_

Getriebe

Dies ist die beste aller Zeiten – dies ist die schlechteste aller Zeiten.
Es regnet ohne Unterlass. Es wird nie wieder aufhören. Sommer und Winter werden Erinnerungen sein, zu Legenden werden und einzig das Sterben und Wiederauferstehen der Pflanzen wird uns daran erinnern, dass es sie einmal gegeben hat.
Eine Welt ohne Jahreszeiten. Die Wirklichkeit verschwindet unter einem Schleier aus ewig währendem Regen, gefüllt mit den Gerüchen nasser Haare und Hunde. Alles wird unwirklich.

Plötzlich stehst du am Flughafen, hast irgendeine wichtige Lieferung abgegeben, und redest noch ein wenig mit den Leuten dort. Ein Flugzeug dröhnt über dich hinweg. Reisende, Flüchtlinge, irgendwohin, egal wo, Hauptsache weg. Fast wünschst du, das Flugzeug explodiere, um die Hoffnungslosigkeit der Flucht zu metaphersieren.
Du kannst nichts tun als hier zu stehen und kleine, wohl dosierte Päckchen ins Paradies zu schicken. Ob es etwas bringt?
Manchmal kommen Postkarten zurück.
Irgendwo im Dunkeln verschwindet eine Telefonzelle.

Du gehst zurück durch den Regen, und wünschst dir, der Hund wäre da, damit du wenigstens einen Gefährten hättest. So bleiben bloß deine Gedanken, groß und erschreckend. Zahnräder greifen ineinander, d1/d2 = n2/n1, krächzend, ächzend, beginnt die Falle dich zu verschlucken. Der Bürgersteig versinkt mechanisch im Boden, du weißt vor Schreck nicht, was zu tun ist. Das letzte, was du siehst, ist die Explosion eines abgeschossenen Satelliten, voll mit giftigem Treibstoff.

Es begrüßt dich der Bombenleger im Atombunker. Nachdem er seine grotesken Sätze gesagt hat, verschwindet er in der Kanalisation, wo er mit drei Schildkröten in einer Peace&Love-WG wohnt.
Alles schmilzt um dich herum. Ein grünlicher Schleim entsteht und verkrustet zu bizarren Formen. Dein Unterbewusstsein hält dich gefangen. Selbsterkenntnis brennt in deinen Augen.
Dies ist die Hölle.

Podcast: Angscht a Schrecken eng weider Keiher an enger relativ versiffter Hippiedisko, déi wéi en Piratenscheff heescht

Manchmal muss man die Orte, an denen man Angst und Schrecken erlebt hat, einfach nochmal aufsuchen. Meistens nur, um festzustellen, dass es diesmal noch schlimmer ist als das erste Mal…

[audio:http://media.switchpod.com//users/angschtaschrecken2008/angschtaschrecken59.mp3]
MP3-Download Podcast: Angscht a Schrecken eng weider Keiher an enger relativ versiffter Hippiedisko, déi wéi en Piratenscheff heescht

Die Musik stammt von Revolution Void und steht unter einer cc-Lizenz.

Achtung! Der alte Switchpod-Feed funktioniert nicht mehr! Ich bitte euch deshalb, den Feedburner-Feed zu abonieren, da ihr ansonsten keine Benachrichtigungen über neue Folgen mehr bekommen werdet!

A&S Podcast Feed ¦ A&S in iTunes oder anderem Podcatcher abonnieren ¦ A&S im iTunes Katalog
Weiterlesen

Wortlos/Muselos/Endlos

Du fühlst dich wortlos ob des leeren Formulars, in das du deine Texte reinhaust. Du hast dich quasi entfremdet von dem Ding, was du am liebsten tust, was dir so viel Freude bereitet, und das du nie aufgeben willst, weil es für dich quasi so wichtig ist wie atmen. Und deshalb quälst du dich durch die ersten Zeilen, drückst die ersten Worte heraus wie jemand, der Verstopfung und schweren Stuhlgang hat, bemerkst aber dann, dass die Wörter wieder zu fließen beginnen, sobald du dabei bist. Es ist das Anfangen, was dir so verdammt schwer fällt dieser Tage, aus welchem Grund auch immer.

