Ra(s)tlos

Ich bin rastlos. Und ratlos. Es ist viel zu heiß, um irgendetwas sinnvolles zu tun. Also versuche ich, möglichst viel zu schlafen. Lasse Dinge liegen. Ich war dieses Jahr wieder nicht auf dem Donauinselfest. Zu viele Menschen. Meistens ist mein Balkon menschenleer. Leere, die ich genauso brauche wie verachte. Ich kann damit schlecht umgehen. Zumindest gute Musik habe ich gefunden, die diese Zeit, von der Hitze zu einem durchsichtigen Gel zerschmolzen, erträglich macht. Die Aufnahmen der Bewegungen anderer Menschen geben mir das Gefühl, mich selbst zu bewegen. Mounth Stealth, luxemburgischer Postrock. Das würde viel exotischer klingen, wäre ich nicht selbst aus diesem kleinen Flecken Land, der in der Geschichte irgendwie übrig geblieben ist, ein reales Auenland.

Ich poppele in der Nase herum und auf einmal riecht es nach Kaffee. Irgendwo habe ich gehört, dass die ganze Welt unglaublich abhängig von Kaffee ist, dass es zu einer ungeahnten massiven Wirtschaftskrise kommen würde, versiege die Kaffeeproduktion auf einmal. Mit einer Muttersprache, die „Kaffee trinken“ zu „Frühstücken“ sagt, verstehe ich das sofort. Ich würde gerne mehr schreiben, aber mir fällt so selten etwas ein. Der Kuchenbaum ist so hoch, ich müsste ihn wieder ganz von unten hochklettern und versuchen, mich nicht von seinem betörenden Duft einlullen zu lassen. Was habe ich letztes Jahr um diese Zeit getan? Ich kann mich an einen Büchertauschkreis erinnern, nach dem ich zu lange im strömenden Regen stand und völlig durchnässt nach Hause lief. Ohne ein einziges Buch getauscht zu haben.

Vielleicht schreibe ich das nächste Mal was über Gentechnik.
photo cc by John Pavelka

Ein Kommentar zu “Ra(s)tlos

  1. Oh. Das ist tatsächlich selbst im/durch das/als Hitzegel hörbar. Begeisteurng.

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