volksverblödend gewerteten Taschenrechner fungieren.

Selbst Sprachprofessoren, viele von ihnen seit der Geburt des SMS-Lingo zu geschätzten Kunden von Thymoleptika-Herstellern verkommen, sind verzückt angesichts des neuen Lernmaterials, welches im Gegensatz zu den traditionellen Schulbüchern auch für minderbemittelte Schüler durchaus erschwinglich ist, und zudem aktueller als so manches Schulprogramm.

Die allgemeine Euphorie angesichts des neuen Gratisangebots wird auch vom Reinigungspersonal der Schulen geteilt. In einer wahrhaft solidarischen Geste, welche herzerwärmende Erinnerungen an das traute 1968er Miteinander von Studenten und Arbeitern wachruft, überlassen viele Schüler ihre gelesenen Gratiszeitungen den von ihnen hoch geschätzten „Botzfraen“ bevor sie nach Hause ziehen. Einige knüllen sie sogar noch taschengerecht zusammen und legen ein Kaugummi hinzu. Fast wie der Kleeschen.

Das von ISP veröffentlichte Point24 wird dem L‘Essentiel wohl kaum lange hinterherhinken. Mit einer gleichwertigen Zusammensetzung aus 50% Weltgeschehen und 50% Kaufundservicerauschmitteilungen trifft es den konsumorientierten Nerv der Zeit wie eine Halloweenpostkarte aus Macy‘s in New York. Jeweils links mit Text anödend, rechts mit ganzseitigen Werbeanzeigen aufgemotzt, ist Point24 nahezu fetter als die ebenfalls von ISP gedruckte Wort-Wochenbeilage JobSearch, und eignet sich vorzüglich zum Unter-dem-Arm-tragen auf dem Bürgersteig, dem Laufsteg intellektuell-geschäftig tuender Zeitgenossen.

Zyniker und hoffnungslos sarkastische, bösartige Menschen versuchen zur Zeit noch zu argumentieren, jeder halbwegs normal funktionierende Geist wäre imstande, auch aus einer „herkömmlichen“ Zeitung das Wichtigste – sozusagen das Essentielle – durch simples Überfliegen der Zeilen und Titel herauszufiltern. Grüne Dauernörgler und Miesmacher – als hätte ihnen die UN in letzter Zeit nicht mehr als genug Aufmerksamkeit geschenkt – lästern über den „scheusslichen Papiermissbrauch“ und ketten sich erneut an unschuldige Bäume im Stadtpark, während linke Chaoten ohnmächtig behaupten, dass diese Projekte auf nichts anderes als künstliche Nachfrageerzeugung auf dem Anzeigen- und Pressemarkt abzielten.

„Production for production‘s sake“, meinte dazu jüngst ein einheimischer Künstler, und zeigte sich angesichts der angeblichen Popularität der neuen Zeitungen verwundert über den öffentlichen Aufschrei gegen Wim Delvoye‘s Cloaca Maschinen, die doch „auf ihre Art und Weise ebenfalls nur das essentiellste über den Menschen und seine Welt aussagen“ würden.

Den fulminanten Siegeszug der Fast Food Zeitungen werden solch ewig Gestrige allerdings – allein schon aufgrund ihrer beispiellosen Flüssigkeit – glücklicherweise nicht mehr zu stoppen vermögen. Experten sagen jetzt bereits die vollständige Einmottung sämtlicher Druckpressen voraus. Rezente Forschungsprojekte kamen unabhängig voneinander zur Schlussfolgerung, dass jede Art von geschriebener Information (inklusive Literatur und Sachbücher) in absehbarer Zukunft nur noch in Form von Myspace Comments oder SMS überliefert und verbreitet werden wird – vielleicht schon Ende 2008!

