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tief in der Nacht

Du hast mich umarmt, tief in der Nacht.
Vor allen Leuten. So fest und so lange es ging. Ich wusste nicht, wie ich das deuten sollte.

Du hast mir ein Geheimnis verraten, tief in der Nacht.
Ein dunkles Geheimnis, ein merkwürdig geformter schwarzer Fleck auf meinem Herzen. Und ich wusste nicht, was ich damit anfangen sollte.

Tief in der Nacht passieren die Dinge, die mich tagelang wach halten. Mein Bett wird grellweiß, mein Kopf eine laute Halle, in der feste Umarmungen und schwarze Flecken zu obszönen Rufen werden.
Ich wälze mich in meinem eigenen Saft, tief in der Nacht. Im Griff meiner Ängste, von dir eingepflanzt in mein Herz. Ungewollt, unschuldig, unbemerkt.
Was hättest du auch anders tun sollen? Was hättest du tun können? Hätte ich sagen sollen: „Ich will keine Umarmung, die sich tief in mein Herz schneidet“? Hätte ich sagen sollen: „Ich will kein dunkles Geheimnis, das einen schwarzen Fleck in der Wunde hinterlässt“?
Wie hätte ich das tun können, tief in der Nacht?

Wir hatten keine Wahl. Du musstest mich umarmen, du musstest mir das Geheimnis anvertrauen, ich musste das alles annehmen. Ich weiß immer noch nicht, was ich anfangen soll mit den tiefen Schnitten und dunklen Geheimnissen, die sie ausfüllen und mein metaphysisches Herz mit schwarzen Adern überziehen.

Aber irgendwann, tief in der Nacht, werde ich es herausfinden.

photo: View of a fire trench, Gallipoli, Turkey, 1915 National Library NZ

Mehr!

Ich will wieder mehr bloggen. Ich weiß eigentlich selbst nicht, warum ich in letzter Zeit so selten blogge. Und das so gut wie nur noch in der Rubrik „literarische Spielwiese“. Im Januar habe ich versucht, damit anzufangen, so richtig geholfen hat der Vorsatz nicht. Ich würde auch gerne einige „fundierte“ Artikel schreiben, zu Themen, in denen ich mich auskenne oder die mich interessieren. „Umweltpolitik“ oder der Themenkomplex „Umwelt und Gesellschaft“ wären neben dem öfters schon angedeuteten „Feminismus und Gender“ Dinge, über die ich schreiben möchte. Und mittlerweile glaube ich auch, genug Ahnung zu haben, um über diese Themen schreiben zu können. Meine Artikel über die Jagd und über Märchen aus dem Pleistozän wären Beispiele dafür. Wobei ich über Umwelt sicherlich mehr weiß als über Genderthemen, einfach deswegen, weil ich „was mit Umwelt“ studiere.

Da ich das jetzt einfach mal so ankündige, muss ich es dann auch machen. Ich weiß natürlich nicht, ob das klappt. Zumindest wisst ihr, dass ich gerne würde und euch nicht nur aus Böswilligkeit nicht unterhalte.

Ein anderes Thema ist das Layout des Blogs, das mir schon länger nicht mehr gefällt. Ich mag zwar das Headerbild noch, aber das war es dann auch schon. 100e2r geht anders. Dann stelle ich mir die Frage, ob ich das Blog nicht unter einer eigenen Domain laufen lassen soll. joeladami.net wäre dann eine Visitenkarte, ein online-Lebenslauf. Ob ich das unbedingt brauche, ist auch so eine Frage, aber repräsentativer als ein Facebook-Account oder ein Blog, das eben nicht auf den ersten Blick über mich informiert, wäre es schon. Ihr merkt, das Mantra „Spätere Arbeitgeber_innen werden dich googeln!!!!11Elf“ hat sich eingebrannt. Angriff ist in der Hinsicht die beste Verteidigung und sämtliche Dienste, sei es about.me oder gar facebook, können von heute auf morgen abgeschaltet werden. Besser also, das eigene „Profil“ selbst zu hosten. Andererseits reicht vielleicht auch ein „Lebenslauf“ auf meiner Autorenseite.

Ansonsten: Meine Radiosendung Crumble lässt sich jetzt auch als Podcast hören. Meine Suppe benutze ich wieder regelmäßiger, da gibt es aber vor allem Bilder, die ich auf irgendeine Art und Weise interessant finde. Ich habe mir außerdem fest vorgenommen, in nächster Zeit Kuchenbaum fertig zu schreiben und Verlagen zur Veröffentlichung vorzulegen. Für Tipps oder Hinweise dementsprechend bin ich natürlich immer offen.

photo cc by Dinukshan Kuruppu