Eine Muse würde dir fehlen, hast du gesagt. Du weißt, dass das teilweise stimmt und teilweise auch wieder gelogen ist. Es gibt doch eine, die als Muse funktionieren könnte, die in deinen Träumen auftaucht und sich dort ohne Probleme an deinen Körper schmiegt. Als würden Träume irgendetwas aussagen. Leise hegst du den Verdacht, dass die Muse wohl eher Johnnie Walker heißt. Jetzt werden sie wieder alle kommen, mit ihren guten Ratschlagen betreffend Magenschleimhaut und Leber. Überhaupt, all diese guten Ratschläge!

Du möchtest ihr sagen, dass du dir vorstellen könntest, sie zu lieben.
Aber was ist das für eine Aussage? Als ob das irgendetwas bedeuten würde! Du könntest dir auch genauso gut vorstellen, mit A. in einem Haus mit zwei großen Hunden irgendwo in der südamerikanischen Pampa zu leben und den ganzen Tag Rum zu saufen. (Prost!) Man kann sich so ziemlich alles vorstellen. Deshalb sind solche Aussagen eigentlich nichtig. Aber nur eigentlich.
Denn das, was du mit den Worten, die nichts aussagen vermögen, auszudrücken versuchst, ist etwas großes, gewaltiges. Ein Schritt von umgekehrt-armstrongischen Ausmaßen, der eigentlich heißt: Ich könnte mich in dich verlieben. Ich wäre sogar bereit dazu, wenn es passieren würde. Und ich glaube, ich würde es nicht bereuen.

Ein Jahr, fünf Monate und anderthalb Wochen später:
Sieben Personen fahren in einem alten VW-Bus durch Skandinavien, vorbei an Seen, die den Landratten erscheinen wie kleine Meere. Im Autoradio läuft Sigur Rós. Man genießt das wunderbare Gefühl des Erlebens, des Lebens in der Gegenwart, die Gemeinschaft und vielleicht auch die Gewissheit, an der Spitze von etwas Neuem zu stehen. Beat-Generation, die Beatles und Yoko Ono, ein beliebiger Tourbus einer erfolgreichen Band, LJM. Während du auf deinen Knien dein momentanes Lebensgefühl notierst, in ein noch jungfräuliches Exemplar deiner berühmt-berüchtigten grauen Bücher, A. Witze macht, eine Flasche mit Biowein herumgeht, was dich an andere, vom Gefühl her ähnlichen Zeiten erinnert, T., L. und S. sich halb flüsternd – aus welchem Grund auch immer, über ein Buch, das sie alle drei in der Schule lesen mussten, unterhalten, hat sie ihren Kopf auf deine Schultern gelegt und ist eingeschlafen.
Du bist glücklich.
Dies ist das Ende der Welt.

Human After All

Ich höre im Moment sehr viel Daft Punk, was irgendwie auch mein gefühltes Roboterdasein wiederspiegelt. Ich habe meine Schreibe ja schon als maschinenhaft und mich selbst als »human typewriter« bezeichnet – ob das stimmt, sei dahingestellt. Ich empfinde es so, auf jeden Fall teilweise. Wenn ich mir dann allerdings beim Versuch, nicht abgekühlte Heiße Zitrone zu trinken, die Zungenspitze verbrenne, bezweifele ich diese Empfindung allerdings wieder. Was uns jetzt in eine blöde Lage bringt. Eigentlich wollte ich total postmodern jetzt einfach in dem nächsten Abschnitt eine Erzählung anfangen, die rein gar nichts mit dem Abschnitt hier zu tun hat, aber jetzt sieht es so aus, als habe die Zungenverbrennung, die mich noch den ganzen Abend nerven in den Wahnsinn treiben wird, eine Art von Übergang geschaffen.

Ich habe alle Arbeiten im Wald und in der Flur immer mit einer merkwürdigen Kriegssymbolik verbunden. Wahrscheinlich, weil es gefühlsmässig immer ein wenig so war. Lagebesprechung vor dem »Einsatz«, spezielle Schutzausrüstung und vor allem den Krach. Hier sollten Zeilen stehen, die am Dienstag in meinem Kopf sehr poetisch klangen. Jetzt kommt gerade nur Grütze raus. Aber mit einem Freischneider in der Hand kann man schlecht Notizen nehmen.