Affaire à suivre…
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Bloggerlesung

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Wie man sieht, hat sich einiges geändert, das Datum wurde leider verschoben auf den 27. Dezember 2007. Und Leti konnte deshalb leider nicht mitlesen. :-( Ort und Uhrzeit bleiben die gleichen: D:qliq, 21 Uhr. Freier Eintritt. Kommt zahlreich und bringt eure Freunde mit. Ach was. Schenkt euren Freunden zu Weihnachten, dass ihr sie dahin schleppt.
Ich weiß, dass ihr alle in den Skiurlaub wollt oder sonst irgendwelchen merkwürdigen Beschäftigungen nachgehen »müsst«. Aber dieser Abend wird einzigartig. Es ist die erste Lesung. Wer nicht da sein wird, wird nie sagen können, er habe unsere erste Lesung gesehen.
Werbung dürft ihr auch gerne in euren Blogs, hinten auf eurem Auto, durch euren Kollegen, den Himmelsschreiber oder irgendwelche Piratensender in Holland machen. Wer Flyer verteilen mag, der kann sich einfach bei mir in den Kommentaren melden, ich kontaktiere euch dann zu einem geheimen Übergabetreffen.
Übrigens sind wir auch schon auf der Webseite vom D:qliq und anscheinend auch auf dem bald erscheinenden Dezedmber-Flyer. Bo-ya!
Ausserdem schmerzt mein rechter Arm. Das hat allerdings nichts hiermit zu tun.

Podcast: Angscht a Schrecken mat computergestetzen Präsentatiounen

Ich hasse Powerpointpräsentationen. Wer erst einmal in dieser Hölle der Typographie, des schlechten Geschmacks und der grausamen Kontraste war, dessen Leben wird nie wieder so sein wie vorher…

[audio:http://media.switchpod.com//users/fireballsweblog/angschtaschrecken49.mp3]
MP3-Direktdownload Angscht a Schrecken mat computergestetzen Präsentatiounen

Die Musik stammt von Revolution Void und steht unter einer cc-Lizenz.

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Überwindung.

Die Dunkelheit umschloss ihn nicht mehr wie ein düsterer Schutzmantel aus Abwesenheit von Licht. Wie merkwürdig. Dunkelheit war bloß die Abwesenheit von Licht. War Schmerz nur die Abwesenheit von Freude? Nostalgie nur die Abwesenheit von richtigen Dingen, die man erleben konnte?
Es waren nur noch wenige Minuten bis zu ihrem Haus, und die Nacht hatte sich in einen grauen Morgen verwandelt, düster und regnerisch. Wieder trommelten dicke Tropfen auf der Scheibe, vermischt mit Schneeflocken.

Er hatte seine verrückte Idee durchgezogen. Oder er würde sie durchziehen. Er hatte ihr Land durchquert, hatte den Erinnerungen an jedem Baum, an jedem der verstreuten Häuser, an jeder Kreuzung und Biegung getrotzt, sich auf seinen Schmerz konzentriert und war einfach gefahren, gefahren, bis jetzt. Und jetzt?

Dieses Gefühl kannte er, aber eher aus anderen Situationen. Als er mit ihr in Urlaub gefahren war, hatten sie das gleiche gehabt. Kurz vor ihrer Ankunft hatten sie sich gefragt, wieso sie eigentlich so furchtbar lange mit dem Auto unterwegs gewesen waren, was denn eigentlich so toll an ihrem Ziel sei. Er konnte sich die Frage damals nicht beantworten, aber sie hatte wie so oft einen philosophischen Satz gefunden, der ihn auf andere Gedanken gebracht hatte. Vielleicht hatten sie aber auch nur über ein Mädchen gelästert, das zufällig über die Straße gelaufen war.

Jetzt lief niemand mehr über die Straße, denn hier gab es niemanden, der über die Straße laufen konnte. Diese Gegend war leer, und jene, die hier lebten, war weit über das eintönige Land verstreut. Gottverlassen hatte sie es genannt, doch in Wahrheit waren es die Menschen, die diesen Landstrich verlassen hatten – nicht, dass es je viele gewesen wären, und mit ihnen hatten sich die Kirchen, die sie als Beweis für die Abwesenheit eines Gottes – zumindest in ihrer Gegend, gesehen hatte, geleert.

cc by Quinn Anya Dombrowski

Keine Musik mehr im Auto. Alle Sender spielten unpassende Musik, alle Kassetten waren zu oft gehört.

