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Graffiti Research Lab

grl-teaser

Am vergangenen Donnerstag habe ich mir zusammen mit meinem Kumpel und Fotographen Jean-Marc das erste Laser-Tagging in Luxemburg vom Graffiti Research Lab angesehen. Und das war ziemlich cool. Das ganze war vorm nationalen Geschichtsmuseum, was nicht sehr weit von Radio ARA entfernt ist (OK, in Luxemburg ist nie etwas „sehr weit weg“ von irgendetwas, aber das Radio ist sehr nahe) und war so cool, dass ich mir kurzerhand Mikrofon und Aufnahmegerät schnappen ging und einen der Hacker von hackerspace.lu interviewt habe.

Hier das Interview:
[audio:http://www.graffiti.lu/audio/Crumble/2009/GRL.mp3]
Download als mp3

Bewegtbilder gibt es bei Eveant (für des Luxemburgischen nicht mächtigen auch mit englischen Untertiteln), Fotos von Jean-Marc nach dem Klick
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Netzneutralität

Als eifriger Netzpolitikleser weiß ich, dass das sogenannte Telekom-Paket am Dienstag, den 31. März abgestimmt werden wird. Die Netzneutralität ist auch in der zweiten Lesung noch immer in Gefahr und deshalb rufen verschiedene NGOs, allen voran La Quadrature du Net dazu auf, die jeweiligen EU-Abgeordnete, die in den IMCO und ITRE-Ausschüssen sitzen, diese Ratschläge zukommen zu lassen.

Was die luxemburgischen EU-Abgeordnete angeht, so sitzen folgende Drei im ITRE-Ausschuss: Claude Turmes, Erna Hennicot-Schoepges und Robert Goebbels. Ich habe den Dreien eine Mail geschickt, in der ich das Anliegen kurz erklärt habe und die Abstimmungsempfehlungen von La Quadrature du Net weitergegeben habe. Eigentlich mit nicht sehr viel Hoffnung auf eine Antwort oder Reaktion.

Wie man sich täuschen kann. Bereits zwei Minuten(!) später ereichte mich die Antwort von Claude Turmes (bzw. seinem Assistenten):
Moien joël,
mir sin als gréng an deem Punkt geschlossen an stemmen mam rebecca harms an helga trüpel, déélen also ären avis.
schéi gréiss,
Olaf Münichsdorfer
Assistant to Claude Turmes, MEP, Vice President of the Green Group in the European Parliament

Eine gute halbe Stunde später erhielt ich dann auch eine Antwort von Frau Hennicot-Schoepges (bzw. ihrer Assistentin):
Cher Monsieur,
nous vous remercions pour l‘intérêt que vous portez aux débats sur le paquet telecom et plus particulièrement sur les aspects liés au traffic management et à la net neutrality. Nous sommes sensibilisés à ces questions et veillons à ce que la législation se fasse de manière non discriminatoire et sans porter préjudice aux droits fondamentaux des citoyens.
Bien cordialement,
Nima AZARMGIN, Attaché parlementaire de Mme Erna HENNICOT-SCHOEPGES, MdPE

Wow. Erstaunt mich. Die Reaktionszeiten und die positiven Antworten. Ich bin gespannt, wie es am Dienstag ausgehen wird. Und ob Herr Goebbels antworten wird.

Buchstaben zu Bilder

Buchstaben zu Bildern

Das Design Studio Strukt hat für Mercedes-Benz (das ist das, was nicht so toll an dem Ganzen ist, aber leider müssen auch Kreative was essen und irgendwo wohnen) eine ziemlich geniale Präsentation erstellt, die vor allem aus Buchstaben besteht, die sich zu den verschiedensten Bildern zusammensetzen.
Das Konzept ist allerdings schon lange bekannt, mir fällt zB. sofort der Allah-Löwe ein.
Die ganze Installation ist aber over the top awesome: 20 Meter Leinwand, 3 Full HD-Projektoren und die Steuerung auf einem iPod-Touch und einem Touchscreen. Vor allem die PartyVisuals sehen großartig aus. Ich will sowas bei mir zu Hause!
Film davon nach dem Klick.
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Was sonst noch so passiert …

Mein richtiges Ich ist nicht ganz so sehr verschnupft wie dieser Ich-Erzähler, aber ich habe noch immer das dumme Gefühl, dass sich unter den Schleimbrocken, die meine Nase so produziert, bald ein lebensfähiger befinden wird. Desweitern leide ich zeitweise unter leichtem Schwindelgefühl, wohl produziert durch den Schleim in den Nebenhöhlen. (Oder sowas. Bin ich Arzt?) Chris hat aus diesem Video, das ich gestern bei Facebook gepostet habe, weil ich es toll, aber keinen Blogpost wert fand und das wohl polarisiert hat. Eveant hat ein neues Layout und bindet twitter noch weiter ein, was toll ist. Ich habe Fred von Eveant ja fast mal um Hilfe gebeten, weil A. längere Zeit auf dem Klo verschwunden war und ich den Mann in meinem Zustand für die kompetenteste zu erwartende Hilfe gehalten habe. Wenige Stunden später habe ich dann mit ihm über Roboter diskutiert.

