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Video killed the lalalala

(Zum Titel die Tags ansehen)
Da drüben bei den jeunes melancoliques gibt es 3 Videos von der Lesung. Thierry mit dem Manifest, Sara mit ihrem Publikumsgewinner »Das verlorengegangene Lebensgefühl «(Von dem ich persönlich übrigens nicht denke, dass es für irgendwelche Kasper geschrieben wurde. Überhaupt, es gibt ja Widmungen und so.) und ich mit meinem Lieblingslesetitel »teenage angst has pissed off well, I think«.

Jahresrückblick

Eigentlich hasse ich Jahresrückblicke. Momentan kann man sich im Internet vor Top-20-Listen nicht mehr retten. Darauf steht dann immer Musik, von der ich viel gelesen, aber wenig gehört habe. Vielleicht ist das ein Fehler, vielleicht auch nicht. Wenn ich mir meine Jahrescharts ansehe, ist da fast nur altes Zeugs drauf. (Das erste 2007-Album kommt auf Platz 24!) Ich kann bei aktueller Musik also nicht wirklich mitreden. Ein wenig schon, aber nicht wirklich halt. Ich muss also auf etwas anderes zurück blicken. Persönlich mag ich nicht, das wird sowieso eher traurig, obwohl das Jahr an und für sich sehr erfolgreich für mich war.

Sehen wir uns also einfach an, was ich so geschrieben habe. Eine art auto-literarischer Jahresrückblick, also.
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Back again

Nette Geschichte der Zufälle, mal wieder. (Dieser Eintrag dient dazu, Dinge zu erklären, die der normale Leser nicht einmal bemerkt haben sollte. Aber hey, wir sind hier im Internet, ich gehe davon aus, dass ihr mein Blog jede 5 Stunden anklickt.)
Gestern Abend gegen 23 Uhr wollte meine Verbindung mal wieder nicht. Irgendwo habe ich das Gefühl, dass solche Ausfälle vorauszusehen sind, denn es kam in letzter Zeit immer wieder zu kürzeren Ausfällen, aber ich dachte halt, zwischen den Jahren und am Wochenende arbeitet eh niemand, da wolllte ich auch keinen Anrufbeantwortet mit meinen Bedenken belangen.
Okay, ich überlebe Abende ohne Internet, aber meine Motivation, zu schreiben, war vollkommen dahin. Vor allem, da ich mein Produkt ja gerne gepostet hätte. Natürlich schreibe ich oft off-line und poste auch nicht immer sofort, aber na ja, wenn es gar nicht geht, hat man erst Recht keine Lust. Ich auf jeden Fall nicht. Also, Film angekuckt, bis mir fast die Augen zugefallen sind.
Dann, vor dem Schlafengehen, nochmal probiert, ob es nicht wieder geht. Also, das Internet. Es ging. Bis auf gewisse Seiten. Mein Blog zB. schien keine Verbindung zur Datenbank herstellen zu können. Und andere Seiten waren gar nicht zu erreichen.
Hatte jemand das gesamte Internet lahmgelegt? Hatte sich der Y2K-Bug um 8 Jahre verspätet, dann aber wieder um ein paar Tage verfrüht?
Nixda. Irgendwann erinnerte ich mich, dass mein Hoster die Datenbank updaten wollte. Das war‘s also! Und die anderen Webseiten, die da nicht zu erreichen waren? Egal. Darüber schlafen.

Heute morgen ging immer noch nix. Auf der Status-Seite meines Hosters stand etwas von technischen Problemen während dem Datenbankupdate. Okay, dachte ich, setzte eine HTML-Seite mit Entschuldigung und dem literarischen Output von gestern online. Und jetzt dürfen sich all jene, die nur per RSS mitlesen, in die Zehe beißen, denn die haben den neusten Teil der Ina-Saga nämlich verpasst. Ehe ich nämlich damit zufrieden bin, wird er nicht wieder online so leicht zu finden sein. Die restlichen Seiten, die gestern nicht gingen, waren auch einem Update zum Opfer gefallen. Über die Feiertage scheinen Hoster sonst nichts zu tun haben.
Auf jeden Fall könnte es sein, dass morgen wieder nichts läuft. Dann ist es auf jeden Fall wieder nicht meine Schuld.
Ach, und WordPress habe ich nebenbei auch noch geupdated.

Damit weiter im Programm, es steht noch ein herrlicher Jahresrückblick an. *gähn*
Und: Ich fand den dritten Pirates ja mal ein wenig entäuschend, vor allem gegen Ende. Legolas ist jetzt Davy James Jones?

Lesung.Rock.D:qliq.Dank.

