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Katerfrühstück.

NB: Das hier habe ich eigentlich für „Camp NaNoWriMo“ geschrieben. Wie auch letzten November bin ich mal wieder kläglich gescheitert, nachdem es ein paar Tage gut gelaufen ist. In Luxemburg hat das Sozialleben einfach mehr Spaß gemacht. Und irgendwer muss ja in hippen Kaffeehäusern sitzen und sich gut unterhalten.
Das hier ist wohl sehr offensichtlich von Daria und der Erkenntnis, dass Uni genauso schlimm wie sekundäre Schulen sein können, inspiriert. Bei Gefallen veröffentliche ich gerne mehr.

„Willst du alleine wohnen?“
Reba sah von ihrem Kaffee auf. Ihr Kopf schmerzte immer noch. Das starke Pochen, das sie am „Morgen“ verspürt hatte, war schon verschwunden, aber ihr Gehirn war offenbar immer noch zu groß für ihren Schädel. So, genau so nämlich, fühlte es sich an.
„Hmpf.“
„Bitte?“
Ihr bester Freund – und ihr einziger, was die Sache nicht unbedingt einfacherer machte – sah sie verständnislos an. Er hatte viel mehr getrunken als sie und trotzdem wirkte er frisch und munter. Seine Augenringe waren fast nicht sichtbar, während Rebas selbst unter ihrer großen Hornbrille sichtbar waren. Sie war keine sehr geübte Trinkerin, aber auf ihrer Abitur-Abschlussfeier hatte sie trinken müssen. Einerseits, um die Leute zu ertragen, die sie die letzten sieben Jahre ertragen hatte müssen und andererseits hatte sie ihren Erfolg feiern wollen. Sie fühlte sich zwar nicht so, als ob sie wirklich etwas geleistet hätte, aber irgendwie hatte sie das Gefühl, dass sie dieses eine Mal einen Sieg gegen das Universum errungen hatte. Nach all den Jahren der demütigen und unwürdigen Prozeduren, die offenbar gewissen Menschen als sinnvolle Art und Weise der Ausbildung vorschwebten, stand sie endlich am Ende und konnte selbst über ihr Leben bestimmen. Wenn Tri sie ließ, hieß das.
„Weißnich.“
„Weil du es noch nicht wissen willst, die Wohnungssuche so lange herauszögern willst, bis du du dich für irgendetwas entscheiden musst und deine Wohnsituation immer damit rechtfertigen kannst?“
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Linkdump

Ich dachte, ich würde mal wieder einige interessante Links posten, die mir heute so begegnet sind. Der Standard hat dieses Wochenende eine Schwerpunktausgabe über Mobilität. Ich habe meine Bachelorarbeit über Mobilität und insbesondere „intelligente Mobilität“ geschrieben und seit ich Anfang dieses Jahres ein Seminar über Urbanismus und Verkehr belegt habe, komme ich von dem Thema nicht mehr weg. Spannend finde ich diesen Artikel über die „Super-Radwege“ in Kopenhagen, wobei da das Blog Copenhagenize auf jeden Fall erwähnt werden sollte. Sehr interessant ist mit „der politische Wille ist entscheidend“ im Hinterkopf auch dieses Doppelinterview. Mit der Frage, ob das Internet Mobilität substituiert, wird Christoph Reinprecht konfrontiert.
Ist es eigentlich Usus, seine Bachelorarbeit online zu veröffentlichen?

Wie Google versucht, mehr Frauen einzustellen (und eingestellt zu behalten), hat sich die New York Times angeschaut. Poscoleri erfuhr leider einen homophoben Schlag in sein Gesicht und schrieb über seinen Umgang mit dieser Situation.

Zuletzt aber noch eine erfreuliche Nachricht: Mit the science of stupidity ist ein neuer Podcast über Zeichentrickserien gestartet, der sich in seiner ersten Folge mit Daria befasst, was ich grandios finde.

Update 24.08.2012 – 23:57 Den einen auch-verdammt-spannenden Link habe ich natürlich vergessen: Evernote – wohl irgendeine Notizapp für iOS – hat mit Moleskine ein smartes Notizbuch entwickelt. Mit der Kamera das Notizbuch abfotografieren, um die Notizen digital weiterverwenden zu können klingt wie ein „Hack“, eine Brückentechnologie bis es das digitale Notizheft gibt, das so gut und einfach zu verwenden ist wie ein analoges. Smartphones und Tablets sind, soweit ich das sehe und höre, ja eher nicht so für längere Textinputs zu gebrauchen, werden aber immer mehr zum universellen Gerät für alles und alle. Insofern spannend, dass es dieses Notizbuch überhaupt gibt. Vielleicht ist es dieser komischen Retrowelle zu verdanken, die gleichzeitig zurück zu der glorifizierten Analogzeit und vollständig digital (und social media) sein will. Ich fände beschreibbares e-paper ja sehr spannend, aber das ist wohl Zukunftsmusik.

State of the Blog

Ich sollte mehr hier reinschreiben. Es ist schlimm, wie wenig ich blogge, wenn ich es damit vergleiche, wie oft ich mal gebloggt habe, wie wichtig es mir war. Jetzt ist es mir fast egal. Ich mag das Layout nicht mehr, aber das kann doch nicht wirklich ein Grund sein, oder?

Es ist nicht mehr wie früher. Es kommen weniger Kommentare und es gibt weniger Blogs in der „Nachbarschaft“, zumindest fühlt sich das so an. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich jetzt in einer Großstadt lebe und mehr Möglichkeiten habe, so dass ich den Blogklumpen um mich herum nicht so brauche. Vielleicht bin ich viel zu oft auf twitter und blase meine Gedanken in kleinen, maximal hundertvierzig Zeichen großen Fetzen heraus. Und auf diesem Blog erscheinen nur noch die großen Stücke, wenn ich Zeit habe. Aber selbst die werden kaum kommentiert. Ich weiß aber nicht, ob ich, wenn ich mir ansehe, was manche auf ihren Blogs für eklige Kommentare ertragen müssen, wirklich mehr Kommentare wünsche. Das Internet ist an vielen Stellen sehr ungemütlich geworden. (Oder ich merke es mehr.)

Ich bilde mir ein, genug zu sagen zu haben. Nur sprudelt es nicht mehr so aus mir heraus wie sonst. Der Gedanke kommt mir bekannt vor, ich denke ihn wahrscheinlich schon, seit ich das Blog habe. Momentan suche ich nach einer möglichst einfachen und gleichzeitig auch nachhaltigen Methode, ein eigenes, einspaltiges WordPress-Theme zu stricken, mit dem das hier wieder mehr Spaß machen wird. Das Layout ist nun wirklich schon sehr alt und ich mag Platz für Texte schaffen, nicht für die Sidebar.

Mal sehen, wie es weitergeht. Ich habe auf jeden Fall nicht vor, aufzuhören. Ich atme nur manchmal sehr lange und sehr tief durch.