Ich sehe mir ja eher ungern Videos an. Das liegt wahrscheinlich daran, dass mein RSS-Reader und Mailclient, (Thunderbird) kein Flash unterstützt, dh. ich muss einen weiteren Klick durchführen und – und das wiegt schwerer – meine Musik auschalten. Trotzdem tue ich es immer häufiger. Auf BoingBoing Gadgets findet sich ein Mann, der aus einer Zigarette ein Messer bastelt, während auf Fox jemand behauptet, Obama baue Konzentrationslager für Neocons.
Thierry hat sein Blog jetzt vollständig auf Luxemburgisch umgestellt, was nicht nur nett aussieht, sondern auch cool ist. (+200 EP für die Nerd-Skala, Thierry!)
Pierre Peters, seines Zeichens luxemburgischer Faschist/Nationalist, Biohühnerzüchter (und gerüchteweise Ehemann einer italienischen Frau), war, wie Grommel richtig gesehen hat, bei der Trierer NPD zu Gast und hat doch einen Haufen Lügen und Schwachfug verbreitet.

Eingangsseiten sind sowas von 1996.

Ich würde eigentlich ganz gerne eine Art (politische) Wochenrückblicksendung oder Rubrik fürs Radio/als Podcast machen. Die würde ich dann State Of The Onion nennen.
Außerdem sammle ich fleißig schöne Bilder und Fotos in meinem ffffound und wer auf meinem Facebookprofil nicht genug zu stalken findet, kann sich die ultimative Zusammenfassung meines digitalen Lebens bei meinem Suppending ansehen.

Zu guter Letzt (nicht, weil mir nichts mehr einfallen würde, sondern, weil ich müde bin) können auf Why I don‘t tweet alle in 140 Zeichen ausdrücken, wieso sie sich sonst nicht in 140 ausdrücken.

Schleim

Es war wieder einmal soweit. Nahezu alle meine Körperöffnungen hatten sich mit Schleim zugesetzt. Ich konnte kaum noch atmen, ich spuckte seit Tagen grüne, gelbe und manchmal auch rote Schleimballen und war mir sicher, dass auch aus meinen Ohren ständig Schmalz floss, flüssiger als sonst.
Die vage Warnung vor Suchtgefahr auf der Salzwasserspraydose hatte ich längst ignoriert und inhalierte das Zeug mit schöner Regelmäßigkeit, alle fünfzehn Minuten. Was auch nichts nützte. Ich vermied damit nur, dass ich dicke Schleimklumpen an den Monitor nieste, jedoch triefte meine Nase so sehr, dass ich mit dem Gedanken spielte, mir eine Papiertaschentuchfabrik zu kaufen – das würde bei meinem Verbrauch sicherlich billiger kommen …

Wolkendecke

Ich liege auf meinem Bett, starre in den grauen Himmel und träume mit offenen Augen von einem traumlosen Schlaf.
Ich bin müde, so müde. Schon die ganze Woche. Als habe mir irgendetwas allen Lebensmut geraubt. Heute gab es einen kurzen Gonzomoment, während dem ich mich besser gefühlt habe, Lust auf psychoaktive Drogen und eine uralte Schreibmaschine gehabt hätte und sicherlich einen verrückten Text produziert habe.
A² wirkt immer noch wie eine starke Droge, ein Seelenopiat. Irgendeine Drüse in meinem Gehirn oder zwischen meinen Gedärmen hat sich in eine hochempfindliche Antenne entwickelt, mit denen ich, wenn sie sich, und das tut sie noch immer viel zu oft, vegetativ-selbstständig aktiviert, ihre Signale auffange, jedes Auf- und Ab ihrer Brust, jeder Herzschlag, und ich habe nicht die Kraft, mich gegen die Bilder zu wehren, die in meinem Kopf wuchern wie Geschwüre. Ich habe einen Tumor in meinem Kopf. Zumindest einen metaphorischen.. Manchmal, im Halbschlaf, habe ich die gleichen Wahnwunschvorstellungen wie vor jenem verhängnissvollen Donnerstag, der „eigentlich ein toller Tag“ war und dennoch alles auf den Kopf stellte, was davor war. Ich wünsche mir dann nichts mehr als wieder in dieser Hütte zu sein, im hohen Norden, wo A² mir einen psychoaktiven Tee serviert hat.