Wuah, ich weiß noch immer nicht, was ich über gestern Abend sagen soll. Ich bin einfach nur glücklich.
Es getan zu haben, auf dieser Bühne gesessen zu haben, die Texte gelesen zu haben.
Ich glaube, ich bin sogar glücklich, mit diesem verrückten Journalisten zu Abend gegessen zu haben, im wahrscheinlich besten Restaurant der Stadt, kurz vor Neun wieder im D:qliq aufgetaucht zu sein und all die Leute gesehen zu haben. Man hat gemerkt, dass es das erste Mal war. Nicht nur für uns, sondern auch für das Publikum.
Thierry, Joel, Sara
Danke an alle, die da waren. Danke an alle, die mir Mut gemacht haben. Danke D:qliq!
Das war sicherlich nicht die letzte Lesung. Mir schwebt das Wort Sommertour im Kopf herum, aber einfach ein »Nochmal!« wäre für‘s Erste auch OK. Ich wurde auch auf eine eventuelle A&S-Lesung angesprochen – das wäre eine Idee, die ich aber ausserhalb von LJM sehe, und da kann man sich auch was überlegen. Unbekannte/Bisher unveröffentlichte Texte werden wir das nächste Mal wohl sicher vorlesen, damit die Stammleser auch etwas Neues hören. Für mich wird das wohl eher schwierig, denn, wie gestern von manchen so treffend festgestellt wurde, bin ich eher der, der Texte schreibt und postet – weil da ein innerer Druck ist, nicht nur zum Schreiben, sondern auch zum Veröffentlichen. (Und anscheinend schreibt man immer so, wie man es gerade nicht will. Ich würde sehr gerne große Konstruktionen basteln können, Dinge mehrmals überarbeiten und daran feilen, bis sie so passen, aber ich schreibe halt einfach anders.)
Wer nicht da war, kann sich schon die ersten Fotos und bald wohl auch das Video, das Tom gedreht hat, ansehen. Ausserdem haben Joël und blogeescht das ganze reviewt. Ich bin gespannt auf weitere Reaktionen. (und habe das Gefühl, das ich dem, was da gestern abgelaufen ist, nicht gerecht werden kann, mit Worten. Aber man kann schlecht jeden einzelen, der da war, umarmen.)

Hi-Fi is dead

Auf jeden Fall fast. Die Musikindustrie forciert die Produzenten, Stücke bis aufs letzte durch den Kompressor zu jagen, damit sie so laut wie möglich klingen. Dadurch ensteht das, was man gemeinhin als »Brei« bezeichnet. Die Rolling Stone (USA) hat ein exzellentes Dossier dazu zusammengestellt: The Death of High Fidelity.
Was noch dazukommt: Radiostationen jagen ihr Programm ebenfalls durch einen Kompressor, um im Gegensatz zur Konkurenz noch einmal lauter zu wirken. Was dabei rauskommt, muss ich niemanden mehr beschreiben.
(via Nerdcore)

Verschiedenes (III)

Es gibt einen Artikel über uns in der Woxx!
Autor ist der bestbekannte Blogosphärenreporter der Woxx, Luc Caregari. ;-)

Interview auf 100,7 am Donnerstag, gegen halb 12.

Ein neues Studio in Betrieb nehmen ist relativ unspektakulär. Aber es gab zumindest Sekt.

Die Hündin hat die Schnürsenkel meiner Schuhe gefressen. Die Schuhe sind von der Marke Vegetarian Shoes. Aber vielleicht mag die Hündin auch nur auf irgendetwas rumkauen. Was, scheint im Moment relativ egal zu sein. Schnürsenkel, Hände, Eisstücke, Hundespielsachen, Menschenspielsachen, Papier, Schaumstoffbälle – alles mögliche halt. Der Name ist übrigens noch immer Yoda. Wenn der Hund nicht so undifferenziert auf Sachen rumkauen würde, wäre das richtig richtig cool.

Heute gibt es A&S bloß aus der Dose: Angscht a Schrecken leschten Chreschtdaach (hun ech dir main Härz gin)

Eine besinnliche Wintersonnenwende euch allen. Oder so.

Wenn ich eine Zitatserie wie Thierry oder Deef hätte, stünde da jetzt: »Bei de Juden ass daat jo drai Deeg méi frei.«

Kommt am 27. Dezember ins D:qliq. Bringt eure Freunde mit. Das Programm ist wirklich sehr gut. Ausserdem kann man nur ein einziges Mal beim Ersten Mal dabei sein.

Es gibt Menschen, die träumen von mir.
Und es gibt Menschen, die von anderen Menschen träumen, die mit ihren Sexualpartnern Gemüse im Bett benutzen.
Beides macht mir Angst. Besonders, wenn es in Kombination auftritt.

Ich träume hingegen nur von Prüfungssituationen zwischen abstrakt geformten Steinen.

Hier sollte dann ein cooler Abschlusssatz stehen.