Podcast: Sternennacht

Ich hatte heute mal wieder Lust, einen Text von mir zu vertonen. Ich red ja gerne vor Leuten, und noch lieber lese ich ihnen meine Texte vor. Sowas nennt man dann wohl Rampensau. Vielleicht auch einfach »lesegeil«. Bei mir spielt wohl auch der ewig unerfüllte Wunsch vom Rockstar mit. Da ich wohl nie so cool sein werde und mit einer Gitarre oder einem sonstigen Instrument in der Hand auf einer Bühne stehen werde, bleibt mir nur eine noch coolere Sache zu machen: Mich ohne Instrument auf eine Bühne zu stellen und Sachen vor zu lesen.

Da heute aber nicht wirklich eine Bühne noch Mitlesende bereit stehen, habe ich beschlossen, einen Text aufzunehmen und online zu stellen. Da Les jeunes melancoliques heute ihren ersten Geburtstag feiern, ist das noch ein weiterer Anlass, dies zu tun. Ich widme die Aufnahme dann auch meinen vier Mit-Bewegungsmitgliedern, ganz besonders aber Leti, die sich den Text vorgelesen gewünscht hat. (Gut, ich habe auch nur sie gefragt.)

Klein-Fire liest Sternennacht:
[audio:http://media.switchpod.com//users/angschtaschrecken2008/Sternennacht.mp3]
MP3-Download

Weitere Texte könnten folgen. Ich bin für Vorschläge aller Art, Kritik und Anmerkungen offen.

Die, Closed Source, Die!

FoxyTunes, eine ziemlich geniale Firefox-Extension, die von der einfachen Steuerung für eine Legion Musikplayer zu einer Webseite mit Songinformationen aus multiplen Quellen entwickelt hat, wurde von Yahoo gekauft. FoxyTunes funktionierte immer so: Man hat auf den Song geklickt und eine Informationseite über den Song ging auf. Da gab es neben Infos über die Band aus Wikipedia Videos von Youtube, ähnliche Bands von last.fm, Songs auf Hype Machine, Links von Google, Alben von Amazon und Lyrics aus dem Lyricswiki. Natürlich kann man sich das alles selbst zusammensuchen. Aber es ist schon nett, das alles auf einen Klick präsentiert zu bekommen.

Nachdem Yahoo die Seite gekauft hat, ist das natürlich ein wenig anders. Es geht nach dem Klick natürlich immer noch eine Informationsseite auf, aber viele Module haben gewechselt. Dass die Links von Google durch Links von Yahoo ersetzt wurden, verstehe ich ja noch. Aber auch die Lyrics-Box aus dem Lyricswiki hat man durch eine von Yahoo Music ersetzt. Einziges Problem: Es scheint in dessen Datenbank keine Lyrics von irgendeinem Lied zu geben, das auf meiner Festplatte ist. Was ziemlich scheisse ist, denn jetzt ist meine Hauptmotivation, mir diese Informationsseite anzusehen, nämlich die schnelle Anzeige der Songtexte, flöten gegangen. Und wieso? Weil auf eine geschlossene Lösung statt auf ein offenes Wikisystem zurückgegriffen wird. Ich werde FoxyTunes wohl nicht mehr updaten – wer weiß, was Yahoo noch alles damit vor hat?

Schaumschläger

[Dieser Beitrag ist nicht in dieser Reihenfolge entstanden, wie ich ihn hier zusammenstückele.]

Wild schäumen die verwischten Traumerinnerungsfetzen ins Unterbewusstsein zurück, als du diese Zeilen liest. Dein Körper ist wie elektrisiert – deine Hände kribbeln mal wieder.
Dir ist, als hörst du das Pendel wieder kurz über deinem Kopf schwirren – was du selbst nicht wahrnehmen willst. Damokles ist blind für Schwerter. Du hast geglaubt, aufschreiben würde wegsperren bedeuten, aber vielleicht musst du auch veröffentlichen. Und dann ist die Gefahr, dass diese Bilder ein noch stärkeres Eigenleben führen könnten, egal.
Immer wieder diese Berührung. Finale Bestimmung?