Allein im Zeppelin. Klaustrophobie macht sich in den weiten Sälen breit.
Der Himmel ist überall grau. Und du bist den Menschen noch zu weit entfernt, um unter die Wolkendecke zu tauchen. Du musst warten. Ausharren. Das letzte Mal, als du versucht hast, zu landen, war der Himmel voller Blendlichter, auf dass du das Leuchtfeuer deiner Freunde nicht erkennen konntest. Leise zischte ein einzelner Feuerwerkskörper an der Gondel vorbei, ohne Schaden anzurichten. Sogleich hast du alle Hebel in Bewegung gesetzt, die das Luftschiff höher fliegen haben lassen.
Ja, das ist Flucht, aber hast du je etwas anderes getan als flüchten?
Hier oben ist es still und einsam. Keine Vögel. Keine Menschen. Keine Sorgen.
Nur ein Mann und sein Luftschiff.

Langsam wird es dunkler. Meine Augen sind immer noch nach oben gerichtet, zu dem Dachfenster, der Wolkendecke, dem Himmel, der keiner ist, dem unsichtbaren privaten Zeppelin, dem tausendantennigen Funkturm, der da irgendwo in D. oder manchmal auch in N. wandelt und seine schrecklichen Signale aussendet, die zu empfangen nur ich in der Lage bin. Ja, Dunkelheit, lege dich auf mich, hülle mich ein und bedecke mit mit dem Regen.
Das Wetter in diesen Tagen ist so ziemlich das einzige, was mich am Leben hällt, denn graue Wolken sind zumindest nicht für ihr Lachen bekannt. Vielleicht sollte ich mich in ein Dampfbad setzen und versuchen, alles Bedrückende aus mir heraus zu schwitzen und die dickflüssige, bräunlich glänzende Masse, die sich dann an meinen Körperhaaren sammeln würde, in ein Flakon tropfen lassen, um sie auf dem Gasherd stundenlang köcheln zu lassen, bis sie eingedickt ist und als psychoaktive Droge für schlechte Trips und Selbstmörder verkauft werden kann.

Wir haben uns im Traum verpasst.

Vorgelesen: Eimer

Mal wieder ein wenig Vorlesecontent. Auch wenn für mich an den Dateien bzw. deren Entstehungsgrund mittlerweile ein schlechter Nachgeschmack klebt. Oder vielleicht auch gerade deswegen: Eimer ziemlich unperfekt vorgelesen.

[audio:http://soulzeppel.in/wp-content/uploads/2009/03/eimer.mp3]
Eimer mp3

DUGA-3

Reinster Antennenporn kommt von der wunderbaren Seite artificialowl.net. DUGA-3 bzw. Russian Woodpecker heißt das Ding, was ein gigantisches System zur Früherkennung von Raketen war und den weltweiten Funkverkehr störte.
Das Bild oben stammt aus der Wikipedia, aber im artificialowl-Artikel über DUGA-3 gibt es ne Menge Fotos aus allen möglichen Perspektiven, auf Google Earth gibt es auch einige Fotos.

Verlassene gigantische Antennen aus dem Kommunismus bei Prypiat? Kann es noch viel besser werden?

The Marie-Adelaide Complex

Disneyland copyright by Steve Jakobs

Dieser Artikel ist als Solidaritätbekundung zu Steve Jakobs zu verstehen, dessen Werke (das oben gezeigt Bild sowie eins mit dem Titel dieses Artikels als Schriftzug) vom luxemburgischen Botschaftler in Belgien aus einer Austellung in der Botschaft entfernt, weil sie angeblich Majetätsbeleidigung darstellen. Weshalb ich diese wiederhole.

Mehr Informationen im tageblatt(Das ich ausnahmsweise verlinke, obwohl ich eigentlich auch Lust hätte, über die momentane „Wir schreiben jeden Tag einen nichtssagenden Artikel über Facebook“-Tendenz beim Tageblatt und anderen Blättern zu meckern) und bei rtl. Auf der Seite der konservativen und auflagenstärksten Zeitung Luxemburgs, dem „Luxemburger Wort“ ist „erstaunlicherweise“ nichts zu finden. Philippe Schockweiler hat ebenfalls einen Artikel über die Mickey-Maus-Monarchie geschrieben.

Kunst muss frei sein und Kunst muss auch Herscher kritisieren können!