In the shadow of the war propaganda machine

Ich sitze im Schatten der großen Kriegspropagandamachine, sammele leere Patronenhülsen und stelle sie wie russische Puppen ineinander. Ist mein Leben wie diese Schalen? Ineinander verschachtelte Hüllen einer einst tödlichen Mischung? Irgendwo spielt ein schlechter Pianist auf einem ungestimmten Flügel Weihnachtslieder. Ich war schon einmal an diesem Ort. Déja-Vue ohne Déja. Ich überlege, ob es Hitze oder Kälte ist, die mich umbringt. Meine Gefühle kleben an mir wie ein schweißnasses, braunes T-Shirt. Ob es mir besser geht, wenn ich meine Gedärme an einer langen Angelschnur aus mir rausziehe?

Diese Maschine macht mich verrückt. Irgendwo liegt ein automatisches Gewehr.
Es ist entsichert, nur für den Fall, wo.
Wenn alle Stifte versagen, muss ich mit meinem Blut weiterschreiben. Aber oxidiert das Eisen darin nicht sofort? Die Türen schliessen zwei Minuten früher, luftdicht. Dann werden die Passagiere mit dem Geruch von billigem Essen betäubt, bis sie ihre Sünden gestehen und sich in neun Klassen (nach Dante) setzen. Es wäre wirklich schade um das Papier, wenn das Blut oxidieren würde. Braunes Geschmiere, ohne wirklichen Sinn und Zweck, und das alles, weil der Autor einen an der Waffel hat/sich keine Tinte leisten kann/das für ein nettes Motiv hält.
Die Iraner haben waffenfähiges Plutonium aus Zigaretten angereichert. Wie schlimm kann das sein, wenn wir nicht einmal Türen auf und zu machen können? In einem Radius von 2 Metern vom Epizentrum, Ground Zero, schmilzt alles zu Gold, meldet das Radio mit stoischer Beharrlichkeit. (Gibt es zu, du wirst „stoisch“ nachschlagen müssen, ehe du publizierst!) Die Ketten der Maschine sind ruhig, aber sie wird weiterfahren. KA-BOOM, mein einziger Glaube. 92: die heilige Zahl. Alle Generäle sind Priester, der Gott ist kein rachsüchtiger, sondern bloß totbringend.

Ein Lichterfaden in der Dunkelheit. Sie testen neue Flugzeuge. Diesmal werden sie mich erwischen. ich muss mich meiner Därme entledigen. Ohne Verdauung riechen mich ihre Sensoren nicht. Die Idee für zukünftige Dikatoren: den Chip in sensibles Nevengewebe einpflanzen. Da helfen auch keine langen Nägel mehr.
Zurück zu mir. Ich spiele weiter mit den Patronenhülsen, wie ein kleiner Junge. Alles nur noch Symbole. Jede Begegnung birgt neue Hoffnung. An das Ende des Gespräches kommen. Antarktis. Der strahlenfreie Kontinent. Pinguinfleisch und Schmelzwasser. Das beste Essen der Welt, zubereitet von zwei Roboterhänden in einem Wohnwagen. Winnie Pooh war ein Gin Tonic. Wie, sie haben keinen Kirschsaft? Drecksäcke! Ich fackele die Bude ab!

Mir bröckeln Stücke aus der Nase. Rohes Muskelfleisch quillt aus meinem After. Die Machine hat mich von Innen aufgelöst, wie mit Säure. Ein Mann mit Stock rettet mich im letzten Moment. Es ist Gandalf, der Sänger dieser Popband, der ständig Kaugummi schluckt. oder habe ich ihn mit jemanden verwechselt? Pass auf, dass dir kein Horn as der Stirn wächst, sagt er zum Abschied. Ich prüfe jeden Tag im Spiegel, aber am Morgen ist das Licht so fahl, dass ich lieber nicht zu oft daran kratze. Elektrisches Blitzen. Sie werden die Bombe werfen, ich werde zu Gold schmelzen und ewig davon träumen, zwischen Grabsteinen zu küssen.

Eine Allee aus Obelisken. Gigantische Phalli, voller Symbole der alten Götter und Helden. Ich will einer von ihnen werden. Apotheose. Schmelzen zu Gold. Zwei Engel heben dich empor, formen dich nach dem goldenen Schnitt. Du bist Adonis, du bist Venus, du bist Herakles, du bist Odysseus. Du bist Tim und Yoda. Der Gang über den roten Teppich, dabei Blitzlichtgewitter. Jeder einzelne so hell wie eine Atombombenexplosion. Abbdrücle deiner Hände, Füße und Genitalien in Gips für den Walk of Fame. Er ist geothermiegeheizt. Alle knien vor dir nieder. Du erblickst unter ihnen auch Einstein und Hendrix, beide mit einer Fender Stratocaster. Zeichen und Gesten der Ehrfurcht überall. Zwei pausbäckige, nackte Engel mit kurzen Flügeln krönen dich mit einem Lorbeerkranz aus kristallisiertem Uran.

Als ich erwache, bin ich noch im Vollbesitz meiner Gedärme. Ich sehe nur Schatten. In der Ferne dröhnt ein Dieselmotor.