Es war nun nicht mehr weit. Er fuhr langsam, um seine Ankunft nicht durch lautes Motorengeräusch frühzeitig anzukündigen. Als ob man ihn bei all dem Schneeregen überhaupt hören würde. Ob sie jetzt schon wach war? Er wagte es nicht, auf die Uhr zu sehen, weil er nicht feststellen wollte, dass er eigentlich noch warten sollte, ehe er sie aus dem Bett klingelte. Es gab hier keinen Ort, an dem man warten konnte.

Noch drei Kurven. Hier hatten ihre langen Sommerspaziergänge durch das kleine Wäldchen in der Nähe immer ihr Ende gefunden. Meist war es schon dunkel gewesen, wenn sie zurückgekommen waren, und um die hohe Straßenlaterne mit ihrem fahlen, mondscheinähnlichen waren Myriaden von Insekten geschwirrt. Nachtfalter, Mücken und dicke Käfer, angezogen von dem künstlichen Licht, bald im Netz der Spinnen.
Sie hatte damals gesagt, dies sei eine Metapher für die Menschen. Wir würden immer nach Glück streben, blindlings darauf zulaufen, ohne auf die Gefahren zu achten. „Das Licht am Ende des Tunnels ist nur allzuoft mit einem Spinnennetz überzogen“ war einer ihrer Sätze gewesen.
Er bekam heute wie damals bei dem Gedanken Gänsehaut und ein kalter Schauer fuhr ihm über den Rücken.

Noch zwei Kurven.
Er erinnerte sich an keine spezielle Situation zu diesem Ort. Aber er wusste, dass sie etliche Male hier vorbeigelaufen waren, und sicher hatte er sie auch einmal in einem Anflug von Leidenschaft hier geküsst. Sie hatten sich so oft geküsst. Er wollte nicht daran denken, sich nicht das Gefühl zurückrufen, wie es war, ihre Zunge in seinem Mund zu spüren, mit ihr zu spielen, diese Verbindung, die nur non-verbal sein konnte, einzugehen. Vielleicht war das ein Paradoxon ihrer Beziehung: Sie, die so viel miteinander redeten, Nächte damit verbrachten, sich gegenseitig zu erzählen und philosophische Gedankengänge auszubauen, küssten sich gleichwohl so oft, wobei sie nicht reden konnten.

Noch eine Kurve. Er fuhr noch langsamer. Er wollte nicht, dass sie wusste, dass er kommen würde, dass sie sich vorbereiten konnte. Er wollte vor ihrer Tür sehen und ihr Erstaunen, ihr hoffentlich freudiges Erstaunen sehen.
Gleichzeitig schwand sein Mut wieder, seine Hände und Unterarme kribbelten so stark, dass es schmerzte.

Er blieb stehen. Es gab kein Haus gegenüber von ihrem, so dass er dort parken konnte.
Er schaltete den Motor ab. Kein Geräusch mehr ausser dem monotonen Hin- und Her der Scheibenwischer, die die Frontscheibe von dem weißgrauen Schneeregen befreiten. Klare Sicht. Das war es, was er jetzt brauchte. Er fühlte sich aber als sei das komplette Gegenteil der Fall.
Wie im Traum richtete er seinen zerknitterten Pullover, strich sich durchs Haar, trank einen Schluck Wasser aus der warmen Plastikflasche, die auf dem Beifahrersitz lag. Dann zog er den Schlüssel aus dem Schloß und stieg aus.

Der frischgefallene Schneematsch knirschte leicht unter seinen dünnen Turnschuhen. Unbelehrbar, was festes Schuhwerk angeht, hatte sie immer gesagt. Dabei hatte sie öfters kalte und nasse Füße gehabt als er. Oder es öfters zugegeben.