Vielleicht sollte man Träume einfach deshalb aufschreiben, damit sie einem aus dem Kopf verschwinden. Wie man sich einen Dorn oder Splitter aus dem Finger zieht, weil er einen ständig enerviert.
Man kann bei diesem Traum nicht wirklich von stören reden. Im Endeffekt, im Rückblick sozusagen, bleibt ein wohliges Gefühl der Geborgenheit. Zu den Tatsachen: I. und ich auf irgendeinem Konzert. (Mal wieder.) Es muss Sommer sein, denn I. trägt, wie alle Mädchen auf dem Konzert, nur ein Top. Und das ist auch schon bezeichnend für diesen Traum: Hitze, gepaart mit leichter Kleidung (die du an ihr noch nicht gesehen hast, soweit du dich erinnern kannst.) und dieses seltsame Gefühl, in der Menschenmenge eingeschlossen zu sein. Sie steht vor dir – und du nimmst sie in den Arm, deine Hände auf ihrem Bauch.
Die Umarmung ist intim, zu intim für Freundschaft. Das ist es, was den Traum so merkwürdig erscheinen lässt, weil trotz irgendeiner Story mit unwichtigen Nebenfiguren und ungewollten(?) Berührungen nur dieses Gefühl der Geborgenheit bleibt, nicht mal, wie sonst üblich, ein Kopfschütteln oder das berühmte »Blub«.

Traumdeutung?
Schnelle, skizzenhafte Gedanken: Du schreibst über Ina, als du zu einem Konzert mit I. fährst. Schlimmer noch: Du bekommst auf dieser Fahrt seit langem wieder Lust, zu schreiben. Da scheint es irgendwo also eine Verbindung zu geben (Als ob das nicht offensichtlich wäre!) Ina = I.? Nee.
Merkwürdig, dass deine Hände kribbeln, wenn du in deinem Heft liest, wann du jenen Text geschrieben hast, was nur in einer kleinen Randnotiz vermerkt ist. Was heißt das jetzt?

Eigentlich weißt du nur, dass es keine Antworten gibt. Und das auch diese Antwort ein klein wenig Selbstbetrug ist.

Podcast: Angscht a Schrecken um Wenzelspfad

Diese Folge Angscht a Schrecken ist im Rahmen eines sogenannten Durchführbarkeitstreffen enstanden. Deshalb ist sie auf Deutsch. Sie wurde möglich durch Finanzierung der europäischen Komission. Die Inhalte dieser Folge spiegeln jedoch nicht unbedingt die Meinung der europäischen Komission wieder. Eigentlich hat der Autor keine Ahnung, was die Komission so über den Wenzelspfad denkt. Wie sollte er auch?

[audio:http://media.switchpod.com//users/angschtaschrecken2008/angschtaschrecken58.mp3]
MP3-Download Podcast: Angscht a Schrecken um Wenzelspfad

Die Musik stammt von Revolution Void und steht unter einer cc-Lizenz.

Achtung! Der alte Switchpod-Feed funktioniert nicht mehr! Ich bitte euch deshalb, den Feedburner-Feed zu abonieren, da ihr ansonsten keine Benachrichtigungen über neue Folgen mehr bekommen werdet!

A&S Podcast Feed ¦ A&S in iTunes oder anderem Podcatcher abonnieren ¦ A&S im iTunes Katalog
Weiterlesen

Junk

Dass ich ein Blog-Junkie bin, habe ich gestern gemerkt. Der Server ging (mal wieder) nicht, und mein Hoster meinte, es könnte sein, dass die Backups nur bis Ende Dezember reichen würden. Na ja, wie man sieht, ist alles wieder da, auch wenn die letzten drei Postings verloren waren und ich sie aus dem RSS-Reader fischen musste. Wer seine Kommentare nochmal posten will, darf das gerne tun, ansonsten habe ich nicht wirklich Lust, die alle nachzuposten. Obwohl die ja auch ein Verlust sind.

Auf jeden Fall hatte ich gestern Abend dringend das Bedürfniss, zu bloggen. Oder mich mitzuteilen. Nachdem ich sämtliche Gesprächspartner per IM vergrault hatte, habe ich mir einen Twitter-Account zugelegt und die index.php überschrieben, mit einer Seite mit den neusten Twitter-Meldungen. Wer mag, kann die ja nachlesen. Ob ich noch irgendwie weitertwittern werde, muss ich mir überlegen. Ich hab das blöde Gefühl, dass da sehr viel Schwachsinn dabei herauskommt. Und es gefällt mir nicht, mich auf 160 Zeichen begrenzen zu müssen. Da kann ich auch gleich in mein Handy schreiben.