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Podcast: Angscht a Schrecken um Gebuerstsdaag vun engem Matarbeschter vum Radio ARA, den net eisen London-Korespondent ass, mee zu Cardiff an Wales setzt

Es gibt Tage, an denen will man ausschlafen. Und es gibt Tage, an denen will man ausschlafen und kann es nicht, weil das Telefon so wild vibiriert, dass man davon aufwacht. Dann wird man zu wichtigen gonzojournalistischen Missionen ins Bistro de la Presse geruffen und hat genau drei Minuten Zeit, sich zu überlegen, welchen Zug man nimmt und wieviel Zeit man zu verlieren hat. Und zu allem Überfluss hat dann auch noch ein Mitarbeiter, der nicht London-, sondern eher Wales-Korespondent ist, Geburtstag…

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Verlorener Tag

Dies wäre ein verlorener Tag, meintest du. Und ich entgegnete, dass es wohl wichtig wäre, die Bilder des letzten Abends, der vergangenen Nacht Revue passieren zu lassen und sich dem wohligen müden Gefühl der Dehydrierung hinzugeben. Du klagtest über Kopfschmerzen und die Unmöglichkeit, einen Kater zu genießen. Ich hingeben, der nie Kopfschmerzen hat, meinte, dass auch dies dazugehörte.

Den Körper bis an die Grenzen treiben. Wie ein Irrer mit einer lächerlichen Sonnenbrille durch die Nacht laufen und ständig Thompson zitieren, was auf die Dauer nicht witzig, sondern nur nervig ist. In einem schicksalhaften Lokal brennt noch Licht, durch die halb heruntergelassenen Jalousien siehst du den Besitzer mit einem Freund diskutieren. Man hat dich überall vertrieben, und hier, mitten in der Nacht kommt dir die Erkenntnis:

Das, was wir brauchen, ist ein Zeppelin. Du siehst es schon vor dir. Ein gigantisches Luftschiff am Himmel über Norwegen, nur mit den LJM an Bord. Neben der luxuriösen Ausstattung gibt es noch ein paar weitere Argumente: Reisefreiheit, die Möglichkeit, unwillige LeserInnen zu entführen sowie die offensichtliche Inspiration, die von diesem Objekt ausgeht.
Du siehst dich selbst in deiner Kabine sitzen und deine Texte in die Tastatur einer altmodischen, mechanischen Schreibmaschine, die auf wunderbare Art und Weise mit einem Computer verbunden ist, hauen. »Klack! Klack! Klack!« macht die Maschine, während das Luftschiff starr seinen Kurs beibehält und nach Island fährt. (Fahren oder fliegen Luftschiffe?)

Mittelmaß?

Ich möchte mich freimachen von dem Leid, das diese Abwesenheit in mir verursacht. Ich suche Extremsituationen oder Ablenkungen. Ich arbeite bis tief in die Nacht, betrinke mich während des Schreibens. Masturbation und Spieltrieb, Tanzen und Lautstärke. In den Abgrund sehen. Dulebstnureinmal. Livefastdieyoungandleaveahandsomebody. In die Hölle und nicht mehr zurück. Alle Abgründe ausloten.

Beschäftigung, Beschäftigung,
denn das viele Denken macht dumm!

Ich brauche das, genauso wie ich Angst und Schrecken brauche. Ich denke gerne nach, aber nicht zu lange. Oder nicht immer. Die Wirklichkeit in ihrer Gesamtheit ist zu schrecklich, zu großartig.
Muss man schnell leben? Müssen wir uns ständig auf Autobahnen und Hochgeschwindigkeitszugstrecken fortbewegen? Oder dürfen wir auch mal langsam leben, abseits von Colaautomaten und 3D Virtual Reality Videospielen?
Ja. Und ich tue es. Abwechselnd mit Wahsinnsphasen, in denen Speed von Atari Teenage Riot in meine Gehörgänge reinkracht, und ich mich wie auf einer seltsamen, alles beschleunigender Droge fühle. Wieso diese Dualität? Wo bleibt das Mittelmaß?
Was ist die abgeschwächte Form von Angst und Schrecken?

Danach dann die eigentlich dumme Frage, was das Ganze eigentlich gebracht hat. Im Endeffekt war es ein netter Abend unter Leuten, die du nicht genug kennst, um dazu zu gehören, die dir aber interessant erscheinen. Eine drogeninduzierte Psychose jagt die nächste. Völliger Quatsch, aber der Satz klingt so gut. Das Leben ist wie eine Schlange, die so lange wächst, bis sie gar nicht mehr anders kann als sich in ihren eigenen Schwanz zu beißen.
Wo stehe ich da? Oder sind wir alle Kaninchen in der Schlange, nicht wissend, wo es zum Schwanz und wo es zum Maul hingeht, während wir langsam verdaut werden?
Alles Unsinn.

Wir sind Wale im Ozean der Belanglosigkeiten.
Kleine Käfer auf dem Weg ins Licht.
Menschen (Homo sapiens) im frühen 21. Jahrhundert, irgendwo auf der Staße des Lebens, ohne Navigationsgerät, als Orientierungspunkte nur verblasste und sterbende Sterne.

Wir sind nirgendwo und es ist jetzt.
[0803181922]

Podcast: Angscht a Schrecken bei enger Visite vun der furchtbaar dreckeger an chaotescher Haaptstadt vun der Belge

Ich habe letztens Brüssel besucht und die erschreckend dreckige und chaotische Seite der belgischen Hauptstadt entdeckt.