Der kurze Weg über die Straße, über den Bürgersteig bis hin zu ihrer Haustür schien ihm endlos. Irgendwo bellte ein Hund. Sie hatte von einer Freundin erzählt, deren Hunde einmal einen Liebhaber gebissen hatten. Es hatte sich nachher herausgestellt, dass der Typ ein richtiges Arschloch war – das jedenfalls war ihre Schlussfolgerung gewesen.

Er atmete die kalte, feuchte Luft ein. Sie schmeckte nicht so frisch wie im Sommer, aber nach den langen Stunden der gefilterten und abgestandenen Autoluft war sie geradezu köstlich. Er wusste, dass er nun den Klingelknopf drücken musste. Er konnte sich noch einige Minuten lang damit ablenken, die bekannte weiße Fassade und die bekannten merkwürdig grünen Fensterläden und -rahmen zu betrachten und sich über die moderne Tür zu wundern, die nicht so recht zu passen schien, obwohl sie farblich und stilistisch genau angepasst war. Aber er würde diesen Knopf drücken müssen. Er konnte nicht so lange wie im Fieberwahn gefahren sein, um bei Sonnenaufgang bei ihr zu sein, um jetzt, vor dem Ziel, aufzugeben. Er wusste, dass er das nicht konnte, nicht wollte, und auch nicht tun würde.

Also klingelte er. Und nahm tief Luft.
Wieder bellte weit entfernt ein Hund.

Durch das kleine Milchglasfenster auf Sichthöhe sah er Bewegung auf der anderen Seite. Sein Herz raste. Das Kribbeln in seinen Händen war wieder da.

Die Tür ging auf. Geradezu geräuschlos.
Eine fremde Person starrte ihn an.
Ein Mädchen. Ihr Gesicht war rundlich, mit großen, hellen, braunen Augen und einem breiten Mund. Ihre Unterlippe war gepierct, ein dicker Ring. Ihr Haar war kurz, in einem grellen Blau gefärbt und wirkte strohig.
Sie war schön.
Ihr weites dunkelblaues T-Shirt konnte ihre in seinen Augen vorteilhafte Oberweite nicht verstecken, die nicht so recht zu ihrer restlichen zierlichen Figur passen wollten. Sie war barfuß. Er hatte ganz vergessen, dass das Haus über eine Fußbodenheizung verfügte.
Und sie trug knappe, schwarze Trainingsshorts.
cc by Jennanana

Er wusste, wem diese Shorts gehörten.

Fotos: Auto: cc by Quinn Anya Dombrowski ¦ Haare: cc by Jennanana

Mähh…

Mir ist langweilig. Und lustlos bin ich noch dazu. Ich habe nicht einmal Lust, einen Flamewar anzuzetteln (wüsste auch nicht, worüber). Ich hatte mir eigentlich einen ziemlich aktiven Tag vorgenommen, stattdessen habe ich den ganzen Nachmittag damit verbracht, eine gottverdammte Powerpointpräsentation zusammenzubasteln. Ich HASSE Powerpoint. Powerpoint ist das Business-Pendant zu langweiligen Diashows von dem letzten Badeurlaub auf Korfu.

Sollte ich je dem Erfinder von Powerpoint, Robert Gaskins, über den Weg laufen, so sei Gott ihm gnädig. Ich werde es nicht sein.

Und jetzt will ich mich betrinken und gefühlvolle Texte über Dreiecksbeziehungen schreiben, wenn niemand die Gedärme hat, mit mir zu per IM zu schreiben.

