Hermann Hesse – Narziß und Goldmund

Narziß ist ein sehr junger Lehrer in einem Kloster, Goldmund sein Schüler, die beiden werden Freunde. Narziß verkündet Goldmund irgendwann, dass aus ihm nie ein Mönch wird, weil er halt nicht der Typ dafür ist. (Hesse verpackt das in sehr viel verschwurbeltere Worte, von denen ich nicht weiß, ob sie eine positive „Menschen sind unterschiedlich und haben unterschiedliche Talente“- oder eher eine esoterische „Schicksal!“-Botschaft beinhalten. Goldmund fickt sich daraufhin durch die Weltgeschichte und wird nebenbei Künstler, wenn er nicht gerade Menschen umbringt oder sich selbst bedauert. Thomas Keith - IonaHesses Frauenfiguren verhalten sich so realistisch wie in einem Porno. Vielleicht hat Hesse hier eher seine Wunschvorstellungen als erlebte Realität wiedergegeben, aber mich hat es dennoch sehr geärgert, dass alle Frauen ständig „untreu“ sind und mit Goldmund in der Kiste landen. Auch das Gerede von der „Urmutter“ vermittelt kein positives Frauenbild. Überhaupt laufen Goldmunds Begegnungen immer sehr formelhaft ab, der große Künstler, den sein Freund Narziß in ihm sieht, kommt auf seinen Reisen eher selten dazu, wirklich Kunst zu schaffen. Der titelgebenden Freundschaft räumte Hesse nicht sehr viel Platz ein – vielleicht sind ihm nicht mehr Metaphern für „Ying und Yang“ eingefallen. Lebendig und meist mitreißend geschrieben – die mittelalterliche Klosterkulisse ist ebenfalls hübsch, am Anfang klingt das ganze wie eine nette Version von „der Name der Rose“. (Ja, das ist später geschrieben worden, ich weiß.) Ein wenig mehr (sexuelle) Spannung zwischen den Protagonisten hätte ich mir erwartet, der arme Narziß darf auch nicht wirklich Charakterentwicklung mitmachen, während Goldmund an jeder Straßenecke eine Epiphanie hat. Ich würde von Hesse eher was anderes empfehlen, aber vergeudete Zeit ist die Lektüre dennoch nicht. Wirklich etwas mitgenommen habe ich aus der Lektüre leider nicht, was ich mir (gerade von einem „großen“ Autor wie Hesse) erwarte.

Ein Kommentar zu “Hermann Hesse – Narziß und Goldmund

  1. ich hatte das Buch damals in die Ecke gefeuert . ich kkonnte damit ehrlich gesagt nichts anfangen. ich weiß , ich bin ein kunstbanause!

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