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“D’Wort” heißt wieder “Luxemburger Wort

Und man feiert 160 Jahre Antisemitismus, Nationalismus und römisch katholischen Fantatismus. (Sowie die konsequente Berichterstattung über runde Geburststage, Ruhestandfeiren und die Generalversammlungen aller lokalen Garten&Heim-Vereine.)
»Im Dienste des Menschen« nennt man das beim »Multimedia-Unternehmen« Saint-Paul. Selten so gelacht! Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Jedes einzelne Wort der letzten Zeile.

Und ich bin jetzt am Überlegen, ob mir die quick&dirty-Methode des L‘Essentiel nicht lieber ist. Da gibt es zwar eigentlich nur Agenturmeldungen, aber immerhin leugnet das niemand.
Wer ein wenig mehr über die Geschichte des CSV-Kampfblattes lesen möchte, dem ist dieser Artikel des »D‘Land« zu empfehlen.

It’s the end of the world as we know it.

Gleich drei Schreckensmeldungen erschüttern Luxemburg. Die erste kommt aus einer mir nicht gänzlich unbekannten Stadt und klingt wie aus einem schlechten Thriller, dessen Autor lieber Psychologe als Autor gewesen wäre: Ein Verbrecher ist aus der Psychiatrie in Ettelbrück geflüchtet und ist jetzt wahrscheinlich auf dem Weg nach Portugal. Und die spanische Presse meldet, er sei in Spanien. Die lokalen Autoritäten wirken überfordert. Ich vermute, der Mann sitzt immer noch im Park neben der Anstalt und füttert die dicken Goldfische im Springbrunnen.

In Cattenom, dem Atomkraftwerk, das man anstelle des Atomkraftwerk gebaut hat, das man in Luxemburg bauen wollte, ist ein Arbeiter »leicht« radioaktiv verstrahlt worden. Was auch immer das heißt, leicht radioaktiv verstrahlt. Aber wie wir alle wissen, sind Atomkraftwerke, besonders wenn sie in strukturschwachen französischen Grenzgebieten stehen, sehr sicher. Und Radioaktivität ist völlig natürlich und so gesund wie Joghurt.

Die schlimmste Meldung finde ich allerdings, dass die ADR mit der AHL zusammen in die Wahlen geht. Das frühere Aktionskomitee für Rentengerechtigkeit und Demokratie, heutige »alternative Reformpartei« nimmt Mitglieder der Männergesellschaft mit auf ihre Listen. Wenn man hellbraun mit Scheiße mischt, was kommt denn da raus?
Ich hatte ja gehofft, die beiden Parteien würden sich (und der CSV) gegenseitig Stimmen klauen.

Was bleibt da? Sich zurücklehnen und die Show geniessen. Vielleicht fordert die braune Partei ja bald die Verlegung der Psychiatrie nach Cattenom und macht sich vollends lächerlich. [Bonusvideo nach dem Klick] Weiterlesen

Bonn

Da sie mich hier alle alleingelassen haben, kann ich dann auch mal bloggen. So während des Praktikums. Aber na ja, bald kommt eh der Bus.
Kurze Zusammenfassung der Ereignisse von Bonn: Ich war auf dem Jugendparalament für den Rhein, organisiert von SEE/SWE. Da gabs Feldarbeit, ein Rollenspiel, Workshops und viele Diskusionen. Na ja, hinterher sind ein paar nette Texte und Ideen dabei herausgekommen. Ausserdem haben sich junge Leute getroffen und das gemacht, was junge Menschen halt so tun, wenn sie sich treffen und sich dabei zufälligerweise in einer Jugendherberge befinden.
Ich wurde trotz einer sehr großen Delegation aus den Niederlanden zum Vizepräsident gewählt. Auch nett. (Die Präsidentin war übrigens auch nicht aus den Niederlanden.)
Ausserdem habe ich mir in Bonn eine wunderschöne Schreibmaschine aus den 60ern gekauft. Von Rheinmetall. Für 5 Euro. Find ich toll.

Moor

Du sitzt im Bus, der geduldig wie ein altes großes Tier, ein Mammut oder Rhinozeros, über das Land fährt. Die silbergraue Karosserie trotzt dem strömenden Regen und dem peitschenden Wind, während der Bus mit stoischer Ruhe jede Haltestelle abfährt, ohne jemanden mitzunehmen. Vor einer Stunde ist der letzte Reisende zugestiegen. Wie lange du selbst berreits fährst, wagst du gar nicht zu rechnen. Du siehst den Regentropfen zu, die sich wegen dem starken Wind Spermatozoiden ähnlich horizontal über die Scheibe bewegen.

Moor cc by burtonwoodandholmes

Irgendwann bist du angekommen. Im Nirgendwo. In der Pampa, möchte man sagen. In Wahrheit stehst du an einem Moor, durch dessen Kanäle nachts angeblich Fischotter schwimmen.
Es regnet noch immer. Dicke Tropfen auf deiner Brille. Du kannst förmlich spüren, wie sich das Moor, die gesamte Landschaft mit Wasser vollsaugt. Ein gigantischer geologisch-biologischer Schwamm.

Es ist so friedlich hier. Der Regen schluckt jedes Geräusch, nur das einzelne Rufen eines dir unbekannten Vogels ist von Zeit zu Zeit zu hören. Du bist völlig durchnässt. Junge Fischotter sind angeblich wasserscheu. Du atmest tief ein, riechst die torfige Luft.
Ein letzter Atemzug.
Ein schöner Ort, um zu sterben.

[0803122202] (Image cc by burtonwoodandholmes)