Ka-BOOM²

Ich habe heut Nacht tatsächlich geträumt, die Atombombe würde fallen. In den Medien hieß es, die drei Meter um den Einschlagsort herum würden zu purem Gold schmelzen.
(edit 11:58)
Der Traum ging ungefähr so. Es war soweit. Wir hatten alle davon gewusst, dass dieser Tag einmal kommen würde, aber nun war er da. Die Atombombe würde fallen. Auf E. Aus irgendeinem merkwürdigen Grund wollte ich zuerst in der Mitte der Explosion sein, die in meinem Kleiderschrank sein würde. (Soweit ich weiß zündet man Atombomben noch über dem Boden, aber das sei mal dahingestellt.) Die Medien teilten jedoch irgendwie mit, dass in einem Radius von 3 Meter um den Einschlagsort alles zu purem Gold schmelzen würde. Da dies nicht unbedingt meinen Wünschen entsprach, flüchtete ich in die Küche, wo ich auf einen der Männer stiess, die dabei sind, unser Badezimmer zu renovieren. Er wollte einen Kaffee, und ich musste ihm unsere Kaffeemaschine erklären, die im Traum eine dieser merkwürdigen Senseodinger war. (In Wirklichkeit besitzt besitzen wir sowas nicht. Trotzdem konnte ich ihm das perfekt erklären.)
Nachdem der Handwerker mir nicht wirklich geholfen hatte und auch die Küche sich nicht wirklich lange »sicher« anfühlte. Irgendwann landete ich in einem kirchlichen Bunker, dessen Wände holzgetäfelt waren. Er war quasi leer. Dadrin gab es noch einiges Geplänkel, wobei ich mich nicht mehr erinnere, worum es dabei ging.

Ja, Thierry, ich will eine Interpreation. Weil, da bin ich ja mal gespannt.

Vermischtes

Die CFL fährt ab nächstem Jahr mit Strom aus Wasser- und (zu einem kleinen Anteil) Windkraft, was sie 400.000 € mehr kostet. Gut angelegtes Geld, mein Ökoheiligenschein wird wohl umso heller glänzen. Wenn jetzt auch noch nachts Züge fahren würden…

House, MD ist klasse. Allerdings nur dann, wenn man nicht nach 2 Episoden einschläft und dann feststellt, dass man den ganzen Nachmittag mit »fern«sehen und Schlafen verbracht hat. Hätte ich nicht gedacht, dass ich nochmal anfangen würde, eine Serie zu sehen. Allerdings ist das selbstbestimmt ja auch ganz was anderes.

Die Kopfhörer meines iPods machen es wohl nicht mehr lange. Der linke klingt teilweise stark nach gerissener Membran – wobei sich das bisher nur bei einigen Lieder bemerkbar macht (??). Habe mich nach Alternativen umgesehen und mich in den hier verliebt. Frage an die Spezialisten: Für wieviel Ohm ist der Ausgang des iPods ausgelegt? Lieber die 80 Ohm oder doch die 250 Ohm-Version? Auf der Webseite von Apple habe ich nichts gefunden, (nur, dass die mitgelieferten Kopfhörer 32 Ohm »haben«) und ausser einem lustigen »Wie schliesse ich meinen iPod an meinen PC«-Comic lag keine Gebrauchsanleitung bei.

Facebook ist eine große Stalkerbörse.

Radio ARA und Graffiti feieren ihren 15. Geburtstag. Crumble seinen dritten.

Auf die Frage, ob ich aus der 50. Episode von A&S eine Best Of-Episode machen soll, antworten momentan 61,5% der Teilnehmer der freiwilligen Umfrage mit »Ich will ein Kind von dir!«. Das gibt mir zu denken. Vor allem, ob ich irgendwo groß hinschreiben soll, dass ich Single bin. Abstimmen kann man hier.

Die Download-Statistiken der obengenannten Serie schiessen momentan in die Höhe. Weiß der Teufel warum, hier auf der Seite sehe ich nicht so direkt mehr Traffic, aber vielleicht bin ich auch nur zu blöd.

Die Webseite der Schülerzeitung meiner ehemaligen Schule linkt auf mich. Ungewollt. Erstaunlich auch, dass es in der Schule möglich ist, eine Homepage auf dem Server der Schule, aber keine Schülerzeitung hinzukriegen. Umso erstaunlicher, dass es momentan andersrum läuft.

Ich hätte dies alles als einzelne Posts veröffentlichen sollen. Dann wäre ich ein richtig cooler A-Blogger.
Haha.