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2011 revisited

photo cc by Gwenael Piaser

(2006. 2008. 2009. 2010.)

1. Zugenommen oder abgenommen?
Gefühlsmäßig gleichgeblieben. Wahrscheinlich ein bisschen mehr. 2012 geh ich endlich mal schwimmen.

2. Haare länger oder kürzer?
Iro. Der mittlerweile aber so lang ist, dass ich ganz brav darin aussehen kann.

3. Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Gleich.

4. Mehr Kohle oder weniger?
Mehr. Als Referent für Öffentlchkeitsarbeit gibt es eine Aufwandsentschädigung.

5. Mehr ausgegeben oder weniger?
Ist wohl relativ gleich geblieben.

6. Mehr bewegt oder weniger?
Ich war in Berlin und bin da ziemlich viel herumgelaufen. Und war auch manchmal tanzen. Zählt das?

7. Der hirnrissigste Plan?
In Frankfurt nur kurz ein Bier trinken.

8. Die gefährlichste Unternehmung?
Mit dem Zug in die Berge an den Bergen vorbei gefahren.

9. Der beste Sex?
Hell yeah.

10. Die teuerste Anschaffung?
Was habe ich mir denn angeschafft? Vielleicht die Lomo. So teuer war die aber nicht.

11. Das leckerste Essen?
Canneloni mit Spinat-Ricotta-Füllung, für Freund_innen gekocht.

12. Das beeindruckendste Buch?
Irgendwo zwischen Dostojewskis Schuld und Sühne und Matt Ruffs Ich und die Anderen. Über Bücher kommt noch was.

13. Der ergreifendste Film?
Der Maschinist.

14. Die beste CD?
Zählt „Album“ auch? Das neue von We Were Promised Jetpacks vielleicht. Lieblingstrack 2011 ist dieses fantastische Cover, wahrscheinlich das beste Cover überhaupt.

15. Das schönste Konzert?
Habe mir leider kein erwähnenswertes Konzert angesehen.

16. Die meiste Zeit verbracht mit …?
Wien. Emotionen. ÖH_Magazin. (ab Juli.)

17. Die schönste Zeit verbracht mit …?
K., L. und P. Und mit A. und M.
(Ja, ich habe generell nur Kontakt zu Großbuchstaben.)

18. Vorherrschendes Gefühl 2011?
Vom Regen in die Traufe. Und dennoch geht es irgendwie.

19. 2011 zum ersten Mal getan?
Referent geworden und Chefredakteur gespielt.

20. 2011 nach langer Zeit wieder getan?
Mich verraten gefühlt. Wahrscheinlich zumm „ersten“ Mal.

21. Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können?
WG-Chaos, Frankfurt und diverse Kriege und Naturkatastrophen.

22. Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Dass es sich lohnt, sich mit dem „Gender-Kram“ zu befassen. (Stand 2010 auch hier.)

23. Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Selbsteingesprochenes Hörbuch.

24. Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Ein Schneidebrett mit dem Spruch „Für das schöne Leben“ rangiert ziemlich weit oben. Ich mag das aber alles nicht so werten.

25. Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
„Du kriegst auch mein flauschigstes Badetuch“ gleichauf mit „Es ist schön, dich zu kennen.“

26. Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
„Es ist auch voll schön, dich zu kennen.“

27. 2011 war mit einem Wort …?
ein Jahr.

28. Noch Fragen?
Mehr Fragen beantworte ich gerne bei formspring:
http://www.formspring.me/Joel

Wetterspitze

Ich habe versucht, nicht an den Tag zu denken. Den Jahrestag. Aber ich spürte ihn. Etwas anderes wäre ja auch gar nicht zu erwarten gewesen. Ich war kraftlos und zu Tode betrübt. Ob das jetzt jedes Jahr so sein wird? hast du mich so sehr verletzt? Ich mich selbst?

Ich stehe solchen Fragen ratlos gegenüber. Hatte ich je Antworten? War das eine gute Zeit, vor einem Jahr? Sie wirkt besser. In der Erinnerung. Aus der Ferne sieht jeder Misthaufen pittoresk aus. Ich kann das nicht beurteilen. Ich schreibe die Dinge auf, die ich in dem Moment für wichtig halte und erinnere mich dann so daran, wie ich sie aufgeschrieben habe. Die Fiktion wird zur Realität und die Realität zur Fiktion. Romanfigur im eigenen Roman. Schreibe dir deine Geschichte, wie sie dir gefällt. Vielleicht geht das in dieser merkwürdigen Dinosaurierdimension?

Die ist gar nicht so schlecht. Ich kann bestimmen, dass Freitagabend ist. Und dann ist einfach Freitagabend, weil ich es bestimmt habe. Ich tue die Dinge, die mir gefallen, lache mit den Menschen, die ich mag und singe die Lieder, die in meinem Kopf klingen. Ich trage Jogginghose und beratende Stimme, manchmal sogar gleichzeitig. Ich bin sogar nicht einmal unproduktiv.
Klingt doch ganz gut.

Wären da nicht die kaltklaren Gedanken, die das Einschlafen schwer machen. Wäre da nicht die Angst vorm Alleinsein. Wäre da nicht die bleierne Trägheit am Morgen, wenn ich kaltgeschwitzt aus vergessenen Träumen aufwache.
Wäre da bloß …

Die Zeit ist vorbei. Im Halbschlaf kann ich wieder an meine Erinnerung von Ruths nackten Brüsten denken, ohne diesen unangenehmen Stich im Kopf zu spüren. Oder: ohne ihn gar so fest zu spüren.

Vielleicht war es auch gar nicht das Datum. Vielleicht nur der Winter, die Dunkelheit und zu wenig Schlaf.
Zumindest würde ich mich daran gerne erinnern.