Was bleibt.


Was bleibt am Ende des Tages? Am Endes des Gespräches? Viele Worte, Witze, Sorgen, sinnvolles, sinnloses, unsinniges. Die Sorgen bleiben hängen. Als wären sie noch nass und müssten zum Trocknen aufgehängt werden. Ich hab nicht umsonst so viel Hoffnung in den Keller geschaufelt, als dass ich sie jetzt zum Heizen verwenden könnte. Ich habe nicht umsonst so viel Tee eingelagert, da kann der Winter nicht einfach ausbleiben. Alles wird gut werden. Ich glaube daran. Mir bleibt nichts anderes übrig. Ich kann nicht davon ausgehen, dass die Welt in Zukunft ein Trümmerhaufen sein wird und ich im Epizentrum einer Wasserstoffbombenexplosion stehen werde, wenn ich dort ankomme, dann kann ich mich auch von meinem sicherlich zu niedrigen Balkon schmeißen. Ich muss optimistisch bleiben. Und selbst wenn alles in Trümmern aufgeht, so werde ich mir beim Wiederaufbau halt die Hände aufreißen und Narben davontragen. Aber letzten Endes wird es gut ausgehen. Drei kleine Vögel werden singen, und wenn sie die letzten auf Erden sind.

Vor meinem inneren Auge bauen sich düstere Visionen auf. Rote Meere, der letzte Mensch im Universum, eingesperrt in eine ewige Maschine. Radioaktivität. Ich kann sie nicht glauben.
Und was bleibt? Der Vorsatz, sich weniger Gedanken zu machen.
Oder mehr?

Ein Kommentar zu “Was bleibt.

  1. Ich finde das eine sehr gesunde Einstellung. Alles wird gut.

    Und wir werden immer die Nazis auf der Terrasse der Pizzeria haben. Und den Lesbenporno auf Bierdeckeln. Und die vielen roten Weine beim Inder. Und überhaupt, es gibt immer etwas für das es sich zu leben lohnt. Manchmal muss man halt nur etwas länger auf den nächsten Moment warten.

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